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Die Isländer flippen aus, weil ihre Regierung nur 50 Flüchtlinge aufnehmen will

"Wir haben Kleidung, ein Bett, Spielsachen und alles, was ein Kind braucht. Natürlich würde ich für das Flugticket bezahlen", schrieb eine alleinerziehende Mutter.

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Mehr als 12.000 Menschen haben "teilnehmen" bei einer Veranstaltung geklickt, mit der die Autorin Bryndis Bjorgvinsdottir Menschen in Island ermutigen möchten, für die Aufnahme von mehr Flüchtlingen zu kämpfen.

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In der Beschreibung der Veranstaltung ermutigt Bjorgvinsdottir die Isländerinnen und Isländer, an das dortige Ministerium für Soziales und Wohnungsbau zu schreiben mit dem Aufruf, "mehr zu tun", wenn es um Flüchtlinge geht.

"Flüchtlinge sind mögliche Mitarbeiter in Unternehmen, sie bringen Erfahrungen und Fähigkeiten mit", schrieb sie. "Flüchtlinge sind unsere zukünftigen Ehepartner, besten Freunde, unser nächster Seelenverwandter, der Schlagzeuger in der Band unserer Kinder, unser nächster Arbeitskollege, Miss Island 2022, … ."

Auf ihren eindringlichen Aufruf erhielt sie überwältigende Reaktionen. Viele schrieben, dass sie ihr Zuhause einem oder mehreren syrischen Flüchtlingen zur Verfügung stellen würden.

REUTERS/Laszlo Balogh

"Ich bin alleinerziehend und habe einen 6-jährigen Sohn", schrieb eine Frau, wie The Telegraph berichtet. "Wir können ein Kind in Not aufnehmen. Ich bin Lehrerin und könnte das Kind im Sprechen, Lesen und Schreiben auf Isländisch unterrichten und ihm helfen, in der isländischen Gesellschaft anzukommen. Wir haben Kleidung, ein Bett, Spielsachen und alles, was ein Kind braucht. Ich würde natürlich für das Flugticket zahlen."

"Ich wünschte mir so sehr, dass es möglich wäre, eines oder mehrere Kinder zu adoptieren, die alles verloren haben und ein gutes Zuhause und viel Liebe brauchen", schrieb eine andere Frau.

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Nachdem sich mehr und mehr Menschen an der Aktion beteiligten, reagierte Sigmundur Davíð Gunnlaugsson, der Ministerpräsident von Island. Er kündigte an, dass er ein Team von Beamten damit beauftragen werde, das Thema zu untersuchen.

Jonathan Nackstrand / AFP / Getty Images

"Unser Ziel in der internationalen Politik ist, in so vielen Bereichen wie möglich eine Hilfe zu sein. Und das ist einer der Bereiche, in denen der Bedarf jetzt gerade am höchsten ist", sagte er Iceland Review Online.

Gunnlaugsson fügte hinzu, dass er es zunächst nicht für machbar hielt, 5.000 Flüchtlinge aufzunehmen, wie einige auf der Facebook-Seite gefordert hatten. Doch er sagte, dass er erkennt, dass dieses Thema für die Menschen in Island wichtig ist.

"Ich glaube, dass die Menschen sich darin einig sind, dass wir mehr tun sollten, um auf dieses Problem zu reagieren. Wir müssen nur den besten Weg finden, das zu tun", sagte er.

Mehr als vier Millionen Menschen haben seit Beginn des Bürgerkriegs ihr Heimatland Syrien verlassen, wie das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen berichtet. Weitere 7,6 Millionen Menschen sind in andere Gegenden Syriens geflohen.

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