Zahlreiche Erntehelferinnen werden in Spanien missbraucht – und die EU zahlte Millionen-Subventionen

    Das ist kein Zufall: Für die Feldarbeit werden bewusst Frauen ausgewählt, die sich kaum zur Wehr setzen können.

    by ,

    Die EU hat über mehr als 15 Jahre Projekte für marokkanische Erntehelferinnen in Südspanien gefördert, obwohl die Region seit Jahren für Ausbeutung von Erntehelferinnen bekannt ist. Für die Arbeit auf spanischen Feldern haben die Projektmitarbeiter bewusst Frauen ausgesucht, die sich kaum zur Wehr setzen können – und sich dann nicht darum gekümmert, dass es diesen Frauen in Spanien gut geht.

    Recherchen von BuzzFeed News Deutschland zufolge haben sowohl spanische Lokalbehörden, als auch Wohlfahrtsorganisationen in Huelva im Rahmen von EU-Projekten seit 2005 mindestens vier Million Euro für Arbeitsmigration und damit auch die Unterstützung von Erntehelferinnen erhalten. In der Beschreibung eines dieser Projekte heißt es explizit, es gehe um die „Vermeidung von Missbrauch und Ausbeutung, jeglicher Art von Diskriminierung, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.“ Das ist nach Recherche von BuzzFeed News nicht passiert.

    Die Ziele der Projekte, Sprachkurse und interkulturelle Mediation für die Erntehelferinnen, stehen teilweise im völligen Widerspruch zu der Situation, die BuzzFeed News 2017 während der wochenlangen Recherche vor Ort vorgefunden hat: Keine der Dutzenden interviewten Frauen gab an, einen Sprachkurs besucht zu haben, auch von Mediatorinnen hatte noch keine gehört.

    Im Frühjahr dieses Jahres deckten BuzzFeed News und Correctiv auf, dass Erntehelferinnen auf den Beerenfeldern häufig beschimpft, getreten oder geschlagen werden – und regelmäßig sexuellen Übergriffen durch ihre Vorgesetzten ausgesetzt sind.

    Die mutmaßlichen Täter werden den Recherchen zufolge fast nie verurteilt, die Frauen fühlen sich von Behörden und Hilfsorganisationen im Stich gelassen. Gewerkschafter sprachen von Zuständen „moderner Sklaverei“. Gleichzeitig sind in den vergangenen Jahren immer mehr marokkanische Frauen nach Spanien geholt worden.

    „Die EU wird ihrem Anspruch nicht gerecht“

    Die sechs Organisationen, die innerhalb der EU-Projekte Gelder erhielten, geben BuzzFeed News gegenüber keine Auskunft darüber, wie sie diese verwendet haben und ob sie in irgendeiner Form zu Gewaltschutz beitragen. Darunter sind auch die Caritas und das Rote Kreuz.

    Die Europäische Kommission sieht sich nicht in der Verantwortung und verweist auf Anfrage von BuzzFeed News auf die Zuständigkeit spanischer Behörden. Aus der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland hieß es, man nehme den Sachverhalt sehr ernst.

    Die Kommission könne allerdings eine Überprüfung aller EU-Förderprogramme nicht leisten. Dafür seien nationale Stellen – in diesem Fall spanische – zuständig. Auch sei die Kommission darauf angewiesen, Rückmeldungen von den Nationalstaaten zu erhalten. Wenn solche nicht eingehen, erfahre man oft auch nichts von Missständen. Die spanischen Behörden reagieren nicht auf Anfragen von BuzzFeed News. Spanische Anwälte wollen die lokalen und regionalen Behörden nun wegen Korruptionsverdacht verklagen.

    „Die EU schreibt sich eine human rights policy auf die Fahne. Da könnte man schon sagen, dass sie ihrem Anspruch nicht gerecht wird“, sagt Franziska Humbert von Oxfam BuzzFeed News. Oxfam setzt sich seit langem für die Einhaltung menschenrechtlicher Standards im globalen Lebensmittelhandel ein.

    Billig, weiblich, duldsam

    Stefania Prandi

    Erntehelferin auf einem Feld nahe der Stadt Cartaya.

    Seit 2005 kommen jedes Jahr tausende Frauen aus Marokko für die Ernte nach Spanien. Der Markt boomt. Im vergangenen Jahr exportierte Spanien Erdbeeren im Wert von rund 600 Millionen Euro, angeblich die beste Erdbeerernte seit 40 Jahren. Ende März sagte Rafael Domínguez, von der Handelsorganisation Freshuelva gegenüber der spanischen Zeitung El Confidencial: „Wir haben in fünf Jahren den Beeren-Umsatz um 300 Prozent steigern können.“

    Mit rund 18.000 marokkanischen und mehr als 50.000 osteuropäischen Erntehelferinnen kamen 2018 Jahr so viele Frauen nach Spanien wie noch nie. Grundlage ist ein Abkommen zwischen Marokko und Spanien aus dem Jahr 2001.

    „Ich habe geschrien und ihn geschlagen, er war wie ein Tier.“

    Um Spitzen in der Ernte abzudecken, forderten Landwirte im vergangenen Jahr doppelt so viele Arbeiterinnen aus Marokko einstellen zu können, wie geplant. Während die Produzenten profitieren, leiden die Arbeiterinnen.

    Anfang Juni hatten hunderte Erntehelferinnen vor einer Polizeistation im Erdbeeranbaugebiet demonstriert. Vier Frauen hatten zudem Anzeige gegen ihren direkten Vorgesetzten, den Chef des Erdbeerproduzenten „Donana 1998“ eingereicht, der sie sexuell missbraucht haben soll. Anwälte haben die Zeugenaussage einer Arbeiterin auf ihrem Blog veröffentlicht. Dort beschreibt die Frau, dass ihr Chef sie im Auto mitgenommen und auf dem Beifahrersitz vergewaltigt habe.

    „Ich habe geschrien und ihn geschlagen, er war wie ein Tier. Er hat den Sitz verstellt und sich mit Gewalt genommen, was ich ihm nicht geben wollte. Ich habe versucht ihn wegzustoßen und mit den Füßen gegen die Autoscheibe getreten [...] Es war als wäre er besessen.“

    BuzzFeed News gegenüber sagten betroffene Frauen 2017, dass sie sich nicht trauen, um Hilfe zu bitten oder nicht wissen, an wen sie sich wenden können. Das liegt auch daran, dass auf Huelvas Feldern fast nur Frauen arbeiten, die ein ganz bestimmtes Profil haben: Sie sind besonders verletzlich.

    „Die Frauen werden ausgesucht, weil sie feinere Hände haben“

    Stefania Prandi

    Die meisten Erntehelferinnen können nicht lesen oder schreiben. Sie sprechen kein Spanisch. Und sie ernähren mit ihrem Einkommen ihre Familien in Marokko. Das ist kein Zufall. Die Frauen werden in Marokko von der eigens dafür eingerichteten Agentur ANAPEC nach diesen Kriterien ausgesucht. Man will Frauen nach Huelva holen, die nach der Erntezeit wieder nach Marokko zurückkehren.

    Internationale Frauenrechtsorganisationen wie die „Global Alliance against Traffic in Women“ (GAATW) kritisierten bereits vor Jahren, dass die Auswahlpraxis mit sexistischen Argumenten begründet werde: Etwa damit, dass Frauen zarter und deshalb besser für die Arbeit mit den feinen Beeren geeignet seien. Auch die Frau, die angibt, von ihrem Chef im Auto vergewaltig worden zu sein, musste ihre Hände von ANAPEC-Angestellten begutachten lassen, wie sie sagt. Dafür habe sie eine ganze Tagesreise auf sich nehmen müssen.

    Vertreter spanischer NGOs übernehmen diese Argumentation kritiklos. „Die Frauen werden ausgesucht, weil sie feinere Hände haben“, sagte Paco Villa von der Migrantenorganisation Accem in einem Interview mit BuzzFeed News im April 2017.

    Gewerkschafter und GAATW glauben allerdings, dass es dabei um etwas anderes geht: Die Frauen würden ausgesucht, weil sie sich weniger gegen Ausbeutung und schlechte Arbeitsbedingungen wehren. Weil die Umstände sie erpressbar machen.

    EU-Projekt als Auslöser für heutige Bedingungen

    Angefangen hat all das mit einem EU-Projekt: Aeneas-Cartaya. Durch dieses Projekt kam die Kooperation zwischen Spanien und Marokko erst richtig zustande. Und erst mit „Aeneas-Cartaya“ kamen vor allem ungebildete Frauen mit Kindern nach Huelva.

    Das Projekt hatte ein Gesamtvolumen von 1,5 Millionen Euro. Ausgezahlt wurde das Geld an die Stadt Cartaya, die damit unter anderem ein „Forum für Einwanderung“ aufsetzte. Darin vertreten: Das Rote Kreuz, die Caritas, die Frauenrechtsorganisation Huelva Acoge sowie die Migrantenorganisationen Cepaim, Codenaf und Accem.

    BuzzFeed News hat versucht, mit diesen sechs Organisationen über Arbeitsrechte und Gewaltschutz zu sprechen – zum großen Teil schon während der Recherche im April 2017. Fünf der Organisationen gaben an, von sexualisierter Gewalt nichts gehört zu haben. Der sechsten waren Fälle bekannt, die Leiterin wollte aber keine „morbiden Geschichten“ veröffentlicht wissen. Keine der NGOs hatte ein spezielles Präventionsprogramm oder eine Beschwerdestelle.

    Auf erneute Anfragen im Juli 2018, wie EU-Gelder verwendet wurden und was die Organisationen tun, um Frauen besser zu schützen, erhielt BuzzFeed News von keiner der Organisationen eine Antwort.

    In der Projektbeschreibung von „Aeneas-Cartaya“ heißt es aber explizit, das Projekt ziele auf die „Bereitstellung von Mediatoren, um Ausländer umfassend zu unterstützen“ und auf die „Vermeidung von Missbrauch und Ausbeutung, jeglicher Art von Diskriminierung, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.“

    Eine Vertreterin der Frauenorganisation Huelva Acoge sagte BuzzFeed News in einem Gespräch vor Ort, dass sie Kondome an die Frauen verteile – weil diese ja auch „Affären“ in Spanien hätten und sie nicht wolle, dass die Frauen ungewollt schwanger würden. Von sexualisierter Gewalt wisse sie nichts.

    Weitere 2,5 Millionen Euro zwischen 2009 und 2014

    Stefania Prandi

    Aus einem Dokument der spanischen Regierung geht hervor, dass auf „Aeneas-Cartaya“ ein Projekt namens „Mares“ folgte. Im Rahmen von „Mares“ floss zunächst eine weitere Million Euro (von 2009 bis 2011) – und dann noch einmal 1,5 Millionen Euro (von 2011 bis 2014) an die Regionalverwaltung der Stadt Cartaya, die Andalusische Stiftung für Ausbildung und Beschäftigung Huelva, die Generaldirektion für Migrationspolitik der andalusischen Regierung und die Migrantenorganisation Cepaim. Diese wiederum finanzieren die Frauen- und Migrantenorganisationen vor Ort, die wiederum Erntehelferinnen unterstützen sollen.

    Die EU-Kommission sieht Huelva als Erfolgsmodell

    Erklärtes Ziel von „Mares“ war es, die Erfahrungen aus Huelva auf Sevilla und Cadíz zu übertragen. Zudem sollten „verantwortungsvolle spanische Unternehmen“ ausgewählt werden, die sich durch faire Arbeitsbedingungen auszeichnen und im besonderen Maße auch für Frauenrechte einsetzen. Inwiefern das geschehen ist, ist aus dem BuzzFeed News vorliegenden Bericht nicht abzuleiten.

    Allerdings stehen die Ziele des Projekts im völligen Widerspruch zu der Situation, die BuzzFeed News 2017 während der Recherche vorgefunden hat: Keine der interviewten Frauen gab an, einen Sprachkurs besucht zu haben, wie es in „Aeneas-Cartaya“ und „Mares“ gefordert wird. Auch von Mediatorinnen hatte noch keine gehört.

    Diese Mediatorinnen wurden offiziell bereits 2005 eingeführt, gestellt werden sie von der Organisation Codenaf, die ebenfalls Teil des „Forum für Einwanderung“ ist. Aufgabe der Mediatorinnen ist es, bei Konflikten zwischen den Erntehelferinnen und ihren Chefs zu vermitteln. Das Problem: Diese Mediatorinnen werden von den Landwirten selbst ausgesucht.

    NGOs wollen die Probleme offenbar verschweigen

    BuzzFeed News hat im Rahmen der mehrwöchigen Recherche vor Ort im April 2017 mit Malika Ziate, Chefin von Codenaf in Huelva gesprochen. Gefragt nach Verstößen gegen Arbeitsrecht, Machtmissbrauch oder sexualisierte Gewalt auf den Farmen sagte Ziate, sie habe solche Fälle schon erlebt. Sie wolle aber, dass die öffentliche Debatte über die Erntehelferinnen aus Marokko „positiv und konstruktiv“ bleibe.

    Ihr sei es wichtig, die Vorzüge von Migration zu zeigen. Sie wolle keine „morbiden Geschichten erzählen“.

    Nach Veröffentlichung der Recherche im April 2018 veröffentlichte Codenaf ein Statement, darin fordert die Organisation: „Wir wollen, dass die Mediatorinnen, die direkt mit den Frauen interagieren, von den Behörden und den Migrantenorganisationen angestellt werden und nicht von den Landwirten (so wie bisher), damit im Falle eines Rechtsstreits Unparteilichkeit gewährleistet werden kann.“

    BuzzFeed News hat Codenaf um eine Stellungnahme gebeten, aber keine Antwort erhalten.

    Huelva galt als solch ein Erfolg, dass es Vorlage für EU-Gesetzgebung wurde

    Berichte über Zustände moderner Sklaverei und über Arbeitsausbeutung in Huelva gab es bereits seit vielen Jahren: „Opfer des roten Goldes“, steht 2010 in El País. „Spanische Erdbeeren: Ein sozialer Albtraum“, schreibt die französische Zeitung Le Monde 2012. „Ausbeutung von Migranten in der Erdbeerernte“ titelt La Libération 2014.

    Afp / AFP / Getty Images

    Der ehemalige Vizepräsident der EU-Kommission, Franco Fratini, soll vom „Huelva-Modell“ angetan gewesen sein.

    Die EU sah das „Huelva-Modell“ trotzdem als ein solches Vorbild an, dass das Europäische Parlament es 2014 als Vorlage für eine EU-weite Direktive für nicht-europäische Gastarbeiter nutzte. Die Kommission bewertete es als „best practice“.

    Juan Millán, der langjährige Bürgermeister der Stadt Cartaya in der Region Huelva hatte das Projekt 2004 selbst bei der Kommission vorgestellt. Das Team des damaligen Vize-Präsidenten der Kommission, Franco Fratini, sei „enthusiastisch über die Idee“ gewesen, sagte Millán später gegenüber der spanischen Zeitung El País.

    Schon damals war der Druck auf die europäischen Außengrenzen hoch. 2005 versuchten hunderte Menschen den Zaun in der spanischen Enklave Melilla zu überwinden. Spanische und marokkanische Polizisten schossen in die Menge. Mindestens acht Menschen starben. Die EU suchte nach Lösungen, um Menschen legal in der EU arbeiten zu lassen, sie aber nicht dauerhaft behalten zu müssen. Millán lieferte eine.

    Die sozialen Probleme, die das mit sich brachte, den Machtmissbrauch und den flächendeckenden Verstoß gegen grundlegende Arbeitsrechte; damit will die Kommission heute nichts zu tun haben. Sie sieht die spanischen Behörden in der Verantwortung.

    Die Europäische Kommission sieht sich nicht in der Verantwortung

    Eine Sprecherin der Europäischen Kommission schreibt auf Anfrage von BuzzFeed News: „Die Behörden der Mitgliedstaaten müssen sicherstellen, dass EU-finanzierte Projekte den EU-Rechtsvorschriften, einschließlich der Charta der Grundrechte, entsprechen.“ Dafür seien nationalen Behörden, wie etwa die Arbeitsaufsichtsbehörden, Polizei- und Justiz zuständig.

    Weiter heißt es: „Die Europäische Kommission verurteilt jede Form der Zwangsarbeit aufs Schärfste. Die EU-Grundrechtecharta verbietet Sklaverei, Zwangsarbeit und Menschenhandel für alle Formen der Ausbeutung.“

    BuzzFeed News hat versucht, die Finanz- und Abschlussberichte der Projekte aus Huelva von der EU-Kommission zu erhalten. Laut Aussagen der Sprecherin liegen diese aber auf EU-Ebene nicht vor.

    BuzzFeed News hat daher versucht die spanischen Behörden und Organisationen zu kontaktieren, an die Gelder ausgezahlt wurden, darunter das andalusischen Arbeitsministerium. Diesem war eine Stiftung unterstellt ist, der innerhalb von „Mares“ 300,000.00 Euro ausgezahlt wurden. Auf Anfrage heißt es aus dem Ministerium, dass die Stiftung seit 2011 nicht mehr existiere. Daher sei es nicht möglich, kurzfristig Informationen über Projektausgaben bereitzustellen.

    „Die Auflösung der Stiftung erfolgte unter Einhaltung aller geltenden Vorschriften und Sorgfaltspflichten, einschließlich jener, des Europäischen Fonds“, so das Ministerium.

    Anfragen an alle anderen spanischen Behörden und Organisationen, an die Gelder ausgezahlt wurden, blieben unbeantwortet.

    „Es bräuchte eine zivilrechtliche Haftung, sodass Erntehelferinnen Supermarktketten verklagen können“

    Die massive Gewalt gegen die Erntehelferinnen in Spanien sei eine strafrechtliche Angelegenheit, heißt es immer wieder in Gesprächen mit Behörden, mit der Kommission, mit deutschen Supermärkten, die die Waren aufkaufen. Verantwortlich fühlt sich niemand dafür.

    Oxfam fordert daher, dass neben der EU und den spanischen Behörden auch die großen Supermarktketten stärker ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht nachkommen. Oxfam lobbyiert für ein Gesetz gegen unfaire Handelspraktiken, wie etwa Lohn-Dumping. Gleichzeitig fordert die Organisation, dass sich alle Unternehmen verpflichten sollen, bei ihren Lieferanten auf die Menschenrechte zu achten.

    „Aus unserer Sicht bräuchte es auch eine zivilrechtliche Haftung, so dass Erntehelfer und Erntehelferinnen die Supermarktketten verklagen können“, sagt Franziska Humbert von Oxfam.

    Spanische Anwälte wollen Polizei, Justiz und Arbeitsinspektion wegen Korruption verklagen

    Auch eine Gruppe von Anwälten in Huelva ist der Ansicht, dass es nicht reicht, sich darauf zu verlassen, dass Polizei und Gerichte vor Ort schon ihre Arbeit machen werden. Zumal viele Arbeiterinnen aufgrund von Sprachschwierigkeiten und kurzer Aufenthaltsdauer in Spanien keinen guten Zugang zum Justizsystem haben. In einem Telefongespräch mit BuzzFeed News wirft der Anwalt Jesús Díaz Formoso der örtlichen Polizeibehörde, der Arbeitsinspektion und dem Amtsgericht Bestechlichkeit vor.

    Formoso vertritt Erntehelferinnen des Unternehmens „Doñana 1998“. Der Anwalt sagt, ihm werde seit mehr als einem Monat der Zugang zu Akten seiner Mandantinnen verwehrt. Jetzt wollen Formoso und seine Kollegen eine Klage bei einem speziellen Anti-Korruptionsgericht in Madrid einreichen.

    „Hundert Frauen haben uns gegenüber schwere Verstöße gegen das Arbeitsrecht und sexuelle Übergriffe gemeldet“, schreibt er in einer Email an BuzzFeed News. Im Betreff steht: „Wir sind die Anwälte der Sklaven von Huelva.“ Es klingt wie eine Kampfansage.


    Hier findest Du alle Beiträge von BuzzFeed News Deutschland. Mehr Recherchen von BuzzFeed News Deutschland findest Du auch auf Facebook und Twitter oder im RSS-Feed. Mehr Informationen über unsere Reporterinnen und Reportern, unsere Sicht auf den Journalismus und sämtliche Kontaktdaten – auch anonym und sicher – findest du auf dieser Seite.


    Pascale Müller ist Reporterin für Politik und sexualisierte Gewalt. Kontakt: Pascale.mueller@buzzfeed.com

    Contact Pascale Müller at pascale.mueller@buzzfeed.com.

    Stefania Prandi is an award-winning journalist and photographer. She reported for example from Ethiopia, Argentina, Morocco, Spain and Italy – and published among others with Vice, Al Jazeera and El País. In April 2018 she published her first book in Italian, Oro rosso.

    Contact Stefania Prandi at prandi.stefania@gmail.com.

    Got a confidential tip? Submit it here

    Hat dir dieser Beitrag gefallen? Möchtest du jede Woche von uns hören?

    Dann melde dich bei unserem Newsletter an. Wir schicken dir die besten Recherchen, nicht nur unsere eigenen. Und erklären, wie wir bei BuzzFeed arbeiten. Kostenlos.

    Newsletter signup form