Ich habe mir selbst einen Dresscode verpasst – und es hat mein Leben verändert!

    Bekleidungsregeln sind oft mega unterdrückend – es sei denn, du legst sie selber fest.

    Taylor Miller / BuzzFeed

    Es gibt viele Aspekte des Alltags, die mir nicht gefallen. Mein Weg zur Arbeit ist ätzend. Ich hasse es, darüber nachzudenken, was ich zu Mittag essen soll. Ich bin kein großer Fan von Arbeiten im Haushalt. Aber eine Sache, über die ich mich nur noch selten beschwere, ist das Anziehen. Denn ich habe endlich einen Weg gefunden, der das Verhüllen des ollen Fleischsacks bedeutend vereinfacht: Ich habe mir selbst einen Dresscode verpasst.

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    Es ist keine Uniform, denn ich trage nicht jeden Tag exakt das gleiche Outfit – obwohl ich viele meiner Lieblingsteile doppelt kaufe und kein Problem damit habe, während der Woche mehrmals dasselbe Outfit zu tragen. Es ist auch keine Capsule-Garderobe, die aus einer bestimmten Anzahl von (im Idealfall sehr vielseitigen) Teilen besteht, die du „haben darfst”. Bei der Capsule-Garderobe geht es mehr ums Zusammenstellen und Kombinieren, um so neue/unterschiedliche/interessante Looks zu schafen. Die Wahrheit ist: Ich SCHEISSE auf neue/unterschiedliche/interessante Looks! Lieber bleibe ich bei einer sehr kleinen Farbpalette und bestimmten Formen, wähle jeden Tag eine oder zwei Outfit-Kombinationen, kaufe nur Teile, die zu meinen Kriterien passen und halte meine Garderobe insgesamt recht klein. Es ist ... ein Dresscode.

    Die Sache ist nämlich die: Willkürlich festgesetzte Regeln darüber, wie Menschen sich kleiden müssen, sind oft furchtbar unterdrückend – es sei denn, du legst sie selber für dich fest. In diesem Fall wirken diese Regeln unheimlich befreiend. Bei mir war das so.

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    Wie das mit meinem Dresscode anfing

    Meine aktuelle Methode, was meine Garderobe angeht, hat sich in zwei Teilen entwickelt. Es fing an, als ich Mitte zwanzig war. Ich sah mein Bankkonto an – und mir war klar: Ich musste viel weniger Geld für Kleidung ausgeben. Also stellte ich eine Regel auf: Wenn ich etwas kaufen wollte – selbst wenn es relativ billig war! –, dann musste es mir wirklich gefallen und ich musste bereit sein, es OFT zu tragen. Das half mir, keine Impulskäufe mehr zu tätigen. Ich war gezwungen, ein besseres Gespür dafür zu entwickeln, was mir wirklich gefiel und worin ich mich wohl fühlte. Es half mir, die Idee zu akzeptieren, immer wieder die gleichen paar Outfits zu tragen – oft über mehrere Jahreszeiten oder sogar jahrelang.

    Als ich dann Ende zwanzig war, zog ich nach New York und musste einen Haufen neue Klamotten kaufen. Vorher hatte ich im Home-Office im tropischen Texas gearbeitet; nun würde ich echte, unterschiedliche Jahreszeiten erleben, jeden Tag das Haus verlassen und es im Büro mit ganz schön stilvollen Menschen zu tun kriegen. Ich kaufte neue Jeans und kuschelige Pullis, und suchte geschlossene Schuhe. Da merkte ich, dass ich immer mehr zu sehr ähnlichen Dingen tendierte. Und manchmal fand ich ein Teil, das mir so sehr gefiel, dass ich ein zweites Exemplar davon kaufen wollte, um es öfter tragen zu können. Als Reserve. Oder einfach für den Fall, dass dem ersten etwas Furchtbares passiert. (MAN WEISS JA NIE!)

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    Zuerst war es seltsam, so viele ähnliche Klamotten zu kaufen – wie wenn du das erste Mal allein in einem Restaurant isst: Du fühlst dich komisch, weil du denkst, dass es sich komisch anfühlen muss, aber nicht, weil es tatsächlich komisch ist. Aber was mir Mut machte, war eine Sache, die ich beobachtet hatte, als ich ein paar Jahre vorher ein Praktikum bei der Zeitschrift ELLE machte und dann dort arbeitete: Die echten Fashion-Leute tragen ständig die gleichen Sachen. Alle meine damaligen Kolleginnen bei ELLE hatten einen persönlichen Stil, der sich von einem Tag zum anderen kaum veränderte und so klar definiert war, dass sie mich an Zeichentrickfiguren erinnerten. Ich gestattete mir somit, weiterhin Teile zu kaufen, die ich wirklich toll fand, selbst wenn sie den Klamotten, die ich schon besaß, sehr ähnelten – oder genau die gleichen waren.

    Sich wohl fühlen (auf jeder Ebene)

    Die andere große Sache, die mich motivierte, war die Bequemlichkeit – nicht nur in körperlicher Hinsicht (wobei meine Kleiderordnung allgemein von dem Wunsch bestimmt ist, flache Schuhe zu tragen), sondern auch in dem Sinne, dass ich mich selbstbewusst und unbeschwert fühlen will. Wir alle kennen diese Tage, wo wir etwas tragen, worin wir uns nicht so ganz wohl fühlen. Es ist dieses Teil, das du zwar nie richtig geliebt, aber trotzdem gekauft hast – weil es im Angebot war oder weil es die Person repräsentierte, die du zu sein hofftest, oder weil du neue Klamotten brauchtest und das Teil nicht hasstest – und nun meinst, es unbedingt tragen zu müssen. Vielleicht sitzt es nicht so richtig gut. Oder es hat eine Eigenschaft (Schößchen, kratzige Spitze), die dir nicht gefällt. Oder du schätzt es als einzelnes Teil, hast aber keine Ahnung, was du dazu tragen sollst. Und jedes Mal, wenn du versuchst, daraus ein Outfit zu machen, bereust du deine Entscheidung. Immer wenn du dich dazu überwindest, es zu tragen, denkst du: Dieses Mal wird es anders sein. Aber es ist nie anders!!! Du zupfst und ziehst den ganzen Tag daran herum und guckst angsterfüllt in den Spiegel, um zu prüfen, ob du wirklich so schlimm aussiehst, wie du dich fühlst.

    Mir wurde klar: Wenn mir alles gefällt, was ich im Schrank habe, dann fühle ich mich immer super. 

    Kleidung zu tragen, in der du dich unwohl fühlst, lenkt dich ungeheuer ab. Was es für mich besonders lästig machte, war, dass New York ohnehin schon anstrengend ist – selbst an den Tagen, an denen dir dein Outfit wirklich gefällt. Da wurde mir klar: Wenn mir alles gefällt, was ich im Schrank habe, dann fühle ich mich immer super. Ich blieb also bei Läden, Stilen, Formen, Stoffen und Farben, von denen ich ziemlich sicher wusste, dass ich mich damit wohl fühle. Mit der Zeit entstand dann das, was ich jetzt „meinen Dresscode” nenne.

    Wie es in der Praxis aussieht

    Mein Stil ist clean, sportlich-elegant, lässig und bequem. Er enthält auch viele Pastellfarben und ich trage das ganze Jahr hindurch jede Menge Weiß. Die Teile an sich wechseln mit den Jahreszeiten, aber die gleichen Teile und Stile tauchen immer wieder auf und alles wirkt vertraut.

    Frühling

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    Sweatshirt: ASOS.

    Weiße Jeans + Sweatshirt oder Pulli in Grau, Pastellfarben, Elfenbeinweiß oder Marineblau mit langen Ärmeln

    Weiße Jeans + pastellfarbenes T-Shirt mit V-Ausschnitt (Frühlingsende/Sommeranfang)

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    (Klicke auf ein Foto, um es zu vergrößern. PS: Die Marken / Quellen der Teile sind in den jeweiligen Bildunterschriften genannt, falls du neugierig bist!)

    Herbst

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    Ganz ehrlich: Herbst ist so ziemlich dasselbe wie Frühling. Allgemein leisten mir meine leichten Pullover die besten Dienste – darunter auch der gute alte elfenbeinfarbene Strickpulli, den ich 2013 im Ralph Lauren Factory Store gekauft habe –, die kann ich nämlich fast das ganze Jahr über tragen.

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    Winter

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    Pulli: J. Crew.

    Winter! Meine liebste Jahreszeit! Jedes Mal, wenn es wieder fünf Grad kälter wird, werde ich ein bisschen lebendiger.

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    Winter ist im Prinzip genau wie Frühling und Herbst, nur mit Socken, Stiefeln, dickeren Pullis und ein bisschen Kunstfell.

    Sommer

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    Rock: ASOS (2015)

    Entweder ein ärmelloses weißes Midikleid oder ein ärmelloses weißes Sommerkleid (die beiden unten abgebildeten Kleider habe ich doppelt) + eine hellrosa Strickjacke für drinnen. (Zum Teufel mit der Klimaanlage im Büro!)

    Midirock in Pastellfarben oder mit Blumenmuster + weißes T-Shirt oder Tanktop

    Pastellfarbene Shorts + weißes T-Shirt bzw. Tanktop oder elfenbeinfarbene Shorts + pastellfarbenes T-Shirt

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    Den Sommer mag ich am wenigsten, aber ich mache das Beste daraus.

    Accessoires

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    Meine Accessoires sind eigentlich immer die gleichen: kleine goldene Ohrringe, eine Uhr, zwei goldene Ringe an jeder Hand und ein elfenbeinfarbenes Portemonnaie beziehungsweise ein Rucksack. Und dann trage ich fast immer hellbraune/beige Schuhe: Slipper von Coach (im Winter mit Socken), Schnürstiefel, Stiefel, Keilabsätze. Weitere meiner Favoriten sind mintgrüne Reebok-Turnschuhe und Leo-Slipper. Außerdem meine Bean-Stiefel oder Ugg Boots, wenn ich im Winter zur Arbeit fahre. Ich habe auch schwarze Regenstiefel, die echt praktisch sind.

    Joker

    An den Wochenenden trage ich immer einen recht ähnlichen Look: pastellfarbene Pyjamas, Jogginghosen (ich bin besessen von meiner cremefarbenen Hose von Lou & Grey Zen Bounce Upstate und besitze natürlich zwei Paare davon) oder Shorts, außerdem ein weißes Tanktop, T-Shirt oder Sweatshirt und/oder einen pastellfarbenen Kapuzenpulli mit Reißverschluss.

    Rachel Miller

    Bei Veranstaltungen (von denen ich ungefähr zwei im Jahr besuche) trage ich ein Blumenkleid, einen blauen oder elfenbeinfarbenen Jumpsuit (alle von ASOS). Ich habe auch ein Paar Bluejeans und ein Paar hellgraue Hosen von J. Crew, die ich vielleicht einmal im Monat zusammen mit einem elfenbeinfarbenen oder weißen Top trage. Außerdem habe ich einen elfenbeinfarbenen schulterfreien Pulli und ein elfenbeinfarbenes schulterfreies Pulloverkleid, falls ich es sexy-kuschelig haben will (mein Lieblingszustand, ehrlich gesagt).

    Rachel Miller
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    Urlaub 2016: blauer Jumpsuit, rosa Haare.

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    Urlaub 2017: cremeweißer Jumpsuit, rosa Haare.

    Und ... das war’s auch schon! Das trage ich!

    Eigentlich ist es gar nicht so anders als die Kleiderordnung während meiner Ausbildung an der katholischen Schule – vielleicht fühlt sie sich deshalb für mich so normal an.

    Auch wenn mein Stil total ungezwungen ist, wirkt er wegen der Farbwahl und das viele Weiß poliert – was nicht unbedeutend ist, da ich mich als farbige Frau durch die Welt bewege. Schützen mich allein meine weißen Jeans davor, von der Polizei belästigt zu werden? Nein. Aber insgesamt lässt sich meine Garderobe als Mittelschicht-Look interpretieren. Sie ist ziemlich konservativ und ähnelt im Grunde der ambitionierten Kleidung meiner Jugend. Fast alles, was ich trage, würde auch perfekt zu einem weißen Yuppie Ende der 80er/Anfang der 90er passen: absolut ungefährlich. Das ist nicht der Hauptgrund, warum ich diese Klamotten gewählt habe – sie gefallen mir wirklich und freche Drucke oder knallige Farben passen gar nicht zu mir. Aber ich würde nie leugnen, dass sie mir helfen, mich leichter durch die Welt zu bewegen.

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    Kleiderständer: Amazon. Samt-Kleiderbügel: Home Goods.

    Wie ich shoppe

    Ich sage oft im Scherz, dass ich nur viermal im Jahr shoppen gehe, aber viel öfter shoppe ich wirklich nicht. Da ich kein großer Fan des Klamottenkaufens bin, erledige ich gleich alles auf einmal und habe dann für mehrere Monate meine Ruhe. Wenn ich im Shoppingmodus bin, gehe ich immer in die gleichen Läden: zu H&M, J. Crew, J. Crew Factory, ASOS, Nordstrom Rack und in den Coach Factory Store (um gelegentlich neue Accessoires zu kaufen). Manchmal kaufe ich auch woanders, wenn eine Freundin etwas von einer anderen Marke trägt oder wenn mir ein Teil gefällt, das eine der wenigen Modebloggerinnen trägt, denen ich folge.

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    Rucksack: Baggu. Pfirsich-Anstecker: Pintrill.

    Die Anzahl der Läden zu begrenzen, ist ein guter Anfang, aber es ist der Dresscode selbst, der das Shoppen viel effizienter und weniger erdrückend macht – und ich kann ihn jederzeit ändern, wenn ich etwas sehe, das meine Fantasie anregt! Wenn ich heutzutage shoppen gehe, dann halte ich Ausschau nach ganz bestimmten Farben, Stoffen und Formen – was bedeutet, dass ich superschnell vorankomme. Na, ist auf diesem Ständer alles schön hell und gemustert? Hat das Kleid dort die Form einer Papiertüte? Cool, WEITER geht’s. Und im Internet kann ich meine Suche nach Farbe und Stil filtern. So kann ich trotzdem den Nervenkitzel der Jagd erleben, aber es ist nicht so anstrengend.

    Das Zahlenspiel

    An dieser Stelle würden manche Leute argumentieren, dass du dir schönere/teurere Sachen kaufen könntest, weil du ja nicht so viel kaufst und die Sachen „ewig” trägst. Und das stimmt auch ... Tatsache ist aber: Die meisten meiner Klamotten sind trotzdem billig. (H&M-Sweatshirts für 20 Dollar sind ein wesentlicher Bestandteil meiner Garderobe!) Ich kaufe mittlerweile etwas teurere Teile, aber ich bin keine Anhängerin der klassischen Denkweise „Kauf dir lieber einen Rock für 300 Dollar als zehn Röcke für 30 Dollar”, die man in Modezeitschriften findet. Meine Philosophie lautet eher: „Kauf dir einen oder zwei Röcke, die dir wirklich gefallen, die du mehrere Jahre lang tragen wirst und für die du insgesamt höchstens 80 Dollar ausgibst.” So ungefähr. Zum Glück habe ich etliche Sachen gefunden, die mir gefallen und die nicht unverschämt teuer sind. 300 Dollar für einen einzigen Alltagsrock – das würde für mich nur Sinn machen, wenn ich wüsste, dass ich ihn in den nächsten vier Jahren mehrmals pro Woche tragen werde und auch darin begraben werden möchte.

    In der heutigen Konsumlandschaft musst du bei jedem Haushaltsartikel, den du kaufst, erst einmal Dutzende Optionen in Erwägung ziehen. Es hat also etwas für sich, wenn du weniger Entscheidungen zu treffen hast.

    Und anstatt willkürlich die Anzahl der Klamotten festzulegen, die ich „haben darf”, versuche ich einfach, ehrlich zu mir selbst zu sein: Was brauche ich wirklich? Das kommt meist darauf an, wie oft ich bereit bin, Wäsche zu waschen. Ich kaufe auch nur Sachen, die mir wirklich gefallen, und wie sich gezeigt hat, sind das gar nicht so viele. Aber ich habe auch keine Schuldgefühle, wenn ich mal neue Sachen kaufe. Wenn mir im Trockner aus Versehen etwas schrumpft oder wenn ich den Eindruck habe, ich könnte ein paar neue Sommerkleider gebrauchen, oder – Ach, ist das süß – wenn ich neue Sachen kaufen muss, weil ich um eine Größe zu- oder abgenommen habe, dann krieche ich nicht vor dem Altar der Modezaren herum, bevor ich etwas kaufe. Ich bin diejenige, die die Regeln bestimmt, und die Regeln haben mir zu dienen – nicht umgekehrt.

    Wäsche

    Natürlich: Weniger Klamotten zu haben, bedeutet weniger Wäschewaschen, und ich wasche gar nicht gern. Und da alles, was ich kaufe, möglichst lange halten soll, lege ich Wert auf eine sehr gute Pflege meiner Kleidung. Das heißt, ich wasche die Sachen nicht zu oft, ich befolge die Pflegehinweise und ich hänge fast alles zum Trocknen auf die Leine (außer Socken und Unterwäsche). Das nervt zwar total, hat sich aber langfristig gelohnt. (Die Trockner im Waschsalon sind SEHR HEISS und ICH TRAUE IHNEN NICHT!!!)

    Rachel Miller

    Das Gute ist, dass meine Kleiderordnung das Wäschewaschen bedeutend einfacher macht – es gibt nicht viele Stoffarten und damit auch nicht viele Pflegemethoden, und meistens wasche ich nur zweimal in der Woche.

    Entscheidungs-Minimalismus ist gut

    Einer der größten Vorteile einer Kleiderordnung ist, dass das Anziehen am Morgen jetzt so einfach ist. Das Wetter ist das Einzige, was ich wirklich berücksichtige. Ansonsten versuche ich generell, zwei Tage hintereinander dasselbe Outfit zu tragen. Und bei den seltenen Anlässen, wo ich mich schick machen muss, mache ich mir keinen Stress wegen der Kleidung oder der Zeit, um shoppen zu gehen. Ich weiß ja, dass ich eines meiner drei Veranstaltungs-Outfits tragen werde, und bin bereit.

    In der heutigen Konsumlandschaft musst du bei jedem Haushaltsartikel, den du kaufst – vom Deo bis zum Müllsack – erst einmal Dutzende Optionen in Erwägung ziehen. Es hat also etwas für sich, wenn du weniger Entscheidungen zu treffen hast.

    Lauren Zaser / BuzzFeed

    Ich bin nicht allein mit meinem Wunsch, nicht jeden Morgen aufs Neue mit meinem Kleiderschrank kämpfen zu müssen. Viele berühmte, erfolgreiche Leute – Mark Zuckerberg, Barack Obama, Steve Jobs – denken genauso. Und viele weitere, mittelmäßige Männer machen das schon jahrelang. (Hallo, Anzüge?) Natürlich werden Männer viel seltener verurteilt, wenn sie auf der Arbeit jeden Tag das Gleiche tragen. Wenn ein Mann zu jeder Hochzeit im selben Anzug und mit derselben Krawatte erscheint, ist es äußerst unwahrscheinlich, dass das jemand mitkriegt, geschweige denn kommentiert.

    Wenn ein Mann zu jeder Hochzeit im selben Anzug und mit derselben Krawatte erscheint, ist es äußerst unwahrscheinlich, dass das jemand mitkriegt, geschweige denn kommentiert. 

    Eine Frau braucht etwas mehr Nerven, um immer wieder mit denselben Sachen zur Arbeit oder zu Veranstaltungen zu gehen. Und ich möchte auch nicht die sehr realen gesellschaftlichen Folgen verharmlosen, mit denen Frauen wegen ihrer Kleidung zu kämpfen haben. Ich behaupte auch nicht, dass jede Frau das kann. Abgesehen von einer nicht unerheblichen Menge an Vorteilen hat es mir aber auch geholfen, zu wissen, dass jeder, der Frauen wegen ihres Festhaltens an einer begrenzten Garderobe verurteilt, objektiv unrecht hat. Es gibt wirklich kein legitimes Argument dafür, wieso eine Frau sich für jeden einzelnen Anlass ein neues Kleid kaufen soll (insbesondere, wenn ihr männlicher Gegenpart das nicht muss).

    Klar, es ist ziemlich naiv, zu erwarten, dass die Leute ihre Argumente gut begründen, wenn sie wegen der Forderung einer Frau nach Gleichheit und körperlicher Autonomie gekränkt sind. Doch ich wusste: Jeder, der mich dafür verurteilte, dass ich nicht haufenweise Zeit, Geld und Kraft für meine Kleidung verbrauchte, würde als Snob, Sexist, unsicher und äußerst unvernünftig wahrgenommen. Dadurch bekam ich das Selbstvertrauen, es einfach durchzuziehen. Und bislang haben sich die meisten Leute über das, was ich trage, positiv geäußert – jedenfalls von Angesicht zu Angesicht. Das kann aber auch daran liegen, dass es im schmuddeligen New York wirklich ungewöhnlich ist, wenn man das ganze Jahr hindurch Weiß trägt; wenn ich aber in weißen Jeans aufs Klo gehe und ganz offen mit einem Super-Plus-Tampon herumfuchtele, dann ist das ein dezenter Akt der Aggression. Es kommt also vielleicht nur daher, dass die meisten Leute sich nicht auf dieses Niveau begeben wollen! Wer weiß???

    Taylor Miller / BuzzFeed

    Ja, es ist langweilig. Genau das ist ja der Punkt:

    Für manche ist das Sich-Kleiden ein Ventil für Kreativität; ich gehöre nicht zu diesen Leuten. Ich betrachte Kleidung als eine Form, um sich selbst auszudrücken – aber nicht um ein Feld, auf dem ich kreativ sein will. Und tatsächlich habe ich entdeckt, dass, wenn ich nicht über meine Kleidung nachdenke, es mir leichter fällt, meine Zeit und schöpferische Kraft in Dinge zu investieren, die mir wirklich wichtig sind. Auch wenn ich einen sehr speziellen Stil habe, der bei mir im Büro mittlerweile ziemlich bekannt ist, bin ich kein stilvoller Mensch (Jeans und Pulli von H&M und J. Crew sind nicht gerade avantgardistisch!!!). Und das ist auch gut so. Ich habe etliche andere gute Eigenschaften, die ich in meinen College-Bewerbungen aufzählen kann.

    Dieser Artikel erschien zuerst auf Englisch.

    BuzzFeed Daily

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