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7 Gründe, warum neugebaute Wohnungen für Städte zum Problem werden

Wohnen allein macht auch nicht glücklich.

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1. Kita- und Schulplätze fehlen.

Frank May / picture-alliance/ dpa

In deutschen Städten müssen derzeit jährlich 400.000 neue Wohnungen gebaut werden, meinen Experten. Wer dort einzieht, will auch seine Kinder versorgt wissen.

Im Berliner Bezirk Pankow rechnet man mittlerweile mit einem Kind pro neu gebauter Wohnung. Entsprechend steigt der Bedarf an Plätzen in Schulen und Kitas. Dafür ist Platz und Geld vonnöten, an dem es den zuständigen Kommunen jedoch chronisch mangelt.

2. Es wird zu heiß.

Waltraud Grubitzsch / picture-alliance / dpa

Damit sich eine Stadt im Sommer nicht zu stark aufwärmt, braucht sie unbebaute Freiflächen. Während Häuser Wärme speichern, kann in Parks, auf Wasserflächen oder Brachen die Luft über Nacht abkühlen. Davon profitieren auch die umliegenden Wohngebiete.

Doch wenn diese Areale bebaut werden, geht dieser Effekt verloren. Die Folge ist eine große Hitze, die besonders für ältere Menschen sehr belastend ist und sogar lebensbedrohlich werden kann.

3. Die Luftverschmutzung steigt.

Tim Brakemeier / picture alliance / dpa

Neue Wohnungen bedeuten auch mehr Menschen, die sich innerhalb der Stadt bewegen wollen. Bus und Bahn müssen dafür ihre Kapazitäten ausbauen. Auch der Autoverkehr nimmt zu, was sich negativ auf die Luftqualität auswirkt.

Helfen
soll dagegen, die Fahrtgeschwindigkeit auf Tempo 30 zu senken und den Radverkehr zu fördern. Im Autoland Deutschland kommt das jedoch nicht gut an.

5. In Parks wird es eng.

Bernd Von Jutrczenka / picture alliance / dpa

Neue Wohnungen brauchen Platz. Dafür werden gerne Grünflächen geopfert, etwa Klein- oder Nachbarschaftsgärten. Diese Freizeit- und Naherholungsangebote gehen ohne Ersatz verloren.

Dafür steigt die Zahl der Besucher in städtischen Parks immer stärken an. Platz, neue Grünflächen anzulegen, fehlt meist.

6. Gewohntes geht verloren.

Caroline Seidel / picture alliance / dpa

Wenn in der Nachbarschaft neue Wohnungen entstehen, verändert sich diese: eine gemeinsam genutzte Brache wird bebaut, ein Flussufer privatisiert, ein Club geschlossen.

Genau das ist manchen Städtern ein Graus. Deutschlandweit bilden sich daher sogenannte NIMBY-Initiativen - kurz für Not In My Backyard. Sie wollen, dass in ihrem Hof alles bleibt, wie es ist. Wenn mehr Menschen in die Stadt ziehen, ist das aber nicht möglich.

7. Die Zahl der Menschen stresst.

Christoph Hardt / picture alliance / Geisler-Fotop

Wenn viele Ratten auf engem Raum zusammenleben müssen, dann stresst sie das. Manche Forscher glauben, dieses Prinzip sei auch auf den Menschen übertragbar. Wenn eine Stadt dichter bebaut würde, führe das zu Dichtestress, meinen sie. Ob dieser wirklich existiert, ist jedoch umstritten.

"Eine gewisse Dichte gehört zur Stadt",

erklärt Ricarda Pätzold vom Deutschen Institut für Urbanistik. Alles, was Städter schätzen - Läden in der Nähe, ein großes Kultur- und Freizeitangebot, gut ausgebauter ÖPNV - gibt es nur, weil wir in Städten dicht beieinander leben.

Sie rät, nicht in Panik zu verfallen, sondern sich den Folgen zu stellen und zum Beispiel bewusst Freiräume zu erhalten. Zudem verweist sie darauf, dass in unseren Städten schon viel enger gewohnt wurde: "In den 1950er Jahren hatte ein Deutscher im Schnitt 10 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Heute sind es 42."

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