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Töchter, Mütter und Schwiegermütter: Liebe zwischen Geburt und Tod

Meine Mutter und ich hatten schon immer Probleme miteinander. Ich war überzeugt, es war meine Schuld. Dann kümmerte sich während einer schlimmen Zeit in meinem Leben meine Schwiegermutter um mich. Danach wurde alles anders.

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Heute, acht Jahre später, kann ich es sagen: Gleich in dem Moment, als mir meine Tochter Hope – dieses pinkfarbene, frisch geborene Baby – an die Brust gelegt wurde, stimmte etwas nicht. Ich spürte weder Liebe noch Freude, sondern nur Panik. Ich war noch keine zwei Minuten Mutter, und schon machte ich mir Sorgen, ob wir das mit dem Stillen hinbekommen würden. Dabei war meine Schwangerschaft perfekt verlaufen, wie aus dem Bilderbuch – ich war glücklich verheiratet, Hope war ein Wunschkind, und es war eine so problemlose Geburt gewesen, dass meine Frauenärztin meinte, ich könnte eine ganze Fußballmannschaft auf die Welt bringen. Es dauerte einige Woche, bis mir klar wurde, dass Hope zwar gesund war, aber ich nicht. Irgendwann konnte ich meiner Krankheit einen Namen geben – ich litt an Wochenbettdepression – und schließlich wurde ich wieder gesund. Aber eine Zeitlang fühlte es sich an, als hätte ich alles Gute in meinem Leben am Tag der Geburt verloren.

Schon wenige Tage nach der Geburt von Hope musste Rich, mein Ehemann, wieder zurück ins Büro, mit seinen langen Arbeitszeiten in der Anwaltskanzlei und einem zweistündigen Arbeitsweg hin und zurück. Meine Mutter kam aus Kansas nach Los Angeles, wo wir wohnten. Sie blieb drei Wochen und half mir. Während dieser Zeit gingen wir immer davon aus, das ich bald besser mit dem Muttersein zurechtkommen würde. Mama unterstützte mich, wo sie konnte – sie wechselte Hopes Windeln, zog ihr Baumwollkleidchen mit Blumenmuster an, dazu mit Rüschen besetzte Söckchen und passende, weiche Lederschuhe. Ich saß währenddessen die meiste Zeit in meinen Umstandskleidern herum, weinte oder war kurz davon, in Tränen auszubrechen.

„Ich mache mir Sorgen um dich“, sagte Mama eines Morgens mit ernster Stimme. Sie hatte Hope gerade in eine Babywippe gesetzt, an der kleine Teddybären hingen.

„Es ist alles okay mit mir“, erwiderte ich schnell. „Viele junge Mütter haben den Baby-Blues.“

Seit sie Anfang zwanzig war, hatte meine Mutter sich um meinen Vater, meinen Bruder und mich gekümmert. Beschwert hat sie sich nie, aber ich meinte, entdeckt zu haben, was der Preis für dieses aufopferungsvolle Leben war: Mama war dann am glücklichsten, wenn wir nicht da waren: in der Kirche, wenn sie die Hunde streichelte oder sich etwas im Fernsehen anschaute. Ich versuchte, ihr Leben leichter zu machen, indem ich meine Probleme vor ihr verheimlichte und manchmal sogar vor mir selbst nicht wahrhaben wollte. Aber in dieser Woche war ich zu schwach, um meiner Mutter etwas vorzuspielen.

„Vielleicht hättest du keine Kinder kriegen sollen”, sagte Mama an einem dieser endlosen Tage, seit Hope auf der Welt war. Sie stand in ihren roten Caprihosen und einem kurzärmligen weißen Hemd am Spülbecken und machte mir mein Müsli. Beim Rühren schlug der Löffel anklagend gegen die tönerne Schüssel, ihre kurzen dunklen Haare saßen perfekt.

Die Bemerkung meiner Mutter tat weh, aber mehr noch verriet sie mir zwei Dinge: Sie war sehr besorgt um mich, und sie würde mir nicht helfen können. Auch Rich machte sich Sorgen, aber ihm und allen anderen konnte ich auch nicht sagen, was mit mir nicht stimmte und wie sie mir helfen könnten. Und er musste arbeiten, deshalb bemühte ich mich, dass er nicht mitbekam, wie schlecht es mir ging. Aber ich hatte noch eine Hoffnung: Vielleicht konnte Richs Mutter, Teri, mich irgendwie wieder zu der machen, die ich vor der Geburt gewesen war.

Teri kam am selben Tag, als meine Mutter abreiste. Sie war damals 53, nur zwanzig Jahre älter als ich. Alles an meiner hochgewachsenen, blond gefärbten Schwiegermutter war weich – ihr Körper, ihre Stimme, die Art, wie sie sich in der Welt bewegte. Dinge, die zu meinem normalen Leben gehörten – mein Job bei einer Zeitschrift genauso wie die Blumengestecke aus leuchtenden Gerberas auf meiner Babyparty – waren für sie atemberaubend und wundervoll. Ich fand ihre Art wohltuend und gleichzeitig naiv.

An diesem Abend folgte mir Teri im Haus herum und durch unsere Schiebetür hinaus in den Garten und wieder zurück ins Wohnzimmer, während ich ohne Erfolg versuchte, Hope die Brust zu geben und sie zum Schlafen zu bringen. Die ganze Zeit machte Teri dabei leise gluckende Geräusche. Am nächsten Morgen wachte ich früh um 5 Uhr auf, stolperte ins Kinderzimmer und sah von der Tür aus, dass Hope noch schlief. Ich ging ein paar Schritte weiter zu dem kleinen Gästezimmer. Das zerknitterte weiße Leintuch neben Teri sah einladend aus. Mir war bewusst, dass man sich nicht einfach so neben seine schlafende Schwiegermutter ins Bett legt, und dass ich mich seltsam verhielt. Aber in diesem Moment hatte ich keine andere Wahl: Entweder kroch ich zu Teri ins Bett, oder ich ging die Treppen hinunter und zur Tür hinaus und kam nie wieder zurück.

Teri öffnete die Augen und lächelte schläfrig. Ihre dünnen Haare lagen auf dem Kissen. „Na, hallo, Kleines.“

„Ich weiß nicht, was los ist“, sagte ich leise und fuhr mit den Fingern am Rand des Leintuchs entlang, während mir die Tränen kamen. „Das ist doch nicht mehr normal, oder?“

„Mir kommt es ziemlich schlimm vor“, sagte sie bedächtig.

Diese Antwort hatte ich nicht erwartet, auch nicht die Art, wie Teri es sagte. Sie bestätigte mir, dass es ein Problem gab, ein großes Problem sogar. Aber es fühlte sich nicht an wie ein Vorwurf, und es war auch nicht so schlimm, wie es sich bei meiner Mutter angefühlt hätte. Es war einfach die Wahrheit.

„Ich hatte auch eine Depression“, erzählte Teri. „Bevor ich mich von Richs Vater trennte. Manchmal bin ich nur so rumgefahren. Ich habe mit dem Gedanken gespielt, mich mit dem Wagen vom Huntington Beach Pier ins Meer zu stürzen.“

Einen Moment lang waren wir beide still.

„Ich möchte wieder im Krankenhaus sein“, flüsterte ich und schaute dabei zur Decke. „Am liebsten würde ich mir beide Beine brechen. Dann müsste sich jemand anderes um Hope kümmern, und niemand würde mir deswegen Vorwürfe machen.“ Ich hielt den Atem an und wartete, dass sich der Boden unter mir auftat und mich verschlang, weil ich jemandem mein schreckliches Geheimnis anvertraut hatte.

Stattdessen setzte sich Teri auf. „Dir wird es wieder besser gehen, Kleines“, versprach sie mir mit ihrer weichen Stimme. Sie rieb mir den Arm und schaute mir direkt in die Augen. „Ich reise erst wieder ab, wenn es dir besser geht.“

Ich weinte, doch dieses Mal war es vor Erleichterung. Der Ärmel von Teris weißem Baumwollnachthemd mit den winzigen blauen Blumen wurde ganz feucht von meinen Tränen.

Ein paar Tage später verschrieb mir meine langjährige Ärztin Antidepressiva und viel Schlaf. Sie versprach mir, dass ich wieder in Ordnung kommen würde. Doch es würde nie wieder so sein wie früher, denn jetzt wusste ich, was es bedeutete, eine Depression zu haben. Hope hatte Gewicht verloren, und ich wechselte zu Ersatzmilch, die sie gierig und glücklich trank. Teri übernahm die Nachtschichten, und sie blieb auch den ganzen Tag wach und half mir und Hope dabei, eine Beziehung zueinander aufzubauen.

„Deine Mutter ist klasse“, sagte ich eines Abends zu Rich, als wir um halb neun vollkommen beglückt ins Bett fielen bei der Aussicht auf mehrere Stunden ununterbrochenen Schlafs. „Als ich dich geheiratet habe, hatte ich keine Ahnung, das ich gleich zweimal das große Los ziehe.“

Meine Mutter machte sich Sorgen und rief täglich an, und wir unterhielten uns über Hopes Gewichtszunahme und wie wir uns den ganzen Tag beschäftigten. Bevor Mama abgereist war, hatte ich sie gefragt, ob sie wiederkommen könne, wenn Teris Woche vorbei sei. „Ja klar, ich komme“, hatte sie mit wenig Begeisterung erwidert. Doch nun hatte Teri mit ihrem Chef vereinbart, dass sie noch eine weitere Woche bleiben konnte. An diesem Abend am Telefon sagte ich zu Mama: „Teri kann doch bleiben. Du brauchst nicht zu kommen.“ Kaum hatte ich es gesagt, wollte ich meine Worte sofort zurücknehmen. Ich hatte viel zu deutlich durchblicken lassen, dass Teri da war und ich deshalb Mama nicht brauchte. „Also, ich meine, Teri ist okay“, schob ich wenig überzeugend nach.

„Ja, ich weiß“, erwiderte meine Mutter ganz sachlich. „Sie ist ein sehr mütterlicher Typ.“

Meine Mutter hatte vor Jahrzehnten Brustkrebst gehabt, und ein Jahr nach Hopes Geburt kam der Krebs zurück. Und ich war wieder schwanger. Mein Mann und ich stammen beide aus dem Mittleren Westen, und unsere Mütter riefen uns nach Hause – zumindest kam es uns so vor. Rich fand einen Job in Kansas City, und wir kauften ein Haus, das mit dem Auto zehn Minuten von Mama und zehn Minuten von Teri entfernt war. Unsere drei Häuser formten auf der Karte ein nicht ganz gleichschenkliges Dreieck. Mama begann mit der Chemotherapie. Die beiden Großmütter passten abwechselnd auf Hope und unseren neu geborenen Sohn Gabriel auf, während ich Teilzeit als freiberufliche Zeitschriften- und Web-Redakteurin arbeitete.

Ich nahm mir tausend Mal vor, Mama nicht mit Teri zu vergleichen, und dann tat ich es trotzdem. Abends um fünf bog ich in die Sackgasse ein, in der Teri und ihr Mann wohnten, und ich fand sie und die Kinder im Garten hinter dem gelben Haus, wo sie Sand in einen schildkrötenförmigen Sandkasten schaufelten. „Wir haben Auto gespielt und dann haben wir bei Renee gebastelt, und als ich auf die Uhr schaute, war es schon halb zwei“, begrüßte mich Teri oft, und sie grinste, weil sie beim Spielen das Mittagessen vergessen hatten. „Und wie war dein Tag, Kleines?“

Mama dagegen zog es vor, bei uns zuhause auf die Kinder aufzupassen. Schon, wenn ich zur Tür hineinkam, verkrampfte ich mich innerlich. Irgendetwas war immer schief gegangen – die Hunde der Nachbarn hatte während des Mittagschlafs der Kinder gebellt, oder Hope weigerte sich, Socken anzuziehen, oder es war wieder einmal kein Brot da.

Ich wusste, dass meine Mutter mit dem Krebs kämpfte und dass es sehr schwer für sie war, auch wenn sie nicht gerne mit mir darüber redete. Und ich wusste, dass Dinge wie belegte Brote und Socken ihr wichtig waren.

Ich wünschte mir, was ich mir immer wünschte, wenn Mama enttäuscht war – dass ich eine bessere Tochter sein könnte. Doch Teri zeigte mir ständig ein anderes Bild, eines, in dem ich und meine Familie so etwas wie berühmte Rockstars waren. Mir kam ein Gedanke, den ich kaum zulassen wollte: War es möglich, dass die Spannungen zwischen meiner Mutter und mir nicht nur meine Schuld waren?

Ich überlegte, ob ich mit Mama darüber reden sollte. Dass ich Teri ins Herz geschlossen hatte, aber eigentlich auch ihr näher sein wollte. Aber ich wusste nicht, wie ich es sagen sollte, schon gar nicht, als wir erfuhren, dass Mamas Krebs unheilbar war. Ich nahm mir vor, ihr gegenüber verständnisvoller zu sein und nichts über meine Gefühle für Teri zu sagen. Teri und ich hatten immerhin noch Jahrzehnte zusammen, während Mama und mir nicht mehr viel Zeit blieb. Doch eines Tages – es war Anfang Juni, Hope war vier und Gabriel drei – wurde Teris Haut gelb. Die Computertomographie zeigte einen Tumor in ihrer Bauchspeicheldrüse. Der Arzt sagte, dass er nur noch mit ihr beten könne. Das fragile Dreiecksverhältnis zwischen Mama, Teri und mir implodierte. Jetzt, wo beide Mütter schwer krank waren und uns die Zeit davonlief, hatte ich das Gefühl, dass ich mich entscheiden musste.

Ich redete mir ein, dass ich mich so sehr um Teri kümmerte, weil es sonst niemanden gab, der ihre medizinischen Komplikationen verstand und sich für sie einsetzte. Mama dagegen war selbst Krankenschwester. Mein Vater und mein Bruder waren beide Röntgenärzte, und meine Tante war ebenfalls Krankenschwester. Sie alle waren für Mama da. Doch in Wirklichkeit wollte ich lieber Teri helfen und bei ihr sei, und sie freute sich, dass ich da war. Deshalb kümmerte ich mich um sie. Immer, wenn ich darüber nachdachte, kam ich mir halb wie eine Kämpferin und halb wie eine Verräterin vor.


Mama und ich telefonierten fast jeden Tag, und ich besuchte sie mindestens einmal in der Woche. Und ich unterhielt mich oft mit Familienmitgliedern über sie oder wir emailten. Doch abends, wenn die Kinder im Bett waren und die Geschirrspülmaschine lief, fuhr ich mit dem Auto meistens in eine Richtung: nach Süden zu Teri. Oft brachte ich Milchshakes von McDonald's mit, und wir tranken sie zusammen auf ihrem Bett, während wir uns Big Brother anschauten, über das Privatleben ihrer Onkologin spekulierten oder uns darüber amüsierten, wie Hope „Brenzel“ aussprach. Eine Zeitlang dachte ich, ich müsste Teri retten – den richtigen Arzt für sie finden oder die richtige Art von Chemotherapie. Ich dachte, ich müsste ihr beweisen, dass ich wirklich die wundervolle Tochter war, für die sie mich hielt. Aber je mehr Zeit wir miteinander verbrachten, desto klarer wurde mir, dass ich mir Teris Liebe nicht verdienen musste.

Ich wusste nie, wer von beiden zuerst sterben würde, doch nach knapp einem Jahr war Teri tot. Zwei Tage nach dem Begräbnis war ich vollkommen erschöpft und leer. Ich war endlich bereit, zu Mama zu gehen. Meine Familie hatte meinen Einsatz für Teri größtenteils verständnisvoll aufgenommen. Doch gelegentliche Kommentare von meinem Bruder – „Du hast nur eine Mutter, weißt du“ – oder meiner Tante – „Du kommst schon, oder? Weil ich sie nämlich nicht alleine zum Arzt bringen kann“ – gaben mir das Gefühl, dass an meiner Loyalität gezweifelt wurde.

Mama lächelte, als ich in ihr Schlafzimmer kam. Sie trug einen rosa Baumwollhut auf ihrem rasierten Kopf.

„Kann ich mich zu dir setzen?“, fragte ich, und sie lud mich mit einer schwachen Handbewegung ein, neben ihr auf dem Bett Platz zu nehmen.

Den nächsten Monat war ich ständig bei meiner Mutter. Ich half ihr in eine andere Position oder holte ihr die Cola vom Nachttisch und hielt den Strohhalm für sie, damit sie leichter trinken konnte. Wir blätterten in Katalogen für Kinderkleidung und rätselten, welche Oberteile nach Meinung der Designer wohl zu welchen Unterteilen passen sollten. „Das würde Hope wirklich gut stehen“, sagte sie mit belegter Stimme, und ich knickte an der Seite die Ecke um. Manchmal hielt ich einfach ihre Hände, und wir beobachteten zusammen die Schatten an der Wand.

Ich kann nicht genau sagen, was sich zwischen uns in diesem letzten Monat vor ihrem Tod geändert hatte. Sie wusste, dass sie sterben würde, und ich musste mich nicht länger um Teri kümmern. Ich denke, deshalb konnte Mama endlich ihre Rolle als „starke Mutter“ aufgeben und nur sie selbst sein – eine sterbende Frau, die sich die Hilfe ihrer Tochter wünscht. Und ich konnte es zulassen. Die Liebe von Teri hatte dieser kleine zweifelnde Stimme in mir, ob ich denn auch gut genug sei, endlich zum Verstummen gebracht. Deshalb konnte ich einfach für Mama da sein, ohne mehr zu verlangen, als sie mir geben konnte.

Eines Nachmittags rief ich im Büro meiner Eltern meine Emails ab. Mein Laptop stand auf dem polierten Holzschreibtisch, der einmal meinem Bruder gehört hatte. Ich schaute hoch, und mein Blick fiel auf ein Foto aus meiner Schulzeit, das dort an der Pinnwand hing. Auf dem Bild hatte ich lange braune Ringellocken, ich trug abgeschnittene lila Latzhosen und hatte zu viel Rouge aufgelegt. Mir wurde mit einem Mal klar, dass Teri dieses Mädchen nie gekannt hatte, auch nicht all die anderen Versionen von mir, für die Mama immer da gewesen war. Mama hatte immer nur das für mich gewollt, was ich mir wünschte – egal, ob es ihre goldenen Creolen-Ohrringe waren, die ich in der elften Klasse fast jeden Tag getragen hatte, oder die bedingungslose, unkomplizierte Liebe einer anderen Mutter. Ich saß zwischen den alten Glückwunschkarten, den Rechnungen und meinem Foto, und ich verstand plötzlich: Es war kein Zufall, dass Mom ihre Chemo erst in dem Moment abgesetzt hatte, als Teri gestorben war. Sie hatte mir diese letzte Zeit mit Teri nicht nehmen wollen, und deshalb hatte sie so lange wie nötig durchgehalten, damit Teri als Erste aus dem Leben scheiden konnte.

An diesem Abend packte ich wie immer meine Sachen zusammen, doch bevor ich ging, stellte ich meine Tasche noch einmal ab und ging zurück zu Mama ins Schlafzimmer.

„Ich bin dir so dankbar für alles, was du in meinem Leben für mich getan hast“, sagte ich. Dabei schaute ich sie an und legte meine Hand auf ihre.

„Ich wünschte, ich hätte mehr für dich tun können“, erwiderte sie mit Tränen in den Augen. Damit hatte ich nicht gerechnet.

„Du warst immer da für mich“, sagte ich und hatte einen Kloß im Hals. „Und jetzt bin ich wirklich glücklich.“

Als ich unter den baumüberwachsenen Straßen im Viertel meiner Eltern heimfuhr, gingen mir Mamas Worte nicht aus dem Kopf. Und ich wurde den Gedanken nicht los, dass sie sich, während ich mir immer gewünscht hatte, eine bessere Tochter zu sein, insgeheim etwas ganz Ähnliches gewünscht hatte.

Dieser Post wurde aus dem Englischen übersetzt von Lisa Kuppler.

Kim Schworm Acosta is a writer and editor specializing in health, parenting, faith and encouragement. Her work has appeared in "Parents," "Brides," and other national publications and web sites. She is currently writing a book about her moms.

Contact Kim Schworm Acosta at kschworm@yahoo.com.

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