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So reagierten meine Kollegen, als sie sich die "Bravo Hits 1" anhörten

"Die Songs klingen wie polyphone Klingeltöne."

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Juliane: Das erinnert mich an Vangelis.

Karsten: Ich war damals zwei Jahre alt.

Anna: Und ich war noch nicht in Deutschland. Da war ich vier.

Philipp: Ganz schön langes Intro.

Lena: Hat Scooter davon schon einmal einen Remix gemacht? Klingt so.

Philipp: Hatte die Bravo nicht das Geld für bessere Lieder von KLF?

Juliane: Das ist Vangelis, der durchdreht. Das Lied fällt durch.

2. U96 – Das Boot

Lena: Oh Boy!

Karsten: Waren ewig lange Intros damals ein Ding?

Sebastian: Karsten, da sind die Leute voll drauf abgegangen.

Philipp: Das Lied haben wir gehört, als ich damals bei meinem besten Freund Jan-Rüdiger übernachtet habe.

Anna: Bis das mit den Beats los ging, hörte es sich wie Faithless an. Ist das der Techno aus den 90ern?

Philipp: Das ist Techno.

Karsten: Hört sich an, als ob die Kassette falsch eingelegt wurde.

Juliane: Das war visionär!

Anna: Hört sich an wie bei einer schlechten Game-Show.

Philipp: Und was ruft er immer? Übersetzen?

Karsten: Ich bin so froh, dass ich damals noch nicht so viel mitbekommen habe.

3. Marky Mark & The Funky Bunch – I Need Money

Juliane: Oh, das kenne ich.

Philipp: Das war doch die Zeit, als Mark Wahlberg immer seine Unterhosen gezeigt hat.

Sebastian: Ich kann mich an das Lied überhaupt nicht erinnern.

Philipp: Ich war mal auf einer Überfahrt von Dänemark nach Norwegen, was damals vier Stunden gedauert hat. Ich saß da unter einem Fernseher, auf dem vier Stunden in Dauerschleife "Life in the Streets" von Marky Mark lief. Das war auch einer dieser Unterhosen-Songs.

Juliane singt: Life in the Streets isn't easy ...

Philipp: Ist das noch HipHop?

Karsten: Außer dem Kassenklingeln habe ich nichts verstanden.

Philipp: Als ob Du bei Moneyboy was verstehst.

Juliane: Oh. Obsession!

Lena: OMG. Wer ist das?

Sebastian: Army of Lovers.

Juliane: Ich weiß noch, wie die eine Frau von Army of Lovers gesagt hat, dass sie nie in die Sonne geht, weil sie sonst Falten bekommt.

Anna: Ist das eine deutsche Band?

Sebastian: Nee, aus Schweden.

Juliane: Die Frauen waren krass geschminkt und hatten die Brüste so hochgedrückt.

Sebastian: Und die Männer diese D'Artagnan-Bärtchen.

Lena: Das Ding bei den Bravo Hits war ja, dass immer nur der zweitgrößte Hit drauf war. Das merkt man hier.

Anna: Wie hat man denn dazu getanzt?

Sebastian: Stehblues.

5. Right Said Fred – Don't Talk Just Kiss

Karsten: OMG, das habe ich schon einmal im Aufzug gehört. Der Song kommt ohne Bass aus.

Juliane: Ich liebe dieses Lied.

Lena: Einer der schlimmsten Ohrwürmer überhaupt.

Juliane: Right Said Fred freaken mich total aus, weil die nicht gealtert sind. Die sehen immer noch genau so aus wie damals.

Philipp: Die sind halt nie in die Sonne gegangen.

Karsten: Der erste Song, der richtig guter Pop ist.

Lena: Ich verstehe jetzt das erste Mal den Text.

Anna: Was singen sie denn?

Juliane: Don't talk just kiss. Let your tongue fool around.

6. Depeche Mode – World In My Eyes

Anna: Das hört sich doch alles so an wie polyphone Klingeltöne.

Juliane: Das klingt so furchtbar. Ist das Depeche Mode?

Sebastian: DeMo!

Juliane: Erinnert mich an die unzähligen DeMo-Partys in Ostdeutschland.

Karsten: Das Lied macht nichts Gutes mit mir.

Sebastian: Balladen sind das sichere Zeichen dafür, dass es mit einer Band bergab geht.

Anna: Da war doch Marky Mark dabei.

Sebastian: Nee, aber sein Bruder Donnie. Ich kann sogar alle Namen noch: Danny, Donnie, Jon, Jordan und Joey.

Karsten: Ach, die Backstreet Boys waren gar nicht die erste Boy-Band?

Lena: Klassische Stehtanz-Musik, obwohl ich damals noch nicht Stehtanz gemacht habe.

Anna: Boyz II Men haben besser gesungen.

Karsten: Diese Glöckchen. Klingt wie ein Weihnachtslied.

8. Hape Kerkeling – Hurz!!!

Lena: Das war auf einer Bravo Hits?

Philipp: Das gab es als Lied?

Karsten: Das ist voll der Raab-Beat.

Philipp: Hape Kerkeling war unser Stefan Raab.

Karsten: Wir hatten "Waddehaddedudeda" und ihr das hier. Mmmh.

Anna: Was soll dieses "Hurz"?

Juliane: Du kennst das nicht? Warte, ich zeige es Dir.

Juliane: Oh, der Karaoke-Klassiker. Wie hießen die?

Sebastian: Mr. Big.

Anna: Wie der Mr. Big aus Sex and the City?

Philipp: Das ist der erste Song, der als Pop-Song gut funktioniert.

Karsten: Klingt wie ein Kirchen-Chor.

Anna: Stimmt, das ist voll die Kirchenband.

Sebastian: Quatsch, das waren voll die Rocker. Mit langen Matten.

Lena: Das lief auf jeder Klassendisko. Licht aus. Und ein Teelicht in die Mitte.

10. Clouseau – Close Encounters

Juliane: Das Intro. Geil.

Sebastian: Die habe ich als Vorband von Roxette 1992 live gesehen.

Philipp: Das sind doch die Ausläufer aus den 80ern.

Karsten: Der Song läuft seit eineinhalb Minuten und ich habe keine Ahnung, ob er schon richtig losgegangen ist.

Anna: Könnte aus einem Soundtrack aus einer Sat1-Eigenproduktion sein.

Juliane: Wenn Du mit Otto - Der Film aufgewachsen wärst, würdest Du Dich darüber nicht so lustig machen.

11. Ten Sharp – You

Philipp: Oh, das habe ich total vergessen.

Juliane: Ein richtiger Schmuse-Hit.

Karsten: Ich verbinde mit allen Liedern, dass ich im Auto hinten sitze.

Philipp: Aber ja, wir alle.

Sebastian: Meine erste Beinahe-Freundin stand total auf dieses Lied.

Philipp: Damals war das Popkultur und heute läuft es auf NDR2. Auch traurig.

Philipp: Endlich ein Lied mit Klatschen.

Juliane: Auf der Bravo-Hits nur wegen der Aral-Werbung.

Lena: Stimmt, das Lied ist doch viel älter als 1992.

Philipp: Die kürzeste Idee aller Zeiten im gefühlt längsten Werbespot aller Zeiten.

Lena: Das Lied hat wenigstens Groove.

Sebastian: Wobei ich nicht verstehe, wie man sich im Werbespot freuen kann, mit einem Benzinkanister die Straße entlangzulaufen.

13. Roxette – Church of Your Heart

Sebastian: Die beste Band überhaupt.

Lena: Wenn Du das sagst, werde ich misstrauisch.

Juliane: Das ist ein echtes Scheißlied.

Sebastian: Ich mochte immer die Lieder, wenn der Kerl von Roxette gesungen hat.

Anna: Wer hat "Roxanne" gesungen?

Sebastian: Sting.

Lena: Wirklich kein gutes Roxette-Lied. Ich mochte es immer, wenn beide zusammen gesungen haben.

Anna: Ganz schön langweilig.

Karsten: Sagt viel über 1992 aus, wenn Hape Kerkeling mit "Hurz" das einzige deutschsprachige Lied auf den Sampler bekommen hat.

Sebastian: Komisches Lied.

Philipp: Solche Lieder hatten die immer darauf. Songs, die total abgedreht waren. So auf dem Goa-Trip.

Juliane: Wir wussten doch gar nicht, was Goa ist. Wir dachten, dass sei Schokolade.

Karsten: Das kenne ich. Aber ich weiß nicht woher.

Juliane: Ich kenne das. Aber nur schneller.

Alle: Oh ja. Doch.

Juliane: Das war unser Techno.

Philipp: Und dazu haben wir uns Sonnenblumen in die Haare gesteckt, Warnwesten angezogen und Staubmasken aufgesetzt.

Anna: Das ist doch ein Scherz.

Philipp: Nee. Echt.

Anna: Wie tanzt man denn dazu?

Philipp: So eine Mischung aus "Ich sehne mich nach allem" und "Ich muss eigentlich aufs Klo".

Sebastian: Strobo-Licht an und dann sieht doch jede Bewegung gut aus.

Karsten: Ich habe meine Mutter mal gefragt, was der Text des Liedes bedeutet. Sie hat gesagt: "Es ist ein schöner Tag. Menschen öffnen Fenster."

15. Osmond Boys – Show Me The Way

Sebastian: Noch so eine Boyband.

Lena: Das ist aber weichgespült.

Philipp: Keine Ahnung, wer das ist.

Juliane: Total langweilig.

Sebastian: Da zündet nichts.

Lena: Ist wie bei allen Bravo Hits. Da waren zwei Hits drauf und sonst nur Quatsch, den keiner hört.

Philipp: Wie viele Schulpartys wohl an dieser Art von Samplern kaputt gegangen sind?

16. Various Items – I Wanna Be A Kennedy

Sebastian: Das klingt schon wieder so nach U96.

Lena: Oder nach Crazy Frog.

Juliane: Klingt ein bisschen wie "Fade to grey" als Techno-Version.

Lena: Das galt als harte Musik.

Juliane: Jetzt mit Warnweste und zwei Leuchtstäben in der Hand abgehen.

Karsten: Klingt wie ganz langsamer Skrillex.

Lena: Und das ist der Ausstieg aus der Bravo Hits?

Fazit

Philipp: Ich hatte auf der Bravo Hits mehr Kitsch erwartet. Aber das ist einfach nur weichgespült.

Karsten: Und nur ein einziges Hip-Hop-Stück.

Anna: Und dann noch Marky Mark.

Philipp: Dafür, dass die Bravo Hits eine Säule meiner Jugend waren, ist das ganz schön traurig. Aber jeder hat mal klein angefangen.

Anna: Ich bin erst bei Bravo Hits 18 eingestiegen. Mit "Ö La Palöma Blanca". Das war meine erste Begegnung mit Deutschland.

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