Wie BuzzFeed News Deutschland zu sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch recherchiert

    Und wie wir unsere Quellen schützen.

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    BuzzFeed News hat für sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch einen Rechercheschwerpunkt. Zuständig dafür ist die Reporterin Pascale Müller. Ihre letzten Recherchen haben unter anderem aufgedeckt, dass sexualisierte Gewalt gegen Erntehelferinnen und Pflegekräfte weit verbreitet ist.

    Chefredakteur von BuzzFeed Deutschland ist Daniel Drepper. Daniel hat beim Start der News-Abteilung ganz bewusst zwei Reporterinnen eingestellt, die sich mit sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch (Pascale Müller) sowie LGBT* und Feminismus (Juliane Löffler) beschäftigen.

    Daniel hat zuvor das gemeinnützige Recherchezentrum Correctiv mitgegründet und für die Recherche-Redaktion der Funke-Mediengruppe gearbeitet. Er hat investigativen Journalismus an der Columbia University in New York studiert und jahrelange Erfahrung im Umgang mit investigativen Recherchen und dem Schutz von Quellen.

    Für seine Arbeit hat Daniel unter anderem den Wächterpreis, den Deutschen Reporterpreis und den Ernst-Schneider-Preis erhalten. Daniel ist zudem Vorstandsmitglied des Netzwerk Recherche, der Vereinigung deutscher Investigativ-Journalisten.

    Zum Start von BuzzFeed News in Deutschland hat Daniel eine Rede über seine Vorstellungen von Journalismus gehalten, die gut das Grundverständnis von BuzzFeed News widerspiegelt.

    Haltung? Ja bitte! Warum es in Ordnung ist, dass wir Journalisten nicht objektiv sein können.

    Welche Art von Informationen und Geschichten sind für BuzzFeed News relevant?

    Es gibt sehr viele Graubereiche zwischen Mobbing, sexualisierter Gewalt, Missbrauch oder anderen Arten, Menschen zu schaden. Ob eine Geschichte für BuzzFeed News interessant ist, lässt sich am besten in einem persönlichen Gespräch klären. Auch wenn die Reporterstelle „sexualisierte Gewalt“ im Namen trägt, interessieren wir uns auch für alle anderen Formen von Machtmissbrauch.

    Wie kann ich mit BuzzFeed News sprechen?

    Pascale ist per Email oder Telefon zu erreichen.

    Redaktion: 030-27590866

    Email: pascale.mueller@buzzfeed.com

    Wenn sich jemand bei ihr meldet, wird es zunächst ein kurzes Telefonat geben, um zu verstehen, worum es geht. Dann gibt es ein erstes, persönliches Treffen. Dafür kann vereinbart werden, dass die Person die Reporterin erst einmal kennenlernt. Ein Treffen bedeutet nicht, dass Informationen aus dem Gespräch mit der Journalistin dann auch direkt zu einer Veröffentlichung führen.

    Die Person wird über alle Schritte in der Recherche informiert, die sie unmittelbar betreffen. Es werden keine Informationen über eine Quelle veröffentlicht, denen die jeweilige Person nicht zustimmt.

    Wenn sich jemand entscheidet, über eine mutmaßliche Straftat (etwa sexuelle Belästigung) mit BuzzFeed News zu sprechen, steht das in keinem Zusammenhang mit einem strafrechtlichen Prozess. Wer mit Journalisten spricht, muss deshalb niemanden anzeigen. Und auch wir Journalisten geben die mutmaßlichen Straftaten nicht an die Polizei oder andere Dritte weiter. Auch ist es nicht zwingend notwendig, dass die Person mit ihrem Namen an die Öffentlichkeit geht.

    Anonym bleiben – was bedeutet das?

    Natürlich freuen wir uns über jede und jeden, die oder der mit richtigem Namen in unserer Berichterstattung zitiert werden möchte. Je klarer und transparenter die Fakten von uns in die Öffentlichkeit vermittelt werden können, desto wahrscheinlicher ist es, dass eine Geschichte auch Veränderungen bewirkt. Gleichzeitig verstehen wir natürlich, dass dies vielen Hinweisgebern und Quellen nicht möglich ist. Deshalb versprechen wir unseren Gesprächspartnern immer wieder Anonymität.

    Anonym zu bleiben bedeutet, dass der echte Name der Person, die mit einer Reporterin spricht, nur dieser Reporterin und höchstens noch dem Chefredakteur, Daniel Drepper, bekannt ist.

    Wir werden den Namen der Person nicht an Dritte weitergeben. Nicht an den mutmaßlichen Täter, nicht an die Institution, bei der er beschäftigt ist. Für den seltenen Fall, dass es zu einem Gerichtsverfahren kommt, haben wir als Journalisten das Recht, unsere Quellen auch vor Offenlegung gegenüber Strafverfolgungsbehörden zu schützen. Und wir werden das auch tun. Nicht einmal ein Richter kann uns zwingen, eine Quelle offenzulegen.

    Das heißt: Der Name einer Quelle ist bei uns sicher.

    Natürlich gibt es außer dem Namen einer Person noch weitere identifizierende Details, etwa wann die Person mit dem mutmaßlichen Täter zusammengearbeitet hat, Ort und Zeit des Übergriffs. Diese Details können in Absprache mit der Person nicht veröffentlicht oder in seltenen Fällen auch geringfügig verändert werden, sodass eine Identifizierung nicht möglich ist. Unsere Artikel basieren zudem stets auf mehreren Quellen, so dass meist nur Teile von Aussagen oder Dokumenten genutzt werden und aus den verschiedenen Quellen ein Gesamtbild entsteht, das wiederum die einzelnen Quellen schützt.

    Stellungnahme – was ist das?

    Wenn der Artikel kurz vor Veröffentlichung steht, sind wir verpflichtet den Beschuldigten und meist auch seinen Arbeitgeber/Institution mit den Vorwürfen zu konfrontieren.

    Das passiert meist schriftlich und dient dazu, der Person ihr Recht auf Stellungnahme zu gewähren. Die Stellungnahme wird so formuliert, dass sie die Vorwürfe der zu erwartenden Veröffentlichung deutlich macht. Das ist wichtig, damit Personen eine faire Chance haben, sich zum Geschehen zu äußern. Wurde aber mit unseren Quellen etwa vereinbart, den genaue Ort oder den Zeitraum der Übergriffe nicht zu veröffentlichen, wird dies auch in der Stellungnahme nicht offengelegt.

    Rechtliche Absicherung

    BuzzFeed News ist für den Inhalt des veröffentlichten Artikels rechtlich verantwortlich. Das bedeutet: Wenn eine Person anonym mit uns spricht, kann sie danach nicht rechtlich dafür belangt werden.

    Strengt der Täter ein Gerichtsverfahren gegen die Veröffentlichung an, dann führt BuzzFeed News dieses Gerichtsverfahren. Wichtige Bedingung: Die Aussagen der Person müssen wahrheitsgetreu sein.

    Grundsätzlich veröffentlichen wir nur, was wir gründlich recherchiert und rechtlich geprüft haben. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass wir eine Person bitten werden, Kontakte oder weitere Belege zu benennen, die ihre Aussagen bestätigen können.

    Nachrichten und Recherchen von BuzzFeed News Deutschland findest Du hier.

    Hier findest Du alle Artikel unserer Reporterin für Politik und sexualisierte Gewalt, Pascale Müller.

    Pascale Müller ist Reporterin für Politik und sexualisierte Gewalt. Kontakt: Pascale.mueller@buzzfeed.com

    Contact Pascale Müller at pascale.mueller@buzzfeed.com.

    Daniel Drepper ist Chefredakteur von BuzzFeed News Deutschland. Für seine Recherchen erhielt unter anderem den Wächterpreis, den Axel-Springer-Preis und den Ernst-Schneider-Preis. Kontakt: daniel.drepper@buzzfeed.com.

    Contact Daniel Drepper at daniel.drepper@buzzfeed.com.

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