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Ein griechisches Paar rettete einen syrischen Flüchtling vor dem Ertrinken

Der Mann war mit 39 anderen syrischen Flüchtlingen auf einem Boot zur Insel Kos unterwegs, als er über Bord ging. Nach 13 Stunden im Wasser wurde er gerettet.

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Sandra Tsiligeridu war gemeinsam mit Freunden nach einem eintägigen Ausflug zu der kleinen Insel Pserimos auf dem Rückweg zur Insel Kos, als sie einen Mann im Wasser sah.

Zunächst hielten sie den Mann für einen Taucher. Sie näherten sich ihm langsam, um ihn nicht zu treffen, wie Tsiligeridu in einem Facebook-Post sowie in Interviews mit griechischen Medien erzählte. Als sie näher herankamen, sah Tsiligeridu den 28-jährigen Mohammed im Wasser, der sich an eine Schwimmweste klammerte.

Tsiligeridu teilte ihre Geschichte und das Foto oben am 28. August auf ihrer Facebook-Seite.

In einem Interview mit Mega Channel in Griechenland sagte Tsiligeridu, dass der Mann ihr gesagt habe, dass er und 39 andere Syrer um 5 Uhr morgens auf einem kleinen Boot die Türkei verlassen hätten. Als sie eines ihrer beiden Paddel verloren, sprang Mohammed ins Wasser, um es zurückzuholen, wie er Tsiligeridu erzählte. Aufgrund starker Winde und Strömungen konnte er jedoch nicht zurück zum Boot schwimmen. Mohammed sagte Tsiligeridu, dass er 13 Stunden lang im Wasser war.

Mohammeds Familie meldete ihn als vermisst, als sie sieben Stunden später auf Kos ankam. Die Küstenwache suchte ihn, doch als sie ihn fünf Stunden lang nicht finden konnten, nahmen sie an, dass er gestorben sei, wie Mega berichtete.

Als Tsiligeridus Boot sich dem Mann näherte, packte sie ihn mit einer Hand, während sie mit der anderen Hand die Leiter des Boots herunterließ, wie sie berichtet. Dimitris Dellis, einer ihrer Freunde auf dem Boot, ist Arzt und leistete erste Hilfe. Sie gaben Mohammed trockene Kleidung und Decken, um ihn warm zu halten, bis sie Kos erreichten.

"Er war erschöpft und unterkühlt, sagte Dellis gegenüber Mega. "Wir umwickelten ihn mit Handtüchern und er bewegte sich kaum, bis wir den Hafen erreichten."

Laut griechischer Medienberichte ist Mohammed nun wieder bei seiner Familie.

"Er nahm meine Hand und sagte 'danke'", sagte Tsiligeridu. "Dieses 'Danke' werde ich niemals vergessen."

In Griechenland gibt es Diskussionen darüber, wie mit den Tausenden von Geflüchteten umgegangen werden sollte, die in das Land kommen. Die Internationale Organisation für Migration in Genua sagte, dass 2015 bisher fast 250.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa gekommen und mindestens 2.300 Menschen dabei gestorben sind. Mehr als 134.000 Menschen sind in diesem Jahr über die Türkei nach Griechenland gekommen.

BuzzFeed News hat Tsiligeridu und die griechische Küstenwache um einen Kommentar gebeten.

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