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17 völlig durchgeknallte Dinge, die man Babys in früheren Zeiten angetan hat

Ein beliebter Sirup, um Kinder zu beruhigen, bestand aus Alkohol, Cannabis, Morphin und Chloroform.

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Sofern nichts anderes vermerkt ist, stammen alle Fakten aus dem Buch Baby Meets World: Suck, Smile, Touch, Toddle: A Journey Through Infancy von Nicholas Day.

1. „Mrs. Winslow's Soothing Syrup” wurde im 19. Jahrhundert verwendet, um schreiende und zahnende Babys zu beruhigen. Der Sirup enthielt Alkohol, Cannabis, Morphin und Chloroform.

Disney / Via giphy.com

Charlotte N. Winslow fand in den 1840er-Jahren heraus, dass sich schreiende Kinder ganz einfach beruhigen lassen, indem man ihnen eine ordentliche Ladung Drogen verabreicht. Ihr Schwiegersohn Jeremiah Curtis und ihr Apothekerkollege Benjamin A. Perkins schlossen sich zusammen, um das Mittel für den Markt zu produzieren. Es wurde ein Hit.

Die darin enthaltenen Opiate setzten die Kleinen außer Gefecht . Gleichzeitig linderten sie ihre Durchfallbeschwerden, denn diese Drogen rufen bekanntlich Verstopfungen hervor. Erst im Jahr 1911 wurde „Mrs. Winslow's Soothing Syrup” von der US-Ärztekammer öffentlich angeprangert, doch der Verkauf ging noch bis 1930 weiter.

2. Paris wurde einst „Stadt ohne Babys” genannt, weil man die meisten Neugeborenen aufs Land schickte, um sie von Ammen stillen zu lassen.

giphy.com

Ammen sind Frauen, die angestellt wurden, um Babys zu stillen, deren Mütter dies nicht konnten oder wollten. Sie waren im 18. Jahrhundert sehr weit verbreitet – so weit, dass von den 20.000 im Jahr 1780 geborenen Babys nur 700 nicht von Ammen gestillt wurden. Außerdem wurde nur etwa jedes vierte Baby von einer Amme in der Stadt gestillt. Die übrigen Kinder schickte man hinaus aufs Land. So kam Paris zu seinem zweifelhaften Spitznamen.

3. Übrigens: Noch bis ins 20. Jahrhundert hinein wurden viele Babys von Nutztieren wie Ziegen oder Eseln gesäugt.

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Tatsächlich kamen alle möglichen Tiere – Schafe, Kühe, Pferde – zum Einsatz, aber Ziegen hielt man für am besten geeignet. Damit die Kleinen richtig gestillt wurden, haben die Eltern die Wiege direkt unter die Ziege gestellt. So konnte das Baby gleich aus dem Euter trinken.

Das Schrägste aber ist: Berichten zufolge konnten die Ziegen die Kinder erkennen, die sie säugten, und liefen zu ihnen, sobald „ihre” Babys nach Nahrung schrien.

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4. Man glaubte auch, durch Kitzeln könnten Babys schweren Schaden nehmen.

New Line Cinema / Via giphy.com

„Kitzeln ist schlecht für Kinder. Es kann ihnen ernsthaft schaden, gut ist es auf keinen Fall”, schrieb der Pädagoge Angelo Patri 1922. Ich meine, Kitzeln ist sowieso das Schlimmste, was es gibt.

5. 1928 empfahl ein Psychologe, Babys morgens zur Begrüßung die Hand zu schütteln, statt sie zu umarmen oder zu küssen.

NBC / Via giphy.com

Jahrelang wurde davor gewarnt, Kinder zu oft anzufassen. Gelegentlich hieß es auch, man solle sie überhaupt nicht berühren, um die Verbreitung von Keimen zu vermeiden. Das 1928 erschienene Buch Psychological Care of Infant and Child des Psychologen John Watson warnt: „Umarmen und küssen Sie es nicht. Lassen Sie es auch nicht auf Ihrem Schoß sitzen. Wenn es sein muss, geben Sie ihm einen Kuss auf die Stirn, wenn es gute Nacht sagt. Schütteln Sie ihm morgens die Hand. Tätscheln Sie seinen Kopf, wenn es eine schwierige Aufgabe besonders gut gemeistert hat.”

6. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts glaubte man, aus Babys, die am Daumen lutschen, würden später chronische Masturbierer.

Disney / Via giphy.com

Ja, wirklich! Um die Jahrhundertwende existierte die Binsenweisheit, dass „alle Kleinkinder, die beim Daumenlutschen bleiben, Masturbierer werden”. Also befestigten Eltern die Nachthemdärmel ihrer Babys an der Krippe oder sie zogen ihnen Handschuhe oder Fäustlinge an, damit sie im Schlaf nicht am Daumen lutschen konnten.

7. Es gab Leute, die den Schnuller regelmäßig in Honig oder Zuckerwasser tauchten, weil Saccharose auf Neugeborene beruhigend wirken kann.

FOX / Via giphy.com

Das war bis ins 20. Jahrhundert hinein gängige Praxis. Die daraus resultierenden Zahnprobleme sind der Grund, warum noch heute manche Menschen Vorbehalte gegen Schnuller haben.

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8. Im Viktorianischen Zeitalter gab es Fläschchen, die man „Babytöter” nannte.

Paramount Pictures / Via giphy.com

Im 19. Jahrhundert hatten manche Glasfläschchen einen Gummi-Trinkhalm mit einem Sauger daran, um mehr Flexibilität beim Stillen zu ermöglichen. Dank der biegsamen Halme mussten die Eltern dem Baby das Fläschchen nicht an den Mund halten. Wie praktisch!

Was nicht so praktisch war: Die Halme ließen sich so gut wie nicht reinigen. Das machte sie zu hervorragenden Bakterien- und Krankheitsträgern. Das Resultat: Tausende Babys starben, was den Flaschen die Bezeichnung „Babytöter” einbrachte.

9. Vor der Erfindung moderner Babyflaschen tranken die Kleinen Milch aus Rinderhörnern.

Revolution Studios / Via giphy.com

Diese Gefäße waren besonders im Mittelalter weit verbreitet. Der Form nach zu urteilen, dürfte es aber etwas schwierig gewesen sein, sie abzustellen.

10. Die alten Griechen fütterten Neugeborene mit Nahrung, die viel Wein enthielt.

TV Land / Via giphy.com

Der griechische Arzt Soranos von Ephesos sagte im zweiten Jahrhundert, Babys sollten ab einem Alter von sechs Monaten halbfeste Nahrung bekommen, etwa in Milch aufgeweichte Brotkrumen, Met, süßen Wein oder Honigwein.

11. Im Altertum salzte man Neugeborene wie Fleisch, um ihre weiche Haut zu „härten”.

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Zu diesem Zweck tauchte man sie vor dem Wickeln kurz in Salzwasser.

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12. Und das Wickeln war eine höchst beengende Angelegenheit:

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Im mittelalterlichen Europa wurden Babys so fest gewickelt, dass sie den Kopf praktisch nicht bewegen konnten. Man tat dies, um sie besser beaufsichtigen zu können, denn so konnten sie sich ja nicht rühren. Zudem befürchtete man, nicht gewickelte Babys könnten sich schnell verbiegen und die unterschiedlichsten Formen annehmen. Fest gewickelte Babys, so dachte man, würden sich zu aufrechten Erwachsenen entwickeln. Ungewickelte Kinder hingegen würden später wie Tiere auf allen vieren laufen.

13. Im Mittelalter liefen viele Kinder statt in Windeln mit nacktem Po herum.

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Diejenigen, die unter all den Wickelkleidern dennoch Windeln trugen, bekamen diese nur selten gewechselt. So hatten viele Babys ständig einen feuchten oder schmutzigen Po.

14. Als das feste Wickeln Jahrhunderte später in Ungnade fiel, empfahl man, Babys in eiskaltes Wasser zu stecken.

HBO / Via giphy.com

Das Wickeln war beliebt, als die Menschen glaubten, Babys müssten es warm haben. Im 18. Jahrhundert glaubte man das Gegenteil. Der Philosoph Jean-Jacques Rousseau meinte sogar, man solle die Kinder nach und nach in immer kälterem Wasser baden lassen, bis sie schließlich „sommers wie winters in kaltem, ja sogar in eiskaltem Wasser baden”.

15. Der erste Inkubator für zu früh geborene Babys wurde von einem Zoodirektor entwickelt. Als Vorlage diente ihm ein Brutschrank für Küken.

Universal Pictures / Via giphy.com

Dieses Modell stammte von 1878, aber Inkubatoren setzten sich erst nach 1933 durch, als sie auf Rummelplätzen und bei der Schau „Living Babies” im Rahmen der Chicagoer Weltausstellung von 1933 zu sehen waren.

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16. In Krankenhäusern fütterten Ärzte und Schwestern die Babys wie Rennmäuse in Käfigen, aus Angst, sie zu oft zu berühren.

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„Prop feeding” nannte man eine Methode, bei der die Fläschchen so neben dem Bett befestigt wurden, dass die Babys Milch saugen konnten, ohne menschlichen Kontakt zu haben. Klingt legitim.

17. Und in den 1930er-Jahren waren Käfige aus Metall, die man aus dem Fenster hängte, während die Babys darin spielten, der absolute Renner.

Es ist so schockierend, wie es klingt: Die Babykäfige, die sich eine gewisse Emma Read im Jahr 1922 hatte patentieren lassen, waren bei Stadtfamilien populär, die ihren Babys etwas frische Luft und wohl auch eine spektakuläre Aussicht verschaffen wollten.
Fox Photos / Getty Images

Es ist so schockierend, wie es klingt: Die Babykäfige, die sich eine gewisse Emma Read im Jahr 1922 hatte patentieren lassen, waren bei Stadtfamilien populär, die ihren Babys etwas frische Luft und wohl auch eine spektakuläre Aussicht verschaffen wollten.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Englisch.