back to top

G20: Opfer erhalten 20 Millionen Euro

Geschäfte geplündert, Autos abgrebrannt, Umsatzeinbußen: schnell war klar, dass die Opfer der Randale rund um G20 entschädigt werden sollen. Nun ist raus: 20 Millionen Euro stehen dafür bereit – und notfalls auch mehr.

Gepostet am

Die Hamburger Bürgerschaft wird zehn Millionen Euro für Entschädigungen nach den G20-Krawalle zur Verfügung stellen – der Bund stockt nochmal um zehn Millionen auf. Das erklärte der Sprecher der Grünen-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft, Dennis Heinert, auf Anfrage von BuzzFeed News.

"Das ist eine Summe, mit der wir jetzt mal als politisches Signal reingehen", so Heinert weiter. "Sollte das nicht reichen, wird man eventuell nochmal aufstocken müssen."

Der Einzelhandelsverband Hamburg hatte allein die Umsatzeinbußen für die Händler in der Innenstadt auf 18 Millionen Euro beziffert.

Misst die Politik mit zweierlei Maß?

An der Summe entzündet sich unterdessen auch Kritik. Frühere Extremismusopfer hatten deutlich länger um Entschädigung kämpfen müssen. Katharina König, für die Linken im Thüringer Landtag und Obfrau im dortigen NSU-Untersuchungsausschuss verwies bei Twitter zudem darauf, dass die Angehörigen der Opfer des "NSU" lediglich mit insgesamt 900.000 Euro entschädigt wurden.

Für Geschädigte #G20-Gipfel (angezündete Läden / Autos) gibt #Hamburg 10 Millionen €.Für Angehörige #NSU-Opfer & Be… https://t.co/Zb1jkQBFGJ

Tatsächlich wurden nach Bekanntwerden der Mordserie des rechtsextremistischen Terrornetzwerks Angehörige und überlebende Opfer mit einer Pauschale zwischen 5000 und 10.000 Euro entschädigt.

Nach den Ausschreitungen in Hamburg hatten der Bund und die Stadt Hamburg einen Härtefallfonds eingerichtet, aus dem Hamburger entschädigt werden sollen, deren Auto abgebrannt, Läden zerstört oder Scheiben eingeschlagen wurden.

Marcus Engert ist Political Editor von BuzzFeed News / BuzzFeed Deutschland und lebt in Leipzig und Berlin. Sicherer/Vertraulicher/Verschlüsselter Kontakt: per Mail mit PGP-Key http://bit.ly/2uy3ai6 oder über die Threema-ID F8H994R7

Contact Marcus Engert at marcus.engert@buzzfeed.com.

Got a confidential tip? Submit it here.