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13 Dinge, die Du über Migräne wissen musst

Zum Beispiel, wie und warum sie Leben ruinieren.

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1. Migräne ist mehr als nur schlimme Kopfschmerzen.

Das Wort "Migräne" wird häufig synonym zu richtig schlimmen Kopfschmerzen verwendet, aber es handelt sich dabei wirklich um eine genetisch bedingte Erkrankung. Wenn bei jemandem eine Migräne diagnostiziert werde, bedeute das, dass diese Person genetisch anfälliger sei, eine niedrigere Schwelle für Migräne verursachende Stimuli (so genannte Trigger) zu haben, sagt Dr. Merle Diamond, Präsidentin der Diamond-Klinik für Kopfschmerzen in Chicago.

Laut Diamond leiden etwa 45 bis 48 Millionen Amerikaner unter Migräne, und der Durchschnittsmensch hat drei Attacken pro Monat, wovon jede durchschnittlich etwa zehn Stunden andauert. Eine Migräne äußert sich in sehr starken Kopfschmerzen, aber damit einher geht eine Reihe anderer Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen.

2. Manche Migränen haben eine eingebaute Warnung, genannt Aura.

Instagram: @migraine_support / Via instagram.com

"Eine Aura ist im Grunde ein Warnsignal, dass eine Migräne bevorsteht", erklärt Dr. Jaydeep Bhatt, klinischer Assistenzprofessor für Neurologie am NYU Langone Medical Center in New York. Auren können sich visuell äußern, durch grelle oder blinkende Lichter, oder dunkle Zickzack-Linien im Sichtfeld. Sie können sich auch durch ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl irgendwo in deinem Körper ausdrücken. Außerdem können sie die Sprachverarbeitung beeinflussen, so dass der Migränepatient vorübergehend die Fähigkeit zu sprechen, lesen und schreiben verliert.

Auren halten zwischen ein paar Minuten und einer halben Stunde an, sagt Bhatt, und bei den meisten Menschen folgt auf die Aura ein pochender Kopfschmerz (in der Regel auf einer Seite des Kopfes), der eine Menge weiterer Symptome mit sich bringt.

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3. Aber die häufigste Art von Migräne kündigt sich nicht vorher an.

BBC / Via giphy.com

Bhatt erläutert, dass die Mehrheit der an Migräne Leidenden keine Aura haben, so dass die Migräne mit dem Kopfschmerz an sich beginnt. Migränen mit Aura sind die nächsthäufigere Erscheinungsform. Es gibt noch zwei weitere Arten von Migräne, die relativ selten sind: eine Aura ohne Migräne sowie die Basilarmigräne, die ohne Kopfschmerzen verläuft, aber stattdessen einer Höhenangst ähnliche Symptome wie Benommenheit, Schwindel etc. hervorruft.

4. Für manche Menschen beginnt die erste Phase einer Migräne schon Tage vor den Kopfschmerzen.

20th Century Fox / Via instagram.com

"Das Prodrom wird als allererste Phase einer Migräne angesehen, und es beginnt ein paar Tage vor der Aura oder den Kopfschmerzen", sagt Diamond. Während des Prodroms erleben Migränepatienten ein sich wiederholendes oder andauerndes Symptom, wie ständiges Gähnen, einen hartnäckig verspannten Nacken oder sogar ein intensives Verlangen nach stärkehaltigem Essen. Allerdings durchlebt nicht jeder das Prodrom, und in diesem Fall beginnt die Migräne mit der Aura oder den Kopfschmerzen.

Danach folgt die Aura (für die, die sie bekommen — andere treten direkt in die nächste Phase ein: die Kopfschmerzen). Wie oben erwähnt, dauert eine Aura bis zu einer halben Stunde und setzt den Migränepatienten darüber in Kenntnis, dass bald Kopfschmerzen drohen. Anschließend beginnt die Attackenphase. Hier kommen die Kopfschmerzen ins Spiel, und mit ihnen, so Diamond, manche oder alle der folgenden Probleme: Übelkeit, Empfindlichkeit gegenüber Geräusch und Licht, Schwindel, Erbrechen und Nackenschmerzen. Die Kopfschmerzen selbst bleiben zwischen vier Stunden und ein paar Tagen bestehen.

5. In der Attackenphase sind die Schmerzen sehr schlimm.

cheezburger.com / Via giphy.com

Auch wenn Spannungskopfschmerzen oder koffeinbedingte Kopfschmerzen schmerzhaft sein können, sind sie doch nicht zu vergleichen mit den Qualen, die eine Migräne verursacht. Tatsächlich, sagt Diamond, sei das Ausmaß der "Behinderung" eines der Dinge, die eine Migräne von anderen Kopfschmerzen unterscheiden.

Sie führt aus, dass über 50% der Erkrankten ihr berufliches oder privates Leben während ihrer Migräne teilweise zurückstellen müssten, um ihre Kopfschmerzen im abgedunkelten, stillen Schlafzimmer auszusitzen. "Die meisten Menschen wenden sich [wegen ihrer Kopfschmerzen] nicht an einen Arzt, bis sie deswegen Arbeitszeit verpassen. Von 100 Leuten, die in mein Sprechzimmer kommen, um über ihre Migräne zu reden, werden ungefähr 99 mit einer Migräne diagnostiziert", sagt Diamond.

6. Wenn die Kopfschmerzen nachlassen, bleibt bei vielen Menschen ein Migränekater zurück.

Instagram: @kambreea78 / Via instagram.com

Mit der letzten Phase, genannt Postdrom, beginnt die Erholung. In diesen paar Tagen fühlten sich Migränepatienten benebelt und nehmen Informationen nur langsam auf, haben überall Schmerzen und manchmal sogar Erinnerungslücken, sagt Diamond.

7. Migränen treten dann auf, wenn jemand mit einer genetischen Veranlagung zur Migräne einem oder mehreren Triggern ausgesetzt wird.

SCG Power Rangers / Via reactiongifs.com

Um zu verstehen, wie Migränetrigger funktionieren, stelle man sich eine Tür vor, die im geschlossenen Zustand verhindert, dass die Migräne hereinkommt. Die Tür ist im Gehirn eines Migränepatienten geschlossen, solange sie keinen Triggern ausgesetzt ist. Aber jedes Mal, wenn der Patient einem Trigger ausgesetzt ist, öffnet sie sich ein Stück weit, bis sich schließlich eine Migräne festsetzt.

Da Menschen mit Migränen eine "verringerte Belastungsschwelle für jegliche biochemische Abnormalität" haben, wie Bhatt es ausdrückt, bekommen manche Menschen als Antwort auf einen Wechsel in ihren täglichen Gewohnheiten eine Migräne, wie etwa durch einen unregelmäßigen Schlafrhythmus, eine Unterbrechung in der Ernährung (etwa zu lange nichts gegessen), Dehydration oder eine ungewöhnliche Anhäufung von Stress.

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8. Auch Essen, Änderungen im Hormonhaushalt oder sogar das Wetter können Trigger sein.

Sally Tamarkin / Via buzzfeed.com

Unter den häufigsten sind Käse, Schokolade und Wein. Fluktuationen im Hormonhaushalt (wie die Regel) oder sogar Wetterumschwünge können eine Migräne verursachen, wenn es sich dabei um einen Trigger handelt.

Bei manchen Leuten genüge das Auslassen einer Mahlzeit, um die Tür zu einer Migräne zu öffnen, sagt Diamond. Bei anderen sei eine Kombination von Faktoren erforderlich, um die Tür Stück für Stück zu öffnen — wie etwa ein paar stressige Tage auf der Arbeit mit weniger Schlaf, bei denen man das Essen und Trinken vergisst.

9. Was zur Hölle passiert im Gehirn eines Migränepatienten, um so viel Chaos zu verursachen? Zwei neurologische Ereignisse.

Instagram: @wordforwordfactory / Via instagram.com

Bhatt erklärt, dass Gehirnzellen funktionieren, indem sie sich gegenseitig elektrische Signale schicken. Wenn eine Migräne getriggert wird, verbreitet sich eine Welle elektrischer Aktivität — eine so genannte Kortikale Streudepolarisierung — über die Oberfläche des Gehirns und unterdrückt dessen normale elektrische Aktitivät. Tritt diese Unterdrückung in dem Teil des Gehirns auf, der für die Sicht zuständig ist, gibt es eine visuelle Aura. Passiert sie im Teil des Gehirns, der den Gefühlssinn steuert, wird sich die Aura meist über ein Kribbeln äußern. Passiert sie im Teil des Gehirns, der Sprache steuert, wird eine aphasische (sprachstörende) Aura auftreten.

Wenn die Aura-verursachende Kortikale Streudepolarisierung nur der erste Akt ist, dann ist das Hauptereignis die Sensibilisierung des Drillingsnervs, der Schmerzen in Gesicht und Kopf steuert. "Wenn dieser Nerv und seine Zuflüsse und Neuronen chemisch präpariert werden, dann senden sie Signale, die schreckliche Schmerzen verursachen", erklärt Bhatt.

"Das Ding ist, dass diese Nerven Schmerzsignale aussenden, obwohl kein körperlich schmerzhafter Stimulus (wie mit einem Hammer am Kopf getroffen zu werden) präsent ist, sondern eben weil Migränepatienten diese geringere Belastungsschwelle für abnormale Biochemie haben. Mit anderen Worten: Diese Nerven werden sensibilisiert als Antwort auf die Belastung durch einen Trigger oder eine Kombination von Triggern."

10. Wenn es um die Behandlung geht, gibt es rettende Medikamente, die du nehmen kannst, wenn sich eine Migräne anbahnt.

Twitter: @Tychronus

Damit Medizin effektiv den durch eine Migräne hervorgerufenen Kopfschmerz stoppen kann, muss sie genommen werden, bevor der Schmerz eine Chance hat, von seinem Ursprungsort im Hirnstamm zu seinem Zielort in der Großhirnrinde zu gelangen, erläutert Diamond. Für manche Menschen betrage dieses Zeitfenster nur fünf Minuten, für andere bis zu einer Stunde.

Nichtsteroidale Entzündungshemmer wie Ibuprofen oder Naproxen bereiteten manchen Menschen Schmerzlinderung, so Bhatt, indem sie die Ausschüttung von Chemikalien blockierten, die Entzündungen und somit Schmerzen verursachten. Wenn bei dir eine Migräne diagnostiziert wird, könnte dir etwas aus der Familie der Triptane verschrieben werden, die Migräne aufhalten, indem sie einen Typ Serotonin-Empfänger blockieren und dabei helfen, den Schmerz im Drillingsnerv aufzuhalten.

11. Du kannst auch präventive Medikamente einwerfen.

ShopJosieB / Via etsy.me

Laut Bhatt gibt es vier Klassen von präventiven Medikamenten für Migräne. Manche Blutdruckmedikamente werden zur Migränevorsorgung verschrieben, weil sie die Blutgefäße in der Hirnhaut stabilisieren. Diese Blutgefäße verlaufen entlang des Drillingsnervs. Je weniger sie sich also ausdehnten und zusammenzögen, desto unwahrscheinlicher sei es, dass sie "in benachbarten Nerven eine Schmerzreaktion triggerten", sagt Bhatt. Epilepsiemedikamente wie Topamax stabilisieren die Nerven im Gehirn und hindern sie daran, chemische Signale zu senden, die eine Migräne provozieren.

Botox und Cefaly sind neuere (aber von der FDA zugelassene) Behandlungsmethoden zur Migräneprävention. Botox werde strategisch in die winzigen Muskeln um Kopf, Hals und Nebenhöhlen injiziert, um die Muskeln in diesen Gegenden zu paralysieren und damit Migräneschmerzen auszuschalten, erläutert Bhatt. Cefaly sieht aus wie ein medizinisches Diadem. Es wird auf dem Kopf getragen und sendet laut Bhatt "intelligente Signale", um die Elektrizität von schmerzübermittelnden Nerven zu blockieren.

12. Es hilft auch, deinen Tagesablauf so normal, ruhig und ausgeglichen wie möglich zu gestalten.

VH1 / Via giphy.com

"Jede Migräne hat Trigger, die beherrscht werden können, aber ich will nicht, dass meine Patienten Angst vor dem Leben haben. Manchmal bekommt man eine Migräne und weiß nicht, warum", sagt Diamond. Man kann also nicht alles vermeiden, aber der Trick ist, seine persönlichen Gewohnheiten so gleichmäßig wie möglich ablaufen zu lassen.

"Von Migräne betroffene Gehirne stehen gerne jeden Tag zur selben Zeit auf und brauchen sechs bis acht Stunden Schlaf", sagt Diamond. Sie rät dazu, keine Mahlzeiten auszulassen, sondern jederzeit einen Snack griffbereit zu haben, zu viel Koffein zu vermeiden, regelmäßig Sport zu treiben, genug zu trinken sowie eine Gelegenheit zu haben, Stress zu reduzieren und sich zu erholen (Yoga, Meditation, Herz-Kreislauf-Übungen; was auch immer für dich funktioniert). In Sachen Migräne gilt: Je ausgeglichener, desto besser.

Apps wie Migraine Buddy und Migraine Coach helfen dabei, Migränen nachzuvollziehen, Trigger zu identifizieren, und mehr über bedeutende Muster herauszufinden.

13. Wenn du denkst, dass diese schlimmen Kopfschmerzen, wegen denen du nicht zur Arbeit gehen konntest, eine Migräne sein könnten, dann geh zum Arzt.

HBO / Via daddymymouthisfullofstars.tumblr.com

Diamond sagt, es sei wichtig für Migränepatienten, tatsächlich als solche diagnostiziert zu werden, damit sie behandelt werden könnten — sei es durch Medikamente zur Schmerzlinderung, zur Vorsorge oder eine Kombination von beidem. Auch solltest du zum Arzt gehen, damit er dich untersuchen (und eventuell ein MRT machen lassen) kann, um auszuschließen, dass deine Kopfschmerzen einen ernsteren Hintergrund haben.

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