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Bob Odenkirk im Interview über seine neue TV-Show "Better Call Saul"

Breaking-Bad-Fans aufgepasst! Die Serie Better Call Saul handelt davon, wie aus Jimmy McGill der Anwalt Saul Goodman wird.

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BuzzFeed: Mr. Odenkirk, wann wurde die Entscheidung getroffen, aus der Breaking-Bad-Nebenfigur Saul eine neue, eigenständige Serie zu machen?

Odenkirk: Relativ am Anfang der Dreharbeiten hatte Vince Gilligan (der Breaking-Bad-Schöpfer, Anm.d.Red.) diese Idee mal kurz erwähnt. Und ich habe damals schon zu ihm gesagt: 'Klar, da mache ich mit.' Danach habe ich lange nichts davon gehört. Bis wir uns nach dem Ende von Breaking Bad wieder zusammengesetzt haben...

BuzzFeed: Wie sehr unterscheiden sich Saul Goodman, der Anwalt aus Breaking Bad und Jimmy McGill, der Loser aus Better Call Saul?

Bob Odenkirk: Ganz einfach: Jimmy ist sympathisch, Saul ist ein Arschloch.

BuzzFeed: Sie mögen Jimmy also mehr.

Odenkirk: Natürlich, das ist doch klar. Saul ist in Breaking Bad nur eine Nebenfigur. Man sieht nur eine Facette von ihm. Er liefert Punchlines. Jimmy hingegen ist der Held in seiner eigenen Show. Wir lernen ihn, seine Ängste und seine Hoffnungen kennen. Und Menschen, die man versteht, mag man meistens auch.

BuzzFeed: Was lernt der Zuschauer über Jimmy, das ihn sympathisch macht?

Odenkirk: Jimmy kümmert sich rührend um seinen kranken Bruder Chuck McGill (Michael McKean). Das werden viele sympathisch finden. Chuck war, im Gegensatz zu Jimmy, erfolgreicher Anwalt. Die beiden mögen sich sehr.

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BuzzFeed: Wieviele von den ersten Ideen haben überlebt? Was wurde im Laufe der Zeit verändert?

Odenkirk: Anfangs sollte Better Call Saul eine halbstündige Comedy werden. Aber das wäre weder das richtige Format noch der richtige Ton für diese Geschichte gewesen.

BuzzFeed: Aber Better Call Saul ist auch eine Art Comedy-Show, oder?

Odenkirk: Ich würde sagen, es ist eine Dramedy, eine Mischung aus Comedy- und Drama, wenn der Begriff nicht so schrecklich wäre. Alles, was Jimmy passiert, ist wirklich fürchterlich und Stoff für ein Drama. Aber die Erzählweise selbst ist eher komisch. Deswegen ist es eine Mischung.

BuzzFeed: Und Breaking Bad? War das auch eine Dramedy?

Odenkirk: Ja, aber es hatte mehr Drama-Elemente. Better Call Saul hingegen hat mehr Comedy-Elemente.

BuzzFeed: Hatten Sie Einfluss auf Jimmy? Und auf die Story von Better Call Saul?

Odenkirk: Ich habe mir gewünscht, dass er aus Chicago kommt. Das war's.

BuzzFeed: Wurden Ihre Vorschläge angenommen?

Odenkirk: Fast. Er kommt aus Cicero, das ist ganz in der Nähe von Chicago.

BuzzFeed: Sie sind auch als Produzent gelistet. Haben Sie Einfluss auf die Handlung? Wollen Sie überhaupt welchen?

Odenkirk: Nein. Das ist einfach nur ein Titel. Ich habe keine Ahnung, warum sie mir den gegeben haben. Ich habe auch nicht nachgefragt. Ich bin Schauspieler. Das reicht mir. Das ist schon eine große Aufgabe.

BuzzFeed: Macht es für Sie einen Unterschied, ob Sie eine Rolle in einer Serie oder in einem Film spielen?

Odenkirk: Nein. Es ist immer der gleiche Job. Ich versuche ein Gefühl für die Figur zu bekommen und finde außerdem raus, was der Regisseur will. Und dann spiele ich sie. Das ist alles.

BuzzFeed: Macht es auch keinen Unterschied, dass sich die Figur in einer Serie ganz anders entwickeln kann?

Odenkirk: Es kommt auf die Serie an. Breaking Bad war so eine. Für Mad Men gilt das auch. Vor diesen Serien waren Fernsehfiguren viel eindimensionaler als Filmfiguren. Filme hatten idealerweise einen Spannungsbogen. Serien hatten den meistens nicht. Im Fernsehen passierte immer nur das Gleiche, jede Folge aufs neue. Fernsehen war damals die Hölle für Schauspieler! Jetzt ist es manchmal andersherum.

BuzzFeed: Und in Better Call Saul geht es um die Entwicklung von Jimmy McGill zu Saul Goodman?

Odenkirk: Einerseits ja. Andererseits geht es auch darum, dass man zu keinem Zeitpunkt voraussagen kann, wie seine Entwicklung aussehen wird. Das ist das Spannende.

BuzzFeed: Können Sie uns denn, ohne all zu viel zu verraten, schon sagen, wie es mit Jimmy weitergeht?

Odenkirk: Er wird am Arsch sein. Noch viel mehr als man sich in den ersten Folgen vorstellen kann. Und da ist er auch schon ziemlich am Arsch.

Better Call Saul läuft ab dem 11. Februar 2015 wöchentlich auf Netflix Deutschland. Die Deutschland-Premiere findet am 10. Februar im Rahmen der Berlinale statt.

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