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Wenn männliche Schauspieler genauso beschrieben würden wie Schauspielerinnen

Zeitschriften und Magazine beschreiben häufig gerne bis ins Detail, wie weibliche Promis ihre Austern-Bestellungen mit gurrender Stimme aufgeben und ihre gertenschlanken Körper in fließenden weißen Hosenanzügen verpacken. Aber was ist mit den Männern?

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Als der ehemalige Stripper Channing Tatum in seiner großen Marmor-Küche steht und seinem bekanntesten Gericht – Eiweiß-Omelett ohne Eiweiß – den letzten Schliff verleiht, sind seine beliebten Bauchmuskeln verpackt in einem lose sitzenden, leicht durchscheinenden Gewand, das den Bund seiner Jeans auf fast liebevolle Weise berührt. Hier ist er entspannt, hat Freude, als ob er dieses Essen für seine berühmte Frau und ihre junge Tochter schon tausend Male gekocht hat. Als er nach dem Pfeffer greift – "er bringt wirklich den Geschmack der Luft heraus" –, hebt sich sein Shirt leicht an und erlaubt mir einen flüchtigen Blick auf diese gebräunten, sich kräuselnden Muskeln, die die Fantasie von Millionen angeregt haben.

Als das Wasser serviert wird bestellt Zac Efron ein Sandwich mit der überschwänglichen Freude einer schönen, dünnen Frau, die durch eine Schwangerschaft befreit wurde. "Ein Reubens-Sandwich, bitte", sagt er, "mit extra Corned Beef. Nein, Moment! Und extra Käse. Weißt Du was? Extra Dressing auch noch." Er kichert und gibt dem Kellner die Karte. "Ich bin so schlecht! Aber ENDLICH kann ich essen, was ich will!"

"Ich verhungere!", ruft Chris Evans aufgeregt – alles was er tut, tut er aufgeregt, als ob das Leben ein riesiges, anregendes Geschenk sei – und schiebt die Speisekarte in meine Richtung. "Du musst RICHTIG VIEL bestellen, OK? Ich bin nämlich bereit zu ESSEN, und ich kann das nicht alleine machen." Ich atme erleicht auf als ich bemerke, dass er, trotz seines geschmeidigen, schlanken Körpers, der aussieht, als ob er sich nur von Grünkohl ernährt, ein ganz normaler Mann in einem Meer von Männern auf endlosen Diäten ist. Als er Tortilla-Chips und Guacamole bestellt, ohne auch nur auf die Speisekarte zu schauen, bin ich beeindruckt von seiner Unverstelltheit. Seine Art ist so erfrischend. "Ich mag einfach ihre Form", sagt er mit Blick auf seine Tortilla-Chips, und seine Augen weiten sich ganz unschuldig, als sei er ein 8-jähriger Junge.

Mit seinen 71 Jahren sieht Robert De Niro immer noch so strahlend aus, wie zu der Zeit, bevor er Vater von sechs Kindern wurde. Als er während unseres Interviews mühelos in die Yoga-Pose des herabschauenden Hundes gleitet – "Yoga macht mich einfach glücklich.", sagt er – ist zu bemerken, dass dies ein Mann ist, der der Versuchung von Botox und Lippen-Auffüllern widerstanden hat, und trotzdem noch ein mädchenhaftes Hollywood-Funkeln hat. Was ist sein Geheimnis? "Mangold", schnurrt er.

Das erste, was einem auffällt, wenn man in Jake Gyllenhaals romantisches Strand-Häuschen in Malibu läuft, ist der leichte, schillernde Duft von Sandelholz-Räucherwerk. Er verbrennt es in einer glatten Porzellan-Schale auf einer seiner blütenweißen Kommoden. "Ich will mich hier sexy fühlen", sagt Gyllenhaal und bietet mir ein Glas Sauvignon Blanc an – er gießt es sogar selbst ein! –, bevor wir hinaustreten zu seinem wunderschönen, von der Sonne getränkten Endlos-Pool. Er wirft seine kurzen braunen Haare zurück und lacht ein warmes, klirrendes Lachen. "Aber ich will, dass es sich nach Zen anfühlt. Nach wirklich sexy Zen."

Seine berühmten Augen versteckt hinter einer übergroßen, dunklen Designer-Brille, spitzt Steve Buscemi die Lippen und küsst sanft seinen schwarzen Kaffee (ohne Zucker) mit seinem Atem. "Es kann nicht heiß genug sein, oder?", sagt er mit einem zweideutigen Grinsen.

Idris Elba rutscht hinter das Rad seines luxuriösen Oldtimers und tauscht mit überraschender Leichtigkeit das Getriebe. Er ist heute in Wochenend-Stimmung, gekleidet in lässige, doch coole Hosen und ein Shirt, das seinen berühmten Körper an genau den richtigen Stellen umschmeichelt. Ich frage ihn, wohin wir gehen, und er beißt auf seine Lippe, eine Falte formt sich zwischen seinen Augenbrauen, als er überlegt. Plötzlich entfährt ihm ein Kichern, das mich unvorbereitet erwischt. "Gehen wir zu Taco Bell?"

George Clooney, die rebellischen grauen Locken in die Unterwerfung gezähmt, den überraschend geschmeidigen 54 Jahre alten Körper ganz in Schwarz gekleidet, strahlt, als er mich in sein ausgefallenes und doch gemütliches Wohnzimmer führt. Obwohl er keine Kinder hat, ist er offenbar irgendwie mit seinem Leben zufrieden. Als er mich mit einer Geste auffordert, mich zu setzen, nimmt er eine Schale mit türkischen Süßigkeiten und bedrängt mich, ein Stück davon zu nehmen. "Mit Süßem ist es mir sehr ernst", gurrt er.

Sein Manager schlug vor, dass wir als Teil unseres Interviews "zusammen Männer-Pediküre machen", doch Jeremy Renner wirkt verlegen beim Gedanken an etwas so klischeehaft Weibliches. "Wie wäre es mit … Schießen?", fragt er, der ein lässiges weißes Acne-Shirt mit V-Ausschnitt und locker sitzende Jeans trägt, die er vor 10 Minuten bei Topshop gekauft hat. So ist wirklich zu bemerken, dass er die Art von Mann ist, der sich auf dem roten Teppich genauso wohlfühlt wie wenn er zu Hause Baseball schaut.

Als er im gedämmerten Lichtschein in der lauschigen Hütte seine wohlgeformten Beine unter seinen kurvigen Körper klemmt, schaut Chris Hemsworth sehnsüchtig auf den Brotkorb, den der Kellner vor uns auf den Tisch stellt. "Scheiß drauf – ich könnte morgen sterben, richtig?" Er lächelt mich charmant an, als er ein knuspriges Brötchen nimmt, in seinen Mund steckt, und es ihn kein bisschen kümmert, wer ihn dabei sieht. Er schließt seine Augen und stöhnt, den Kohlenhydrat-gefüllten Moment genießend, als könnte es sein letzter sein. "Wenn ich sterbe, begrabt mich in einem Brot-Sarg", sagt er, genau die Art von unverschämtem Humor zeigend, die so gar nicht zu seinem engelhaften Aussehen passen mag.

Bradley Cooper eilt in das Restaurant, fast über seine High-Heels fallend und dennoch mühelos stilvoll aussehend in seinem weißen Seiden-Hosenanzug und den perfekt frisierten blonden Locken. "Tut mir leid, dass ich zu spät bin!", ruft er atemlos, als er direkt den Kellner heranwinkt, um ein gegrilltes Käse-Sandwich aus Sauerteig-Brot zu bestellen. Er wirkt vollkommen unbesorgt, wenn es um Kalorien geht, selbst als der Kellner erwähnt, dass zum Sandwich Pommes serviert werden. "Oooh! Zwiebelringe! Davon müssen wir auch welche haben!", sagt er zu mir mit einem unanständigen Funkeln in seinem Auge. (Cooper hat mit jedem Zentimeter seines Pilates-gestählten Körpers keine Angst zu ESSEN.)

Ein schüchterner junger Fan sieht auf zu Eddie Redmayne — der in echt ungemein umwerfend ist, wie eine Sonnenfinsternis oder die Mähne eines Einhorns – und er schenkt ihr sofort eine große Umarmung. Es ist diese Art von Aufrichtigkeit, die Dich glauben lässt, dass es ihm nichts ausmachen würde, wenn Du ihn nur ein bisschen in den Hintern kneifen würdest. Er zwängt sich elegant in den Stuhl neben mir und studiert sorgfältig die Speisekarte. "Ohhhhh, ich esse eine Wurst", flüstert er leicht benommen.

Tom Hanks rollt sich auf der eleganten weißen Couch in der Hotel-Suite zusammen, faltet seine geschmeidigen Beine – gekleidet in ein weiches Paar knöchellanger Jeans – unter sich und umfasst eine warme, irdene Tasse Lavendel-Kamille-Tee.

Ich treffe Will Smith zu einem "sündigen, kalorienhaltigen Brunch" im The Ivy, einem Restaurant, das er auswählte, da er findet, dass die Vokale in dessen Namen "süß" klingen. Als wir uns treffen ist sein Haar immer noch nass von der Dusche, und sein Gesicht ist frei von Make-up, bis auf einen leichten Hauch Mascara. Es macht ihm nichts aus – er ist einfach so pflegeleicht. "Der Verkehr war ein Albtraum", sagt er, als er in ein Gemüse-Omelett eintaucht. Wie ich noch herausfinden werde flucht Smith manchmal wie ein Seemann, und er entschuldigt sich noch nicht einmal dafür. Wie sexy und cool ist das denn bitte?!

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