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Diese Demonstranten haben sich Wasserwerfern, Polizei und Staatschefs in den Weg gestellt

Keine Randale, aber auch kein ganz friedlicher Protest: BuzzFeed News hat junge Menschen zwei Tage lang durch den G20-Protest begleitet.

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Susanne sitzt auf einer Straße im Zentrum von Hamburg und blockiert den Konvoi von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Sie hat schon gegen Studiengebühren protestiert und sich für Mitarbeiter von H&M eingesetzt. Jetzt also G20. Gemeinsam mit einigen Hundert weiteren Demonstranten hat sich Susanne vorgekämpft, aus Hamburgs Vorort Altona, an Polizeiketten vorbei, bis fast aufs Gipfelgelände. Ein langer Weg.

Was bringt Menschen wie Susanne dazu, gegen Pfefferspray und Wasserwerfer anzurennen? BuzzFeed News hat sie begleitet, um genau das besser zu verstehen.

24 Stunden bevor Susanne sich auf die Straße setzt, 292 Kilometer von der Hamburger Messen entfernt, parken zehn Reisebusse am Berliner Ostbahnhof. Davor liegen mehrere Stapel aus Zelten, Isomatten und bunten Reiserucksäcken. Es ist Donnerstagmorgen, ein Tag vor dem G20-Gipfel. Etwa vierhundert junge Berliner und Leipziger stehen in kleinen Gruppen um die Busse herum und warten, dass es los geht. Viele engagieren sich beim SDS, der Hochschulgruppe der Links-Partei. Im Konvoi wollen sie nach Hamburg fahren.

Das Grundgesetz garantiert den jungen Aktivisten Versammlungsfreiheit. Außerdem haben Gerichte in der Vergangenheit beschlossen, dass Protest in Hör- und Sehweite der Adressaten möglich sein muss. Übersetzt: Die G20-Staatschefs müssen mitbekommen, dass gegen sie demonstriert wird. Dennoch hat die Hamburger Polizei eine Demonstrationsverbotszone festgelegt. 38 Quadratkilometer zwischen Flughafen, Messegelände und Elbphilharmonie. Dort fahren die Konvois der 20 Staatspräsidenten.

Um sich ihr Recht zu nehmen, wollen die Demonstranten in mehreren Gruppen Richtung Verbotszone laufen und die Zufahrtswege blockieren. Friedlich, ohne Waffen. Ziviler Ungehorsam, nach dem Vorbild Martin Luther Kings und Mahatma Gandhis.

Um elf Uhr fahren die Busse in Berlin ab, die Stimmung ist gelöst. Einige unterhalten sich, andere lesen oder schlafen. Richtung Hamburg verändert sich vor den Fenstern die Landschaft. Das Land wird weiter, der Himmel höher, die Windräder zahlreicher.

Der Hungrige

In der Sitztasche vor Tony steckt das Buch „Wie viel Geschichte braucht die Zukunft“ des Historikers Eric Hobsbawm. Der 21-Jährige Tony lebt in Leipzig und möchte, genau wie alle anderen Demonstranten in dieser Reportage anonym bleiben, um später keine Probleme wegen der vielleicht nicht immer ganz legalen Proteste zu bekommen.

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Tony studiert Geschichte. „Mich interessiert, warum wir bestimmte Dinge als selbstverständlich annehmen“, sagt er. In Leipzig organisiert er Demonstrationen gegen die AfD. Wenn er darüber spricht, blitzen seine hungrigen, blauen Augen auf. G20-Blockaden, da spielt für ihn auch Neugierde eine Rolle. Leute treffen. Sehen, was man reißen kann, wenn man gemeinsam handelt. Energie tanken, für die nächste Demo in Leipzig, bei der er wieder nur mit ein paar Leuten da stehen wird.

„Wir wollen mit der Blockade zeigen, dass wir den G20 als Ganzes ablehnen“, sagt er. „Ich will diesen Schweinen einfach mal zeigen, dass ich dagegen bin.“

Was Tony wichtig ist: Nicht nur mit dem Finger auf den Türkischen Präsidenten Reccep Tayyip Erdogan zeigen und auf US-Präsident Donald Trump, sondern auch Deutschland kritisieren. „Hier wird das Asylrecht verschärft, die griechische Austerität erzwungen, außerdem ist der Türkei-EU-Deal eine Sauerei“, sagt er.

Kurz vor Hamburg steigt die Anspannung im Bus, einige stehen im Mittelgang und halten nach Polizeiautos Ausschau. In der Vergangenheit wurden Konvois von der Polizei gestoppt, die Mitfahrenden zum Austeigen gezwungen, abfotografiert und gefilzt. Einer der Organisatoren steht mit den anderen Bussen im Kontakt. Auf seinem Handy blinkt eine SMS auf: Ein anderer Bus ist in eine Kontrolle geraten. Die Polizei hat alle Handys eingesammelt und ausgelesen. Die Frage steht im Raum, ob das rechtlich einwandfrei ist.

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Der Bus, in dem Tony sitzt, erreicht das Demo-Camp im Altonaer Volkspark im Westen von Hamburg. Eine große Wiese, von Bäumen umstanden, auf der drei bunte Zirkuszelte aufgebaut wurden, ein Kochzelt und kleine Grüppchen von bunten Schlafzelten. Auf eins hat ein Witzbold den Satz gesprüht: „Wenn du ein Wurfzelt hast, hast du die Kontrolle über dein Leben verloren.“

Der Fragende

Felix hat seine Dreadlocks zum Zopf gebunden, Ruhe geht von ihm aus. Vor einer Weile hat er in einem Lesekreis der Rosa-Luxemburg-Stiftung das Kapital gelesen, vor einem Jahr dann seinen Master in Naturressourcen-Management begonnen und entschieden, sich auch aktiv politisch zu engagieren. In Hamburg will er sich vor allem selbst ein Bild machen, ohne die Verzerrung durch die Boulevard-Medien. „Wobei ich natürlich weiß, dass auch die linke Presse einen Filter hat.“

Die Blockade ist für ihn eine Chance, mit relativ wenigen Leuten, einen großen Hebel zu haben. „Das Verhältnis zwischen dem, was verhandelt und beschlossen wird und den Einspruchsmöglichkeiten ist völlig ungleich verteilt. Die Blockade ist eine Möglichkeit, Einspruch zu erheben“, sagt er. „Aber ich habe mich auch gefragt: Lässt das die Fronten zwischen den politischen Gruppen nicht noch mehr verhärten?“

Abends, um 22.30 Uhr hält die Gruppe im Camp ein Plenum ab. Die meisten sitzen im Kreis auf der Wiese, einige stehen. Die Stimmung ist angespannt. Die Berliner gehören zum „Blauen Finger“. Alle in der Gruppe werden blaue Regenjacken tragen und in die gleiche Richtung strömen. Schon seit Wochen wurden Zugangswege ausgekundschaftet und mögliche Blockadepunkte festgelegt. Einige kennen die Wege, sie werden mit einer blauen Fahne vorne weg laufen.

„Es gibt einige Flaschenhälse, durch die wir müssen“, sagt der Plenumsleiter. „Es gibt eine Autobahn, da müssen wir über eine der Brücken gelangen und das gleiche gilt für die Bahnschienen. Falls wir auf Polizeiketten treffen, versuchen wir, sie zu durchfließen. Wir werden das Morgen entschlossen, aber friedlich durchziehen. Wenn es zur Eskalation kommt, dann liegt das nicht an uns, sondern an der Polizei.“ Die Gruppe applaudiert. Einige trinken danach noch ein Bier. Die meisten gehen Zähneputzen und dann in ihre Zelte.

Um 5.30 Uhr morgens versammeln sich mehrere hunderte Leute in der Mitte des Camps. Ein Polizeihelikopter kreist über ihnen. Acht Kilometer sind es bis zu den Messehallen. Neben dem Blauen Finger stehen die Mitglieder des Grünen Fingers, sie tragen grüne Arztkittel, Haarnetze und Mundschutz.

Susanne sagt: „Wir sind so wenige, die Polizei wird uns doch direkt einkesseln.“

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Gemeinsam ziehen die beiden Finger los, am Volkspark-Stadion vorbei, durch den Wald Richtung Autobahn. Einige versuchen mit Sprechchören die Stimmung anzufeuern, aber die Gesichter bleiben ernst. Nach einer Dreiviertelstunde kommt über Megafon die Durchsage: „Wir biegen jetzt ab Richtung Autobahn, von jetzt an ist mit Polizeikontakt zu rechnen.“

Der Schritt wird schneller, die Autobahn kommt in Sicht, nirgends steht ein Polizist, die Gruppe überquert die Fußgängerbrücke, die sich über die Autobahn spannt, einer zündet eine blaue Rauchfackel.

Der Finger biegt in einen schmalen Waldweg ein, links und rechts fällt der Boden steil ab, ein Stück weiter geht es auf einer Straße weiter. An der nächsten Kreuzung steht ein Polizeiwagen und einige hundert Meter weiter wartet eine Reihe Polizisten, Helme auf, Visier runter, Schlagstock gezückt. „Da müssen wir dran vorbei“, kommt die Megafondurchsage. Nur noch gut fünf Kilometer bis zur Messe.

Die erste Reihe des Fingers trägt aufblasbare Gummitiere, um sich vor Knüppelschlägen zu schützen: Haie, Krokodile, Delphine und läuft vorne weg.

Noch fünfzig Meter, noch zwanzig, noch zehn. Die Polizisten reißen die Schlagstöcke hoch und hauen zu, spritzen Pfefferspray in die Gesichter, schubsen. Die Demonstranten decken sich mit den Gummitieren, versuchen die Schläge abzuwehren und eine Lücke zu schaffen. Zehn Sekunden, Fünf Sekunden, zwei Sekunden, dann drehen die Demonstranten ab. Ein Polizist schlägt mit dem Knüppel nach drei Fliehenden, ein anderer versprüht mehr Pfefferspray.

Die Demonstranten ziehen sich zurück. Sofort rückt mehr Polizei an und bildet einen Kessel. Die Demo-Sanitäter zücken Wasserflaschen und spülen tränende Augen aus. Ein Mann liegt zuckend am Boden. Das Pfefferspray hat einen epileptischen Schock ausgelöst. Die Arme und Beine des Mannes krampfen, sein Gesicht ist verzerrt. Nach zehn Minuten fährt eine Ambulanz vor und nimmt ihn mit. Die übrigen setzen sich im Kessel auf den Asphalt.


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„Wenn wir hier nicht weiterkommen, können wir auch zurück ins Camp gehen, dann sind die Konvois bald alle durch“, sagt einer. „Das wäre ein richtiger Fail“, erwidert ein anderer.

Die Erfahrene

Susanne und einige andere beraten sich, wie es weitergehen soll. Sie ist eine der erfahrensten in der Gruppe, schon seit Jahren politisch aktiv, seit sie 2009 an der Uni Regensburg dafür streikte, dass die Studiengebühren abgeschafft werden. „Dann habe ich mich umgeguckt, wo man sich engagieren kann und bin beim SDS gelandet“, sagt die 26-Jährige.

Seitdem unterstützt sie Mitarbeiter von H&M, wenn die für mehr Lohn kämpfen und Pflegekräfte der Charité, wenn die bessere Arbeitsbedingungen fordern. Sie sagt: „Ich bin nicht in Hamburg, weil ich gegen etwas bin, sondern weil ich für eine bessere Welt bin.“ Der G20 fehlt es für sie an demokratischer Legitimation, die Vereinten Nationen wären der richtige Ort, um zu diskutieren.

Was sie vor Großevents wie dem G20 immer umtreibt ist die sogenannte Gewaltfrage: „Ist ziviler Ungehorsam und Gewalt als Protestform legitim?“ Als Antwort verweist sie auf ein Interview mit dem ehemaligen UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler. „Alle fünf Sekunden verhungert nach UN-Statistik ein Kind unter zehn Jahren. Ein Kind, das jetzt, während wir reden, an Hunger stirbt, wird ermordet. Und dieses tägliche Massaker des Hungers ist das schlimmste unserer Zeit.“

Friedlich bleiben will sie trotzdem.

Der Blaue Finger wird von mehreren Anwälten begleitet. Die Polizei hat den Finger noch weit vor der Demoverbotszone gestoppt, dafür fehlt die juristische Grundlage. Die Anwälte verhandeln, dass der Finger weiterziehen darf bis zu Emilienstraße, wo bereits eine angemeldete Demonstration läuft. Die Emilienstraße liegt in der Nähe der Konvoirouten. Nach einigen Verzögerungen darf der Finger weiterlaufen, begleitet von mehreren Einsatzgruppen der Polizei.

In den Fenstern der Häuser stehen Menschen, filmen mit ihren Handys, winken und applaudieren. Hupende Autos fahren vorbei und bekommen Szenenapplaus.

Plötzlich kommt hinter einem Hochhaus die Spitze des Fernsehturms in Sicht. Dort, wo er steht, ist die Messe, dort tagen die G20-Politiker. Die Straße zieht sich in einer langen Kurve unter Platanen hin, dann kommt die Emilienstraße in Sicht. Dort steht bereits der Grüne Finger. Die beiden Gruppen jubeln sich zu.

Der Wütende

Auch Caspar jubelt, grinst, guckt sich nach Susanne um. Die beiden wollen den Tag über beieinander bleiben und aufeinander aufpassen. Caspar kommt aus Hamburg, kennt sich aus. Gestern Abend guckte der 23-Jährige noch mit seinen Eltern die Tagesschau. Als gezeigt wurde, wie die Polizei scheinbar unverhältnismäßig mit Wasserwerfern die „Welcome to Hell“-Demo am Fischmarkt angriff, bekamen seine Eltern Angst um ihren Sohn. Vor allem aber ist sein Vater sauer, weil all das in Hamburg stattfindet, weil alle wissen, dass es eskalieren wird und das mitten in den engen Wohngebieten.

"Wenn in 30 Jahren die richtigen Klimakatastrophen hier ankommen, dann will ich nicht zuhause sitzen und denken: ‚Hätte ich doch damals was gemacht.’"

Caspar ist sauer darüber unter welchen Aspekten die G20 die Probleme der Welt diskutieren. Beim globalen Wohlstandsgefälle gehe es ihnen nicht um Gerechtigkeit, sondern um Unzufriedenheit in der Bevölkerung als Sicherheitsrisiko. Und auch, dass zum ersten Mal Gesundheitsthemen diskutiert werden, liege vor allem daran, dass Epidemien wie Ebola auch den Westen bedrohen.

„Wenn in 30 Jahren die richtigen Klimakatastrophen hier ankommen, dann will ich nicht zuhause sitzen und denken: ‚Hätte ich doch damals was gemacht.’“, sagt er. „Beim Nationalsozialismus sagen die Leute heute auch: ‚Warum haben die Leute damals nichts dagegen getan?’“

Und es geht ihm darum, als Gruppe gemeinsam etwas zu unternehmen. „Da entstehen Freundschaften, weil man eine Vision teilt und zusammen an ihr arbeitet.“

Es ist fast Mittag, die Sonne brennt auf den Asphalt nieder. An der Elisenstraße haben sich die meisten Demonstranten hingesetzt, kauen an Müsliriegeln und trinken die letzten Schlucke aus ihren Wasserflaschen. Weiter vorne steht eine große Gruppe Polizisten und behält die Demo im Blick. Der Tag scheint gelaufen.

Dann, ohne ersichtlichen Grund, steigen die Polizisten in ihre Mannschaftstransporter und fahren weg. Ein Typ aus der Demo greift sich das Megafon und brüllt: „Es geht los! Und zwar jetzt!“ Alle springen auf und rennen los. Noch zweieinhalb Kilometer bis zur Messe. Links geht es in eine Seitenstraße, dann rechts durch einen Park und auf die nächste Straße. Wer zurückbleibt, versucht aufzuschließen. „Die Straße über die ganze Breite nutzen“, schallt es über den Demozug. „Dann kann die Polizei uns nicht überholen.“

Thomas Victor

Auf einmal geht es doch weiter und die Demonstranten laufen – gemeinsam mit unserem Reporter – weiter Richtung Innenstadt. Sie nutzen die ganze Breite der Straße, damit die Polizei sie nicht überholen kann.

Nach zehn Minuten fahren dutzende Mannschaftswagen hinterher, die Luft flirrt vor Blaulicht. An einer Kreuzung prescht eine Gruppe Polizisten seitlich in die Demo. Sie schubsen die rennenden Demonstranten, schlagen mit ihren Knüppeln, schneiden dem hinteren Teil der Demo den Weg ab. Einige flüchten in einen Park, umgehen die Sperre. Die Demo erreicht eine große Kreuzung, einige hundert Meter weiter stehen Polizisten und Wasserwerfer hinter einer Absperrung. Die Demonstranten laufen langsamer, schnaufend im Schritttempo erreichen sie den Bereich vor der Absperrung, bleiben stehen und setzen sich hin. Ihre Blockade ist errichtet. 500 Meter vor der Messe.

Über Megafon kommt die Durchsage: „Der Konvoi der französischen Delegation hängt einige Ecken weiter fest und kommt wegen uns nicht durch.“ Applaus. Jubel.

Die Wasserwerfer fahren vor. Die Polizei macht eine Durchsage: „Räumen Sie die Straße, oder wir werden Zwang gegen sie einsetzen.“ Die Demonstranten bleiben sitzen. Es folgen zwei weitere Durchsagen. Dann heulen die Pumpen der Wasserwerfer auf. Ihre Strahlen hämmern auf die Demonstranten, hart wie ein Schlag mit der flachen Hand. Einige schützen sich mit Planen, andere halten sich gegenseitig fest.

Dann rücken die Polizisten vor, reißen die Planen runter, die Demonstranten hoch, zerren sie an den Rand, schubsen sie auf die Wiese. Einer bleibt dort liegen, scheinbar bewusstlos und wird von der Polizei weggeschleppt. Ein Zuschauer, der Hemd und Brille trägt, brüllt: „Schlag sie tot, die roten Schweine!“ Die übrigen Demonstranten werden auf der Wiese eingekesselt und zur nächsten Kreuzung geführt.

Eine Stunde später. Die Polizei hat eine Kette vor der Messe gebildet. Susanne und Caspar sitzen mit dem Rücken gegen eine Garage gelehnt in einer Einfahrt. Ihre T-Shirts und Hosen sind nass, ihre Gesichter rot. Sie lächeln und lassen den Morgen Revue passieren.

„Es ist cool, wie wir als Gruppe zusammengearbeitet haben. Und das kreative Protestformen funktionieren“, sagt Caspar. „Ja, auch wenn die Polizeigewalt krass war“, sagt Susanne. „Ich glaube, dass das viele junge Leute davon abschreckt, zu demonstrieren, weil die Angst haben, einen Knüppel ins Gesicht zu bekommen.“

„Es muss auf jeden Fall mehr darüber diskutiert werden, was die Polizei darf. Irgendwie besteht ja so ein Konsens, dass die Polizisten immer die Guten sind. Das muss in Frage gestellt werden.“

Neben ihnen sitzen einige Demosanitäter, rauchen und ruhen sich aus. Caspar spricht kurz mit ihnen. Plötzlich sagt Susanne: „Ich habe gerade gelesen, dass Schäuble einen Besuch abgesagt hat.“ Sie und Caspar gucken sich an. „Alter!“, sagt Caspar. „Wie cool ist das denn?“ Dann stehen sie auf, überqueren die Straße und verschwinden in einem Park. Ausruhen bis zum nächsten Protest.

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