back to top

Rewe, Penny, Edeka: 14 Verkäuferinnen erzählen, wie es wirklich ist, im Einzelhandel zu arbeiten

Unterbezahlt, krank, schikaniert: 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Rewe, Edeka und Penny erzählen von ihrer Arbeit.

Gepostet am

Krank arbeiten

„Erkältungen gehen rum, alle stecken sich an und der Abteilungsleiter sagt nur: ‚Nimm eine Ibuprofen und mach weiter!’. Und wenn du dich doch krank meldest, ruft dich der Chef nach dem ersten Tag an, ob du nicht schon wieder gesund bist. (...) An schlechten Tagen arbeite ich zehn Stunden, acht bekomme ich bezahlt. (...) Es wird einfach verlangt, kein Ausgleich, keine Auszahlung, nichts.“ – Verkäuferin an einer EDEKA Frische-Theke.
BuzzFeed News / Getty Images

„Erkältungen gehen rum, alle stecken sich an und der Abteilungsleiter sagt nur: ‚Nimm eine Ibuprofen und mach weiter!’. Und wenn du dich doch krank meldest, ruft dich der Chef nach dem ersten Tag an, ob du nicht schon wieder gesund bist. (...) An schlechten Tagen arbeite ich zehn Stunden, acht bekomme ich bezahlt. (...) Es wird einfach verlangt, kein Ausgleich, keine Auszahlung, nichts.“ – Verkäuferin an einer EDEKA Frische-Theke.

Unbezahlte Überstunden

„Wir fangen um 6:30 an, doch bezahlt werden wir ab 7 Uhr. Aber du musst früher kommen, sonst bist du nicht fertig, wenn der Laden aufmacht. (...) Unser Chef ist eigentlich immer im Laden. Wenn wir über die Stunden kommen, dann bekommt der Ärger. Der zieht oft Tage durch. Das kommt von oben, das wird vorgegeben.“ – Verkäuferin bei PENNY
BuzzFeed News / Getty Images

„Wir fangen um 6:30 an, doch bezahlt werden wir ab 7 Uhr. Aber du musst früher kommen, sonst bist du nicht fertig, wenn der Laden aufmacht. (...) Unser Chef ist eigentlich immer im Laden. Wenn wir über die Stunden kommen, dann bekommt der Ärger. Der zieht oft Tage durch. Das kommt von oben, das wird vorgegeben.“ – Verkäuferin bei PENNY

Keine Wochenenden

„Ich habe noch nie Überstunden bezahlt bekommen. In den ganzen 40 Jahren noch nicht. (...) Samstags frei ist der absolute Luxus. 2016 hatte ich einen Samstag frei. Im Grunde ist daran meine Beziehung gescheitert.“ – Verkäuferin bei REWE
BuzzFeed News / Getty Images

„Ich habe noch nie Überstunden bezahlt bekommen. In den ganzen 40 Jahren noch nicht. (...) Samstags frei ist der absolute Luxus. 2016 hatte ich einen Samstag frei. Im Grunde ist daran meine Beziehung gescheitert.“ – Verkäuferin bei REWE

Das sind nur einige Beispiele für Arbeitsbedingungen in Deutschlands Supermärkten.

BuzzFeed News hat in den vergangenen Monaten mit 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Rewe, Edeka und Penny lange Gespräche geführt. Sie werden unter Druck gesetzt, wenn sie krank sind. Sie bekommen Überstunden oft nicht bezahlt. Sie verdienen bis zu 30 Prozent unter dem Tariflohn. Sie dürfen Ruhezeiten regelmäßig nicht einhalten – nicht zufällig, sondern geplant. Das berichten alle diese Menschen, unabhängig voneinander und übereinstimmend.

Die Gespräche und Dokumente geben einen drastischen Einblick in die Probleme einer der wichtigsten deutschen Branchen. Mehr als drei Millionen Menschen arbeiten in Deutschland im Einzelhandel, die meisten von ihnen sind Frauen.

Unsere Gespräche können nur einen kleinen Einblick geben. Sie sind Schlaglichter. Sie sind sicher nicht repräsentativ für jeden Arbeitgeber im Einzelhandel – und auch nicht für jede Filiale der drei genannten Supermarkt-Ketten. Doch sie werfen Fragen auf. Die Vielzahl der Probleme und die immer wieder ähnlich formulierten Beschwerden legen den Verdacht nahe, dass es sich eben nicht um Einzelfälle handelt. Es scheint strukturell etwas schief zu laufen im deutschen Einzelhandel.

REWE und Penny haben auf detaillierte Anfragen von BuzzFeed News nicht reagiert. EDEKA widerspricht den erhobenen Vorwürfen: „Gute Arbeitsbedingungen haben für den gesamten EDEKA-Verbund eine hohe Priorität“, schreibt uns eine Sprecherin. „Zahlreiche mittelständische Einzelhandelsbetriebe im EDEKA-Verbund unterliegen zwar keiner Tarifbindung, dennoch orientieren sich viele Betriebe am Tarif oder bieten individuelle übertarifliche Leistungen. Denn nur durch kompetente und motivierte Mitarbeiter können sie das EDEKA-Qualitätsversprechen halten.“ Die EDEKA-Genossenschaften würden von ihren Mitgliedern erwarten, dass diese sich an die gesetzlichen Vorgaben halten. Die Frage allerdings, wie das effektiv kontrolliert wird, ließ EDEKA unbeantwortet – die ausführliche Antwort von EDEKA stellen wir am Ende dieses Textes zur Verfügung.

ZUM HINTERGRUND

Für den Sommer 2017 prognostizierte Deutschlands Handelsverband einen neuen Umsatzrekord. In den vergangenen 20 Jahren haben große Ketten im Einzelhandel kleinere Unternehmen verdrängt. Der Kampf um Marktanteile wird häufig über Löhne und Öffnungszeiten geführt. Darunter leiden die Mitarbeiter.

So bleiben zum Beispiel die Löhne der Beschäftigten seit Jahren niedrig. Das zeigt die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Fraktion vom Mai 2017. Mehr als die Hälfte der drei Millionen Beschäftigten sind Minijobber oder Teilzeitbeschäftigte. Der Großteil arbeitet zu Niedriglöhnen. Im Jahr 2015 bekamen in Westdeutschland 62 Prozent der Mitarbeiter im Einzelhandel keinen Tariflohn, in Ostdeutschland 74 Prozent. Mit anderen Worten: den tariflich vereinbarten Lohn erhalten ist nicht die Regel – es ist die Ausnahme.

Tarifverträge gibt es oft nur in der Theorie

Seit dem Jahr 2000 steigen immer mehr Unternehmen und Betriebe aus den Tarifverträgen aus. Damals wurde die Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge aufgekündigt.

Bis dahin gab es einen Konsens zwischen den Arbeitgebern im Einzelhandel und den Gewerkschaften, für neu abgeschlossene Tarifverträge immer auch einen Antrag auf Allgemeinverbindlicherklärung zu stellen. Im Jahr 2000 wurde dieser Konsens durch die Arbeitgeberverbände und mit Zustimmung der Politik beendet.

Andreas Rentz / Getty Images

Gewerkschaften werfen vor allem Edeka und Rewe vor, sie würden die Tarifbindung verhindern und in ihren privatisierten Märkten Tarife umgehen. Rewe und Edeka haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Märkte privatisiert. Die privaten Märkte unterliegen in der Regel nicht mehr dem Tarifvertrag, während die sogenannten Regie-Märkte, die direkt vom Unternehmen geführt werden, der Tarifbindung unterliegen.

Edeka betreibt 7.054 Märkten: 5.858 von selbständigen Einzelhändlern, 1.196 sogenannter Regiemärkte. Die privat betriebenen Märkte folgen in der Regel nicht dem Tarifvertrag. Viele gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird, doch sowohl Edeka als auch Rewe oder Penny antworteten auf konkrete Fragen dazu nicht oder nur ausweichend. Experten und Gewerkschaften vermuten, dass bereits heute bei Rewe rund 40 Prozent der bundesweit 3.300 Märkte privatisiert sind. Auch diese Märkte unterliegen nicht der Tarifbindung.

„Ohne Tarifbindung liegen die Entscheidungen über Arbeitszeiten, Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie Stundenlohn weitgehend nur bei den Arbeitgebern“, sagt Orhan Akman, der für die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di in der Tarifkoordination Einzelhandel arbeitet.

Auszüge aus einer "Betriebsvereinbarung" zwischen EDEKA und einem Betriebsrat. Ihr Ziel: "planbare Arbeits- und Freizeitssysteme zu ermöglichen und Mehr-/Überarbeit und Minusstunden in überschaubarem Rahmen halten". Unter §3 dort wird festgehalten, dass Mitarbeiter in der Regel eine 5-Tage-Woche haben. §4 bestimmt, dass Mitarbeiter "an einem Samstag im Monat von der Beschäftigung freigestellt" werden. Die Praxis sieht oft anders aus.
BuzzFeed News

Auszüge aus einer "Betriebsvereinbarung" zwischen EDEKA und einem Betriebsrat. Ihr Ziel: "planbare Arbeits- und Freizeitssysteme zu ermöglichen und Mehr-/Überarbeit und Minusstunden in überschaubarem Rahmen halten". Unter §3 dort wird festgehalten, dass Mitarbeiter in der Regel eine 5-Tage-Woche haben. §4 bestimmt, dass Mitarbeiter "an einem Samstag im Monat von der Beschäftigung freigestellt" werden. Die Praxis sieht oft anders aus.

Viele Mitarbeiter gehen krank zur Arbeit

Leon Thalberg hat seine Ausbildung in einem privaten Edeka-Markt gemacht. Nach der Ausbildung verdiente er 1.700 Euro Brutto pro Monat. Vor Kurzem, nur etwa ein Jahr nach der Ausbildung, kündigte er seinen Job. „Die Rahmenbedingungen sind so schlimm, dass ich mich nochmal umorientiere“, sagt er.

„Ich war im zweiten Lehrjahr einmal krank. Ich hatte eine Fußverletzung, konnte nicht mehr auftreten und hatte ein Schwindelgefühl und Zitteranfälle. Der Arzt hat mich für die restliche Woche krankgeschrieben. Ich wollte das Attest in der Filiale abgeben, da hat mich mein stellvertretender Chef angeschrien: Mit einem verletzten Fuß könne ich ja kassieren. Ich habe mit den Händen gezittert und der schreit mich an. Ich habe dann kassiert, hatte einen Differenzbetrag von 60 Euro und weiß bis heute nicht, was an dem Tag noch passiert ist. Dieser Umgang ist leider kein Einzelfall“, sagt Thalberg.

„Nimm eine Ibuprofen und mach weiter!“

„Es wird einfach nicht auf die Gesundheit der Mitarbeiter geachtet. Erkältungen gehen rum, alle stecken sich an und der Abteilungsleiter sagt nur: ‚Nimm eine Ibuprofen und mach weiter!’. Und wenn du dich doch krank meldest, ruft dich der Chef nach dem ersten Tag an, ob du nicht schon wieder gesund bist“, sagt Yvonne Meister, die in einem privaten Edeka-Markt an der Frische-Theke arbeitet. Sie wurde bei Edeka ausgebildet, arbeitet dort seit 15 Jahren und verkauft Wurst, Fleisch und Käse. Sie arbeitet Vollzeit auf 40-Stunden-Basis und bekommt 2000,- Euro Brutto pro Monat.

Krankheitstage bedeuten für die Supermärkte: sie müssen Arbeitskräfte bezahlen, die nicht arbeiten können. Ersatz muss gefunden werden, Schichten getauscht und Pläne geändert. Immer wieder erzählen uns Verkäufer, dass die Arbeitgeber mit verschiedenen Mitteln versuchen, Druck auf ihre Angestellten auszuüben, damit diese sich nicht krankschreiben lassen. Der genaue Umgang ist abhängig von den Abteilungsleitern und Filialleitern der jeweiligen Märkte – und es gibt durchaus auch vorbildliche Führungskräfte. Alle unsere Gesprächspartner aber berichteten über den Druck, möglichst selten krank zu sein. Auch um die anderen Kollegen nicht im Stich zu lassen.

Wer oft krank wird, verliert sein Weihnachtsgeld

Yvonne Meister erzählt, wie in ihrem Edeka-Markt die Filialleitung die Fehltage der Mitarbeiter über das Weihnachtsgeld reduzieren wollte. „Am Anfang hatten wir normal Weihnachtsgeld bekommen. Immer als Warengutschein. Damit können wir in unserem Markt einkaufen. Das ist eine freiwillige Leistung in den privaten Märkten. Dann kam ein Brief, dass das jetzt mit Krankheits-Tagen gestaffelt wird.“ Der genannte Brief liegt BuzzFeed News vor.

„Mein Chef hat aber nur gesagt, ich soll mich zusammenreißen, es seien ja nur noch fünf Stunden. Ich könne zwar gehen, aber ich solle mir das gut überlegen, das wird dann auch vom Weihnachtsgeld abgezogen.“ - EDEKA-Mitarbeiterin
Andreas Rentz / Getty Images

„Mein Chef hat aber nur gesagt, ich soll mich zusammenreißen, es seien ja nur noch fünf Stunden. Ich könne zwar gehen, aber ich solle mir das gut überlegen, das wird dann auch vom Weihnachtsgeld abgezogen.“ - EDEKA-Mitarbeiterin

Seit drei Jahren heißt das nun: Bei null Krankheitstagen erhalten die Mitarbeiter anstelle eines Weihnachtsgeldes 75 Prozent ihres Brutto-Lohnes als Warengutschein. Bei maximal sechs Krankheitstagen gibt es noch 50 Prozent des Bruttolohnes. Danach kontinuierlich weniger. Ab vier Wochen Krankheit gibt es keinen Warengutschein mehr.

Das Weihnachtsgeld wurde so zum Gesundheitsbonus. Bei einem Monatsgehalt von 2000 Euro Brutto bedeutet der erste Krankheitstag für Yvonne Meister 500 Euro weniger am Ende des Jahres.

„Das ist natürlich ein enormer Ansporn, immer zu kommen. Und es ist egal, warum du krankgeschrieben bist, ob Beinbruch oder Erkältung, egal. Ich hatte einen Arbeitsunfall und habe mir den Arm gebrochen. Sechs Wochen konnte ich nicht arbeiten und das Weihnachtsgeld war weg. Ein Kollege hat sich geschnitten und eine Blutvergiftung bekommen, weil er erstmal weiter gearbeitet hat. Dann war er zwei Wochen krank. Weihnachtsgeld gekürzt. Das ist für mich unverständlich. Wir geben alles in den Märkten, dann läuft etwas schief, du verletzt dich und der Dank: kein Weihnachtsgeld“, sagt Meister.

Wenn kranke Mitarbeiter gefährlich werden

Der Druck, auch krank zur Arbeit zu erscheinen, kann auch für die Kunden gefährlich werden. „In der Ausbildung ging es mir plötzlich total schlecht, ich habe mich übergeben und direkt meinem Chef Bescheid gesagt, denn wir haben ja eine Gesundheitsbelehrung unterschrieben“, sagt Yvonne Meister.

Eine Gesundheitsbelehrung müssen in Deutschland alle unterschreiben, die mit frischen Lebensmitteln arbeiten. Mit ihrer Unterschrift versichern die Arbeitnehmer, dass sie nicht mehr weiterarbeiten, wenn sie zum Beispiel Anzeichen für eine Magen-Darm-Erkrankung haben.

„Mein Chef hat aber nur gesagt, ich soll mich zusammenreißen, es seien ja nur noch fünf Stunden. Ich könne zwar gehen, aber ich solle mir das gut überlegen, das wird dann auch vom Weihnachtsgeld abgezogen“, sagt Meister. Sie blieb bis zum Ende der Schicht.

Ein anderes Problem ist die körperliche Dauerbelastung. Ein Kassierer schiebt am Tag mehrere tausend Kilo Waren über die Kasse oder packt Waren in die Regale. „Im Grunde kann man für alle Supermärkte sagen, dass im Bereich der Ergonomie sehr wenig für die Arbeitnehmer gemacht wird“, sagt Orhan Akman von der Gewerkschaft ver.di.

„Man hat dieses Verantwortungsgefühl, will die Kollegen nicht hängen lassen und man hat Angst um den Arbeitsplatz.“

Christine Bohm ist seit mehr als 40 Jahren Verkäuferin. Sie ist heute in einem privaten Rewe-Markt angestellt, verdient bei einer 30 Stunden-Woche 1800 Euro brutto im Monat. Sie erlebt täglich ähnliche Dinge: „Weihnachten ist immer Hochtour. Da muss man um drei Uhr auf der Arbeit sein. Kein Essen, keine Pause. Ich hatte mir eine Grippe eingefangen einen Winter. Mir ging es dreckig. Aber man hat dieses Verantwortungsgefühl, will die Kollegen nicht hängen lassen und man hat Angst um den Arbeitsplatz. Das ist schwer zu erklären. Eigentlich eine Verantwortung, die man nicht haben sollte.“

„Heiligabend stand ich dann mit Fieber hinter der Theke und bin abends direkt ins Krankenhaus. Weihnachten war gelaufen und ich krankgeschrieben mit einer Lungenentzündung. Dann bin ich Mitte Januar zurück und mir fehlten 30 Überstunden. Mein Chef sagte nur: Ich akzeptiere keine Krankmeldung zwischen Weihnachten und Neujahr. Ich habe dann mit einem Anwalt gedroht und er hat sie mir wieder aufgeschrieben. Da habe ich mir gedacht, das will ich nicht mehr und habe gekündigt, nach über 20 Jahren. Das ist der Hammer“, sagt Bohm.

Und auch zuhause, sagt Christine Bohm, lassen die Vorgesetzten kranke Mitarbeiter nicht in Ruhe: „Die geben einem gute Tipps wenn man krank ist. Ich hatte eine Grippe und war 14 Tage krankgeschrieben. Der rief zwischendurch an und hat mir Tipps gegeben, wie ich schneller wieder gesund werde. Ich kann es nicht mehr hören, dass Chef einem so Scheiß-Tipps geben, wie man schneller gesund wird. Man muss immer erklären, wo man sich eine Grippe eingefangen hat. Die hätten am liebsten, das man da mit sämtlichen Krankheiten steht. Obwohl wir unterschreiben müssen, dass wir mit ansteckenden Krankheiten zuhause bleiben müssen.“

John Macdougall / AFP / Getty Images

Häufig werden Überstunden nicht bezahlt

„Ich habe noch nie Überstunden bezahlt bekommen. In den ganzen vierzig Jahren noch nicht“, sagt Christin Bohm. „Ich würde ja gerne mehr als 30 Stunden arbeiten, aber das schaffe ich nicht mehr. Wir haben permanenten Personalmangel. Die Arbeit, die früher vier gemacht haben, machen jetzt zwei. Mit Überstunden sind es mal 35, mal 48 und manchmal auch 50. Die Überstunden, die erfasst werden, die darf man dann immer mal abbummeln. Aber was bringt mir das, wenn mein Chef mich um sechs Uhr morgens anruft und sagt, ich könne eine Stunde später kommen und eine Überstunde abfeiern?“

„Die Arbeit, die früher vier gemacht haben, machen jetzt zwei.“

Auf Christine Bohms Stundenzettel stehen zurzeit rund 180 Überstunden. Sie schätzt, dass sie deutlich mehr graue Überstunden hat. Graue Überstunden werden nicht registriert, den Arbeitnehmern nicht ersetzt und sie sind nicht statistisch erfasst. Es gibt viele Möglichkeiten, wie sich graue Überstunden ansammeln. Entweder haben die Märkte keine technische Zeiterfassung und die eingetragenen Stunden per Hand entsprechen nicht den realen Stunden. Oder die Verkäufer werden dazu aufgefordert, früher zu stempeln und dann weiter zu arbeiten. Mitunter werden auch Pausenzeiten berechnet, obwohl der Verkäufer gar keine Pause gemacht hat.

Leon Thalberg, ebenfalls bei Edeka, berichtet: „Wir haben eine Acht-Stunden Schicht, dazu kommen eineinhalb Stunden Pause. Aber ständig sagt dein Chef: mach doch keine Pause gerade, mach doch etwas weniger Pause. Dann arbeitest du von 11:30 bis 20 Uhr manchmal durch. Um 20 Uhr ist Feierabend. Dann müssen wir aber noch die Kasse abrechnen. Da kommt an einem guten Tag, wenn ich Pause nehmen kann, eine halbe Überstunde drauf, die keiner bezahlt, an schlechten Tag arbeite ich zehn Stunden, acht bekomme ich bezahlt. Wir haben quasi keine Überstunden. Es wird einfach verlangt, kein Ausgleich, keine Auszahlung, nichts. Mein Chef sagt dann immer, er mache ja auch keine Pause.“

„Samstags frei ist der absolute Luxus“

Spätestens seit Supermärkte auch Samstags ganztags geöffnet sind, gehören freie Samstage im Einzelhandel – zumindest bei unseren Interviewpartnern – zur Ausnahme. „Samstags werden alle gebraucht, höchstens drei bis vier freie Samstage im Jahr, das ist Standard“, sagt Thalberg.

Bei Christin Bohm ist es noch schlimmer: „Samstags frei ist der absolute Luxus. 2016 hatte ich einen Samstag frei. Im Grunde ist daran meine Beziehung gescheitert. Mein Freund wollte was unternehmen, aber wenn du am Samstag bis um 22 Uhr an der Theke stehst, dann willst du nichts mehr unternehmen und nach zehn Jahren hatte mein Freund da einfach kein Verständnis mehr für. Vergangene Weihnachten habe ich eine Konzertkarte geschenkt bekommen. Ich liebe die Gruppe. Aber frei, sagt mein Chef, geht nicht. Also mache ich den Frühdienst, fahre schnell heim und hoffe, dass die Autobahn frei ist, damit wir es rechtzeitig schaffen. Das ist mein Privatleben.“

Andreas Rentz / Getty Images

Jana Brauer arbeitet in einem Regie-Markt von Edeka. Sie wird nach Tarif bezahlt und erhält bei einer 37,5 Stunden-Woche 2.500 Euro brutto im Monat. In ihrem Markt arbeiten die Verkäufer grundsätzlich sechs Tage die Woche. Brauer hat seit 2013 in fünf verschiedenen Edeka-Märkten mitgearbeitet und kennt die Situation gut.

„Eigentlich sollen wir einen Samstag im Monat frei haben“, sagt sie. Jana Brauers Dienstpläne liegen Buzzfeed News vor. Sie zeigen, dass diese Regelung selten eingehalten wird. 2015 und 2016 hatte Jana Brauer samstags nur frei, wenn sie Urlaub genommen hatte oder krank war. Außerdem am 26. Dezember 2015, einem Feiertag.

„Das wird vorausgesetzt“

Dabei sagt ihre Betriebsvereinbarung, die BuzzFeed News ebenfalls vorliegt: „Die MitarbeiterInnen in den Märkten werden auf ihren Wunsch hin an einem Samstag im Monat von der Beschäftigung freigestellt.“ Weiterhin ist der Einsatz an sechs Tagen in der Woche nur im Einvernehmen möglich. „Aber das wird vorausgesetzt und für freie Samstage muss man erbittert kämpfen“, sagt Jana Brauer.

„Ich denke, dass nur zufriedene Mitarbeiter gute Arbeit leisten können, wenn man sich keine Sorgen um sein Privatleben machen muss. Wir arbeiten eigentlich jeden Samstag. Dazu habe ich im letzten Markt grundsätzlich erst samstags den Dienstplan für nächste Woche bekommen. Das setzt mich und meine Kollegen extrem unter Druck, wenn man sein Privatleben nicht planen kann. Wenn man eine Familie hat, wird das noch schwieriger. Im aktuellen Markt bekommen wir den Dienstplan für die kommende Woche am Dienstag oder Mittwoch. Eigentlich sollte der aber vier Wochen vorher erstellt werden.“

Arbeitszeitgesetz? Ruhezeit? Nicht hier

Jana Brauer musste bei ihrer Arbeit für Edeka regelmäßig die eigentlich vorgeschriebene Ruhezeit zwischen zwei Schichten missachten. Das belegen ihre Dienstpläne, die BuzzFeed News vorliegen, zumindest für vier der fünf Märkte, in denen sie gearbeitet hat. Die regelmäßige Missachtung der Ruhezeit beschreiben auch andere Interviewpartner gegenüber BuzzFeed News.

§ 5 Absatz 1 des Arbeitszeitgesetzes schreibt vor, dass den Arbeitnehmern nach Beendigung der Arbeit eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 11 Stunden zu gewähren ist. Das scheint im Einzelfall häufig nicht der Fall zu sein.

„Unser Geschäft macht um 21 Uhr zu, die Thekenschicht beginnt um sieben Uhr. Wir wechseln häufig von der Spätschicht in die Frühschicht. Das ist ohnehin schon anstrengend, wenn man sehr häufig die Schichten wechseln muss, weil man keinen Rhythmus hat. Eigentlich müssten wir zumindest elf Stunden Ruhezeit haben zwischen einer Spät- und Frühschicht. Das wurde bei mir aber eigentlich nie eingehalten. Wir arbeiten dann eher bis 21:15 oder 21:30 und fangen um 6:45 oder sogar 6:30 Uhr wieder an“, sagt Brauer. Das bedeutet: Zum Teil hat Brauer nur neun Stunden Zeit zwischen den einzelnen Schichten.

„Das macht einen kaputt. Und die Arbeitgeber teilen einfach weiter so ein, immer wieder geplant die Ruhezeiten unterschreiten.“

„Das ging bei mir mehrere Jahre so. Ich habe mich dann beim Betriebsrat beschwert. Jetzt ist es besser. Aber viele haben Angst, ihren Job zu verlieren und das nutzen die Arbeitgeber aus. Meine Kollegen haben immer noch keine Ruhezeiten von elf Stunden. Das macht einen kaputt. Und die Arbeitgeber teilen einfach weiter so ein, immer wieder geplant die Ruhezeiten unterschreiten“, sagt Jana Brauer.

Der Umgangston ist rau, der Druck groß

„Ich habe über acht Jahre beim Rewe gearbeitet. Mein Chef war ein richtiges Arschloch. Der hat sich immer rausgesucht, wen er gerade fertig machen wollte. Der schrie mich an: ‚Du bist nix, du kannst nix.’ Er hat über meine Besenreißer und meinen Arsch gelästert, der sei doch schon so groß und ob ich noch mehr zunehmen will“, sagt Tanja Reinhardt. „Ich bin normalgewichtig.“

Ein Einzelfall, sicher. Die Ausnahme? Möglicherweise nicht. Zwar berichten uns manche Interviewpartner auch von sehr umgänglichen und kollegialen Filialleitern. Doch jeder Interviewpartner kannte mindestens einen Abteilungs-, Filial- oder Bezirksleiter, der Mitarbeiter beleidigt hat.

Orhan Akman von der Gewerkschaft Verdi sagt dazu: „Das ist eine problematische Entwicklung im Einzelhandel. Während moderne Unternehmen über wertschätzende Kommunikation sprechen, gibt es im Einzelhandel, vor allem in den privatisierten Märkten, die Tendenz zu Führungspersonen, die sagen: ‚Ich bin hier der Chef, ihr macht, was ich sage.’ Viele haben dann Angst.“

„Ich musste erstmal lernen, dass ich meinen Chef etwas fragen kann“

Tanja Reinhardt kennt das. Sie hat sich lange nicht getraut, etwas zu sagen: „Ich habe das irgendwann geglaubt. Er hat immer gesagt, ich soll froh sein, dass er mich nicht rausschmeißt. Ich habe mich gar nicht getraut, mir was anderes zu suchen, weil mich will ja niemand, weil ich so schlecht bin. Das verankert sich immer tiefer, wenn man das seit der Lehre hört. Ich habe dann Herz-Kreislaufprobleme bekommen. Ich hatte Panikattacken. Konnte nicht mehr Auto fahren.“

„Nach acht Jahren, letztes Jahr, habe ich dann von einer Stelle in einem Geschäft für Sportbedarf erfahren. Ich habe einen Tag zur Probe gearbeitet und die Stelle angeboten bekommen. Am nächsten Tag habe ich bei Edeka gekündigt“, sagt Reinhardt. „Ich musste dann in meinem neuen Job erstmal lernen, dass ich meinen Chef etwas fragen kann und er mir eine Antwort gibt, die mir weiterhilft – und nicht eine Beleidigung an den Kopf knallt. Mein neuer Chef ist super lieb.“

„Mobbing wird unterstützt. Auch unter den Mitarbeitern.“

Viele Unternehmen geben sich große Mühe, Mobbing zu unterbinden. Yvonne Meister sagt, sie habe das bei Edeka anders erlebt: „Mobbing wird unterstützt. Auch unter den Mitarbeitern. Wenn jemand krank ist heißt es dann: ‚Jetzt ist die schon wieder krank.’ So wird die Belegschaft gegeneinander aufgebracht. Aber es richtet sich auch direkt gegen uns und es hängt extrem an den Chefs.” Auch Tanja Reinhardt berichtet von ähnlichen Erfahrungen bei Edeka: „Immer schreit dich jemand an: ‚Gib Gas, räum das mal schneller ein!’ Immer in einem Ton, der sagt: Du bist Doof in der Birne.“

Viele verdienen bis zu 30 Prozent unter Tariflohn

Die Verkäuferinnen und Verkäufer, mit denen wir gesprochen haben, verdienen in den privaten Märkten zwischen zehn und 30 Prozent weniger als der Tariflohn vorsieht. Verkäuferinnen müssen teilweise mit Brutto-Löhnen von 816 Euro bei einer halben Stelle leben. Für Aufstockungen oder Entfristungen mussten die Verkäuferinnen kämpfen.

Viele haben Angst vor Altersarmut, auch Christin Bohm: „Ich gehe bald in Rente. Was für mich da rauskommt und wie viele Stunden ich umsonst gearbeitet habe, da bekomme ich das heulende Elend. Man bekommt nicht das Gehalt, was einem zusteht, weil Überstunden nicht bezahlt werden. Und man bekommt nicht das Gehalt, was wir verdient haben, weil wir ja sogar unter Tarif bezahlt werden.“

„Ich habe die Abrechnung bekommen und geweint. Ich konnte meiner Tochter nichts schenken.“

„In den vergangenen Jahren haben wir noch immer 500 Euro Weihnachtsgeld als Warengutschein bekommen. Damit habe ich meiner Tochter immer etwas zu Weihnachten gekauft. Die unterstützt mich jetzt schon finanziell. Und letztes Jahr wurde das ersatzlos gestrichen. Ich habe die Abrechnung bekommen und geweint. Ich konnte meiner Tochter nichts schenken. Später meinte dann der Chef, die Umsätze stimmen nicht, wir müssen mehr verkaufen, damit wir wieder was bekommen“, sagt Christin Bohm.

John Macdougall / AFP / Getty Images

Jessika Gerste hat eine Ausbildung im Einzelhandel absolviert. Danach fing sie in einem privaten Rewe-Markt mit einem Teilzeit-Vertrag an: 20 Stunden pro Woche, 816 Euro Brutto, befristet auf ein halbes Jahr. „Der Handel an sich macht Spaß. Aber die Arbeitsbedingungen werden immer schlechter. Ich habe drei Jahre gelernt, will arbeiten und du bekommst nur Teilzeit-Verträge im Osten. Ich musste aufstocken übers Amt. Ich habe lange gebettelt, dass die Stunden aufgestockt werden. Die ganzen Händler wollen nur auf Teilzeit einstellen. Eine halbe Kraft, befristet, ist bei Krankheit leichter zu ersetzen. Man wird in die Teilzeit reingezwungen.“

Nach eineinhalb Jahren bekommt Gerste endlich eine Aufstockung: 35 Stunden pro Woche, 1.500 Brutto, wieder befristet auf ein Jahr. „Immer auf kurze Distanz einen Vertrag zu haben, das zehrt an den Nerven. Die Unsicherheit. Ich will arbeiten, wir haben auch tolle Kunden, aber wenn ich eine Chance auf einen anderen Job habe, dann bin ich weg.“

Zu wenige Mitarbeiter, zu viele Aufgaben

Seit 1989 gehört auch Penny zur Rewe Group, die Märkte werden von der Unternehmensgruppe geleitet – und sie unterliegen der Tarifbindung. Und trotzdem haben auch hier Mitarbeiter in Gesprächen mit BuzzFeed News unabhängig voneinander von Problemen berichtet. Insbesondere die Unterbesetzung in den Filialen und der Druck durch Bezirksleiter belastet die Mitarbeiter, die mit uns gesprochen haben.

Sean Gallup / Getty Images

Jeder Penny Markt bekommt abhängig vom Umsatz eine Stundenzahl pro Woche zur Verfügung. Die Stundenzahl muss der Filialleiter auf seine Mitarbeiter aufteilen. Johanna Fischer war selbst ein halbes Jahr Filialleiterin bei Penny. „Ich habe als Marktleitung mindestens 60 Stunden gearbeitet. Bezahlt werden aber nur die vertraglichen 45 Stunden. Das Problem als Marktleitung: entweder arbeitest du selbst mehr, oder du lässt deine Mitarbeiter mehr arbeiten, weil mit den Stunden, die Penny zuteilt, ist es einfach nicht zu schaffen. Wir haben in den Märkten einfach zu wenige Mitarbeiter. Die Fläche wird immer größer und Aufgaben kommen dazu“, sagt Johanna Fischer.

Silke Neustadt arbeitet seit mehr als 20 Jahren bei Penny. „Unser Alltag sieht so aus: Wir fangen um 6:30 an, doch bezahlt werden wir ab 7 Uhr. Aber du musst früher kommen, sonst bist du nicht fertig, wenn der Laden aufmacht. Ab dann ist einer an der Kasse, der andere räumt ein, leert den Pfandautomaten, bedient den Backautomaten und wenn fünf Kunden an der Kasse sind, rennst du nach vorne und machst eine Kasse auf. Die Flächen sind immer größer geworden, wir haben mehr Aufgaben, aber wir sind zu zweit im Markt. Und dann beraten wir ja auch immer öfter Kunden. Das ist richtig Stress. Die Pause geht so meist auch verloren, wenn der Pfandautomat piept oder Storno an der Kasse ist.“

Wie kommen eigentlich die ganzen Sachen in die Regale? Wer sind die Leute, die dafür sorgen, dass wir einkaufen können – und wie geht es ihnen?
Jack Taylor / Getty Images

Wie kommen eigentlich die ganzen Sachen in die Regale? Wer sind die Leute, die dafür sorgen, dass wir einkaufen können – und wie geht es ihnen?

Johanna Fischer erzählt, dass bei Penny die Bezirksleiter entscheidend sind. Sie kontrollieren mehrere Märkte, achten auf die Umsätze und teilen die Arbeitszeiten zu. „Der Druck kommt von oben. Da wird genau auf die Kosten geschaut. Die Mitarbeiter werden nach Umsatz zugeteilt, aber man hat auch mit etwas weniger Umsatz die Fläche zu laufen und die Arbeit zu machen. Wir bekommen in unserer Filiale fünf Paletten Regalwaren, plus vier Rollcontainer Tiefkühl-Ware, plus zehn bis 15 Paletten Getränkewaren. Das müssen wir in vier Stunden mit einer Person auspacken. Das ist nicht machbar.“

Silke Neustadt sagt: „Unser Chef ist eigentlich immer im Laden. Wenn wir über die Stunden kommen, dann bekommt der Ärger. Der zieht oft Tage durch. Das kommt von oben, das wird vorgegeben. Zum Beispiel der Weihnachtsaufbau, der sollte Anfang der Woche erledigt sein. Dann kommt der Bezirksleiter einen Tag später und fragt: Warum ist das noch nicht fertig? Aber man schafft das ja gar nicht. Man schafft solche Sachen gar nicht. Ich habe mich dann öfter mit dem in der Wolle. Der droht mir dann: Ich könnte ja auch zu Aldi gehen, wenn es mir nicht passen würde. Ich muss nicht bei Penny arbeiten. Ich bin Ende vierzig und mir will so ein junger Kerl von der Uni utopische Aufträge erteilen und beleidigt uns dann noch: ‚Ihr schwitzt ja total.’ Der will mich loswerden. Nicht mit mir! Aber viele Kollegen trauen sich das nicht.“

„Ich will, dass sich etwas verändert.“

Viele Verkäufer haben in den Interviews extra betont, dass sie ihrem Arbeitgeber nicht schaden wollen. Sie machen ihren Job gerne, aber wünschen sich, dass die Arbeitsbedingungen verbessert werden.

„Ich will nicht dem Konzern schaden, sondern den Konzern wachrütteln. Die rennen in eine Richtung, das wird enden wie in den USA. Aktuell geht der Umsatz auf Lasten der Mitarbeiter“, sagt Jana Brauer.

„Ich will nicht, dass es jetzt heißt: Nicht mehr bei Penny kaufen. Ich will, dass sich etwas verändert“, sagt Johanna Fischer.

„Ich möchte, dass wir ein faires Gehalt für unsere Arbeit bekommen. Dass ich davon leben kann“, sagt Leon Thalberg.


Die Dienstpläne und Abrechnungen aus den Supermärkten

Permantente Unterschreitung der vorgeschriebenen Ruhezeiten von 11 Stunden, Stundenabzug bei Krankheit, von anderen gestempelte oder nachträglich veränderte Arbeitszeiten – die BuzzFeed News vorliegenden Belege untermauern diese Vorwürfe.

Die Antworten von EDEKA auf unsere Fragen


Die hier zusammengetragenen Erkenntnisse sind das Ergebnis langer, zum Teil mehrfacher Gespräche mit 14 Verkäuferinnen und Verkäufern sowie mit Experten und Politikern. Die Namen der Personen und einige Details in den Erzählungen haben wir geändert, da ausnahmslos alle Angst vor Vergeltung durch Vorgesetzte und vor rechtlichen Konsequenzen haben. Die Geschichten stehen damit stellvertretend für die Probleme einer ganzen Branche.

Arbeitet ihr selbst im Einzelhandel und wollt mit uns über Missstände sprechen? Nehmt Kontakt zu uns auf und meldet euch unter recherche@buzzfeed.com.


Patrick Bauer ist freier Reporter in Frankfurt am Main. Verschlüsselter Kontakt per Mail (p.bauer@posteo.de) mit PGP-Key DF5D6D44 oder über die Threema-ID FU44PMC6

Contact Patrick P. Bauer at p.bauer@posteo.de.

Got a confidential tip? Submit it here.