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19 Fotos der letzten chinesischen Frauen mit gebundenen Füßen

Die einst in Ehren gehaltene Tradition der gebundenen Lotosfüße wurde inzwischen verboten. Wenn die letzten Frauen mit gebundenen Füßen sterben, wird auch diese Tradition ganz vergangen sein. Der Fotograf Jo Farrell dokumentiert ihre Leben und ihre Füße. Inhaltswarnung: grausame Bilder.

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Das Binden der Füße begann bevor das Fußgewölbe sich voll entwickeln konnte: meist im Alter von vier bis neun Jahren.

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Die Zehen und das Fußgewölbe wurden mit Gewalt gebrochen. Losgebunden. Festgebunden. Stärker festgebunden. Und wieder von vorn.

Man hielt es für besser, die Prozedur von jemand anderem als der Mutter durchführen zu lassen. So wäre es weniger wahrscheinlich, dass die Füße aus Zuneigung weniger straff gebunden würden.

Man nimmt an, dass die Tradition ihren Ursprung im 10. Jahrhundert bei Hoftänzern in der Oberschicht des kaiserlichen Chinas hatte, bevor sie sich auch in niederen Klassen verbreitete.

Da es ihre Fähigkeit zu laufen beeinträchtigte, wurde es als Zeichen von Wohlstand gesehen – die reichsten Leute mussten nicht laufen oder auf Feldern arbeiten.

Seit dem 17. Jahrhundert gab es eine Vielzahl von Versuchen, die Tradition zu verbieten, doch sie hielt sich bis ins frühe 20. Jahrhundert.

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"Bei jeder Gelegenheit fragte ich herum, ob jemand eine der alten Damen kannte. Schließlich sagte ein Fahrer, dass er die Unterhaltung mitgehört habe, und dass seine Großmutter gebundene Füße hätte. Ich konnte seine Großmutter (Zhang Yun Ying, im Bild oben) in einem abgelegen Dorf in der Provinz Shandong treffen."

"Einige ihrer Freunde hatten ebenfalls gebundene Füße, doch sie wollten nicht in diesen Projekt mitmachen."

Jo Farrell

Zhang Yun Yings Füße in Lotos-Schuhen. Die letzte Fabrik, die diese Schuhe herstellte, machte 1999 zu.

"Ich machte einige Fotos von ihnen, als sie zusammensaßen, Wassermelone aßen und redeten. Ich veröffentlichte die Bilder 2006 in einem Katalog zur gleichen Zeit als eine Ausstellung meiner Arbeiten in der Hoopers-Gallerie in London stattfand.

Ich schickte jeder der Damen ein Exemplar des Katalogs. Als ich 2007 in die Shandong-Provinz zurückkehrte sagten sie alle, dass sie im nächsten Buch dabei sein wollten."

"Die Mutter meines Übersetzers (Su Xi Rong, unten im Bild) hatte ebenfalls gebundene Füße und lebte 60km entfernt. Ich besuchte sie und auch sie wurde Teil des Projekts."

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"Ich erkannte, dass sie gebundene Füße hatte, stoppte mein Taxi und rannte ihr nach, um sie zu fragen, ob ich mit ihr nach Hause gehen und ihre Füße fotografieren könnte."

"Diese Generation von Frauen hat unfassbare Zeiten erlebt: die Zeit der Lotosfüße, die Invasion durch Japan, die Große Chinesische Hungersnot und die Kulturrevolution."

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"Sie sagen immer, und ich glaube es schwingt Stolz mit dabei, dass ihre Füße früher viel kleiner waren."

"Nachdem sie ihre Füße für 50-60 Jahre nicht gebunden hatten, haben sie sich natürlich geweitet. Doch die Frauen haben in den Augen der Gesellschaft Schönheit erlangt."

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