go to content

Wir zogen Badeanzüge von Victoria's Secret an und das ist dann passiert

Jahrelang beteten wir die Models in den Katalogen von Victoria's Secret an. Dann beschlossen wir, uns selbst zu Models zu machen.

Gepostet am

Schon als Mädchen vergötterten wir die Frauen, die wir in Zeitschriften sahen, und hofften, dass wir vielleicht eines Tages, wenn wir endlich erwachsen wären, in den Spiegel schauen und die selbe Schönheit in uns selbst sehen würden.

Jeden Sommer werden wir den makellosen Bildern von Victoria's Secret-Models ausgesetzt. Und jeden Sommer, wenn wir einen neuen Badeanzug kaufen, fühlen wir uns nicht makellos.

Wir beschlossen, am Strand von Malibu unser eigenes Badeanzug-Foto-Shooting zu machen. Jede von uns wählte ein Model und versuchte, die Pose nachzustellen. Wir finden es wichtig, dass Frauen mit verschiedenen Figuren, Größen und Hautfarben diese Badeanzüge rocken und ein korrektes Bild davon abgeben, was eine "Strandfigur" wirklich ist. Und genau das machten wir.

Ganz ehrlich: ich wünschte mir, wir könnten wieder die Ganzkörper-Badeanzüge von früher tragen. Ich habe auch ziemlich große Brüste, was es echt schwierig macht, mich zu bewegen und NICHT versehentlich meine Brüste zu zeigen. Ich habe immer geglaubt, dass diese Models geschminkt und frisiert werden, den Badeanzug anziehen, ein bisschen posieren und schon ist das Foto fertig. Super einfach. Aber es war eben nicht einfach. Der Sand war wirklich hart und tat mir an den Knien weh. An dem Tag war es super kalt und ich wollte meine Haare nicht in dem eiskalten Pazifik-Wasser nass machen. Ich musste wirklich kämpfen, um meinen Körper auch nur entfernt dem des Models ähneln zu lassen, egal wie sehr ich mich anstrengte.

Diese Models zu sehen, war eine ständige Erinnerung daran, dass ich nie dünn oder weiß war, und dass ich nicht einmal so tun kann, als könnte ich das nachempfinden. Das ist hart, denn es gibt andere Wege, um "Bikini-Figuren" und Schönheit im Allgemeinen zu zeigen, doch uns wird immer nur ein bestimmtes Bild aufgezwungen. Ich wünschte ich könnte jemanden wie mich in einer Zeitschrift sehen, aber darauf warte ich immer noch.

Ich fühle mich ziemlich unsicher, wenn ich Schwimmsachen trage, besonders im Bikini. Zum Glück trage ich jetzt einen Einteiler. Ich denke in einem Bikini wäre ich wirklich nervös gewesen, besonders weil ich mich daran immer sehr entblößt fühle, selbst wenn ich nicht fotografiert werde. Alle haben Cellulitis, Dehnungsstreifen, oder sind nicht super dünn. Aber nur Du konzentrierst Dich auf Deine "Problemzonen" – dafür interessiert sich niemand sonst. Fotos sind so irreführend, denn sie halten nur eine Millisekunde fest. Alles wird so hingebogen (oder mit Photoshop bearbeitet), dass es gut aussieht. Es ist nicht die Wirklichkeit. Und es ist wichtig, das nicht zu vergessen.

Das wird jetzt verrückt klingen, aber: Ich bin nicht wirklich ein Victoria's Secret-Model. Ich weiß, das kommt jetzt ziemlich unerwartet und muss ein richtiger Schock sein. Ich wünschte, ich könnte behaupten, dass ich als Teenie super selbstbewusst war und mich nicht für Victoria's Secret-Engel interessiert habe. Aber dann würde ich mich selbst belügen. Ich sah die Fotos dieser Models und hoffte, dass ich eines Tages genau so aussehen würde. Besonders bei den Models, die immer sagten: "Oh, ich trainiere nicht, ich mache nur ab und zu Dehnübungen. Und ich liebe Burger!" Wer zum Teufel seid ihr?

Ich war noch nie ein großer Fan von Badeanzügen. Warum müssen sie so eng an der Haut kleben? Warum stützt keiner von ihnen meine Brüste? (Und an die Leute, die sich jetzt um meine Gesundheit “sorgen”: Jetzt kommt der Teil, in dem ihr rumnörgelt, wenn ich keine Badeanzüge in meiner Größe finde, solle ich eben einfach abnehmen.) Also stellt euch vor wie aufgeregt ich war, als ich einen scheiß Badeanzug an einem scheiß Strand anziehen musste und mein scheiß Foto veröffentlicht wurde, und zwar neben dem von Behati Prinsloo, einem namibischen Supermodel, die verdammt nochmal Adam Levine geheiratet hat. Und diese Pose tat so unglaublich weh, dass mir die Worte fehlen. Der Harte Sand, der Druck auf meinen Knien, die unangenehme Lücke zwischen meinen Schenkeln, während ich meinen Knöchel berühren sollte. Ich hatte so keine Lust mehr. Sehe ich sexy aus? Denn alles, was ich sehe, ist der Schmerz in meinem Blick. Meine Brüste sehen auch aus, als wollten sie aus dem Gefängnis ausbrechen – oh, sorry, zu früh? Ach, und hallo Bauchnabel!

P.S.: Ich musste hierfür meine Beine rasieren und … es war schon eine Weile her, dass ich das gemacht habe.

Badeanzüge und ich sind noch nicht wirklich Freunde. Mehr wie Bekannte, die es doch nie schaffen, sich auf einen Kaffee zu treffen. Ich habe häufig Bauchschmerzen und Blähungen, und bin daher sehr unsicher, was meinen Bauch angeht. Nur über das Shooting nachdenken machte mir schon ein komisches Gefühl. Ach ja, und: AN DIESER STELLE GRÜSSE ICH MUTTER NATUR, DIE MICH MIT MEINER PERIODE SEGNETE, UND ZWAR NUR WENIGE STUNDEN, BEVOR ICH EINEN WEISSEN BIKINI TRAGEN MUSSTE. Ich habe Endometriose, und meine Periode zu haben ist jeden Monat die Hölle. Ich fühlte mich nicht gut dabei, meinen Bauch zu zeigen, ich hatte Schmerzen, aber vor allem war mir sehr unklar, wie sie es schaffte, ihre Arme so zu bewegen. Fürs Protokoll: Ich weiß es immer noch nicht.

Ich denke, es ist wirklich hart, die Frauen in den Zeitschriften zu sehen und sich tatsächlich mit ihnen zu identifizieren. Ich meine, sie sind buchstäblich makellos. Ganz lange dachte ich, wenn ich mich nur genug anstrengte, könnte ich eines Tages aussehen wie sie. Nur noch eine Wanderung oder nochmal 30 Minuten auf dem Laufband, und ich würde es schaffen. Doch das passierte nie. Ich möchte eine Zeitschrift, in die ich reinschauen kann, die Frauen ansehe, mich darin wiedererkenne und sage: “Oh mein Gott, das bin ja quasi ich”, – nicht “Oh mein Gott, ich wünschte, das wäre ich".

Draußen hatte es nur 20 Grad, das Wasser war eiskalt, ich habe Angst vor Haien, und ein Fisch berührte meinen Fuß. Mama, kannst Du mich abholen???

Ich denke, ich habe die selbe Angst, die die meisten Frauen haben, wenn sie in etwas herumhüpfen sollen, das kaum ihren Hintern bedeckt. Ich wusste, dass ich meine Komfort-Zone verlassen würde. Ich stellte mir nicht unbedingt vor, dass ich in den Wellen herumtanzen oder meine Haare im Wind flattern würden, während ein Lied von Calvin Harris im Hintergrund spielt. Also aß ich direkt vor dem Shooting eine Packung Pop-Tarts. Und bereute es die ganze Zeit.

An diesen Zeitschriften nervt, dass sie einfach dafür sorgen, dass Du Dich wie Dreck fühlst. Du siehst die Badeanzüge, die Models, und Du fühlst Dich einfach nicht darin repräsentiert. Kein Zweifel: Das sind schöne Frauen. Doch sie spiegeln nicht wider, wie echte Frauen wirklich aussehen. Ich denke, es ist besonders für Mädchen ungesund, nur ein Bild davon zu haben, wie eine “Bikini-Figur” aussieht. Denn eine “Bikini-Figur” ist nicht die Figur eines Models, es ist DEIN Körper in einem Bikini.

Zuerst mal: dieser Badeanzug war super kompliziert. Meine Pose darin zeigt auch nicht wirklich, wie fantastisch ich mich gefühlt habe. Aber fragt mal die anderen: ich bin den ganzen Tag darin herumgehüpft, habe Selfies gemacht und hatte großen Spaß. Ich glaube, ich habe nicht verstanden, wie lang der Arm dieses Models ist, bis ich versuchte, ihre Pose nachzumachen, und mein Arm auf halber Strecke bei meinen Brüsten hängenblieb. Das ist wie die Pose, die Du machst, wenn Du Dich in der Nähe Deines Schwarms ganz natürlich verhalten willst, also beschließt Du, Deine Arme um Deinen Körper zu schlingen, so dass es wie eine Zwangsjacke aussieht. Was ich damit sagen will: “natürliche” Posen sehen bei ziemlich vielen Leuten einfach nicht natürlich aus.

Ich denke, alle dickeren Frauen merken ziemlich schnell, was ihre besten “Posen” für Bilder sind – wenn Du viel Zeit damit verbringst, Markierungen von Dir auf schlechten Facebook-Fotos zu löschen, lernst Du das recht schnell. Für mich fühlte es sich wie Selbst-Sabotage an, in einer Pose dazustehen, die mich fast absichtlich nicht vorteilhaft aussehen ließ. Es fühlte sich an wie “Was tust Du, Kristin?! Jetzt werden alle das DUUUUUNKLE GEHEEEEEEIMNIS kennen, dass Deine Arme und Schenkel AUS MARSHMALLOOOOOWWWWSSSS SIND”.

Aber, ganz ehrlich: Es ist ok. Marshmallows sind toll, ich bin toll, und Du bist toll.

Abschließende Gedanken

Nina: Ehrlich gesagt war es nicht so schrecklich, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich bin nervös beim Gedanken daran, meinen Körper Fremden im Internet zu zeigen, und ich habe Angst davor, wie sie mich beurteilen werden. Aber wie bei den meisten Dingen in der Mode ist es nunmal so, dass Du Dich nicht mit dem Model vergleichen solltest. Nur sehr wenige von uns sind das Model. Ich glaube, wenn ich nicht ein paar Tage lang von diesem Bild besessen gewesen wäre, hätte ich mich selbstbewusster gefühlt. Du musst nicht wie das Model sein, um in diesen Badeanzügen geil auszusehen!

Allison: Ich denke, jede sollte einmal in ihrem Leben in einem Badeanzug an einem Strand fotografiert werden. Du fühlst Dich super glamourös dabei. Selbst wenn Du vorher unsicher bist, ist es eine sehr tolle Erfahrung, die Dir auf eine Art auch hilft, über Deine Unsicherheiten hinwegzukommen und einfach Spaß dabei zu haben.

Sheridan: Keine Ahnung, ich bin einfach so über das Abfeiern der Victoria's Secret-Engel weg. Ich denke es ist offensichtlich, dass jede Größe sexy sein kann, egal ob Du nun eine 34 oder 54 trägst. Ich habe mich nicht zu 100% wohlgefühlt in diesem Badeanzug, der so eng anlag, dass meine Nippel um Gnade schrien. Aber jetzt da ich das gemacht habe, konnte ich wenigstens den Leuten zeigen, dass es ok ist, Deinen Körper zu zeigen. Du musst nicht wie Behati aussehen, um diesen Badeanzug zu tragen. Tu, was Dich glücklich macht, und Du wirst Dich gut fühlen. Natürlich werden da draußen Idioten sein, die die Idee vertreten, dass der Körper eines Models der einzig begehrenswerte Körper ist, aber scheiß auf die. Wir alle sind schön, wir alle sind sexy, wir sind alle fantastisch mit unseren Knochen und Dehnungsstreifen und Narben. Puh, sorry für die Klischees, ich höre ja schon auf.

Lara: Ich möchte in der Lage sein, jeden einzelnen Körper zu feiern. Schlussendlich scheint es, als ob jeder zweite Artikel sich auf eine Form mit Körperbildern beschäftigt. Und weißt Du warum? Dafür gibt es einen Grund. Durch dieses Foto-Shooting habe ich verstanden, wie weit wir mit diesem Thema schon sind … und wie viel Arbeit noch vor uns liegt. Ich werde nicht aufhören, darüber zu sprechen, bevor ich endlich keine kleinen Mädchen mehr höre, die sich um ihr Aussehen Sorgen machen. Dich selbst der Welt zu zeigen ist nicht leicht, und modeln ist viel anstrengender, als ich mir je vorgestellt habe. Deshalb schicke ich eine große Runde Applaus an alle Models da draußen, und eine große Runde Applaus an uns, die Normalsterblichen. Wir mögen nicht alle Models sein, aber die Welt ist ein Laufsteg für ALLE von uns. Tschüss.

Kirsten: Das hier zu machen war zu 100% außerhalb meiner Komfort-Zone. Wenn es nach mir ginge, hätte ich auf diesen Fotos einen hübschen, anständigen Jute-Sack getragen. Dennoch: Egal wie furchteinflößend es ist, Dich so der Welt zu zeigen, ich denke es ist wichtig für Frauen und junge Mädchen, sich selbst (und ihre verschiedensten Körperformen) in den Massenmedien repräsentiert zu sehen. Diese Fotos meiner Kolleginnen und Freundinnen zu sehen, wie grandios sie diese Badeanzüge tragen und wahnsinnig viel Selbstbewusstsein ausstrahlen, hilft mir ein bisschen weniger selbstkritisch zu sein. Nicht mit Photoshop bearbeitete Haut und kein Gramm Fett an Deinem Körper machen Dich schön, sondern Selbstbewusstsein zu haben und dieses Selbstbewusstsein zu versprühen – mit "Makeln" und allem.

Kristin: Ich denke, wenn Du die Victoria's Secret-Models fragen würdest, was sie über UNSERE Fotos denken, würden sie vielleicht Sachen sagen wie: "Oh, ihre Haare waren so toll, ich wünschte meine wären genauso!", oder: "Wow, ich wünschte ich hätte Deinen Bauch!" Alle wünschen sich irgendetwas, das jemand anderes hat, selbst wir, selbst tolle, schöne Models. Es ist wirklich schwierig, Deinen eigenen Körper objektiv zu betrachten. Wenn also jemand etwas Nettes über Dich sagt, solltest Du es glauben, denn vielleicht wünscht diese Person sich genau das auch für sich selbst. Ich habe auch gelernt, dass man sehr schnell in den Sand fällt, wenn man eine hübsche Model-Drehung macht, also Komplimente an euch Models!

Hol Dir BuzzFeed auf Facebook! Like uns hier.

Every. Tasty. Video. EVER. The new Tasty app is here!

Dismiss