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Syrische Teenagerin, die sinkendes Boot an Land geschoben hat, will zu den Olympischen Spielen

Vor neun Monaten musste Yusra Mardini um ihr Leben schwimmen. Jetzt könnte sie an den Olympischen Spielen in Rio teilnehmen.

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Das ist die 17-jährige Yusra Mardini, die aus Syrien geflohen ist. Sie musste um ihr Leben schwimmen, als das Boot, mit dem sie nach Europa wollte, zu sinken begann.

Nach einem Motorschaden sammelte sich Wasser im Boot und es begann zu sinken. Mardini hatte die Wahl: Sich selbst zu retten oder ihr eigenes Leben aufs Spiel zu setzen, um den anderen Passagieren zu helfen.

Die Entscheidung war einfach, erzählte Mardini der Flüchtlingsbehörde der U.N. in einem Interview. Es waren etwa 20 Menschen an Bord, und nicht alle konnten schwimmen. "Es wäre eine Schande gewesen, wenn die Menschen in unserem Boot ertrunken wären", sagte sie.

UNHCR/Gordon Welters

Mardini trainiert seit Jahren und hat 2012 für Syrien an den Schwimmweltmeisterschaften in der Türkei teilgenommen. Sie träumt schon lange von den Olympischen Spielen — jetzt hat sie die Chance darauf.

Zusammen mit ihrer Schwester Sarah sprang Mardini in das eiskalte Wasser und begann zu schwimmen, in der Hoffnung, der Motor würde wieder starten. Das passierte nicht und die beiden schoben das Boot dreieinhalb Stunden lang.

Nur durch ihren Durchhaltewillen gelang es ihnen, das Boot zur griechischen Insel Lesbos zu schwimmen. Mardini und Sarah beschlossen dann nach Deutschland zu reisen, in der Hoffnung ein neues Leben zu beginnen.

Kurz nach dem sie in Berlin ankamen, verwies eine Hilfseinrichtung die Schwestern an einen Sportverein, in dem der Trainer begeistert war und ein hohes Ziel setzte. "Unser Ziel sind die Olympischen Spiele 2020 in Tokio", sagte er.

So wurde Mardinis Traum von den Olympischen Spielen Wirklichkeit.

Dann entschied das Internationale Olympische Komitee (IOC), dass zum ersten Mal ein Team bestehend aus Flüchtlingen in Rio de Janeiro teilnehmen darf — und Yusra ist eine von 43 Auserwählten, die eine Chance hat, diesen Sommer bei den Olympischen Spielen in Brasilien dabei zu sein.

Wenn sie die Qualifikationszeit schafft, könnte sie eine von fünf oder zehn Leute sein, die Flüchtlinge in Brasilien repräsentieren.

"Ich möchte, dass niemand seine Träume aufgibt und jeder macht, was ihm am Herzen liegt", sagte sie. "Selbst wenn es unmöglich ist, selbst wenn die Bedingungen schrecklich sind. Man weiß nie, was passiert. Gib nicht auf."

Und trotz ihrer Zuflucht in Deutschland, möchte sie nach dem Krieg zurück nach Syrien gehen. "Ich vermisse Syrien", sagte sie. "Ich glaube, nach dem Krieg werde ich mit all meinen Erfahrungen zurückkehren und werde allen berichten, was ich hier in Deutschland hatte."

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