7. Nov. 2014

    5 Gründe Citizenfour dieses Wochenende im Kino zu sehen

    Laura Poitras Dokumentation über die Enthüllungen von Edward Snowden ist ein faszinierendes Stück Zeitgeschichte und ein spannend erzählter Politthriller.

    1. Citizenfour ist kein Helden-Epos.

    Praxis Films

    Edward Snowden ist der Protagonist, aber nicht der Held des Films.

    Im Grunde muss man froh sein, dass es Laura Poitras und Edward Snowden sind, die diese Dokumente veröffentlicht und einen Film darüber gemacht haben. Beide - der Whistleblower und die Filmemacherin - nehmen sich auf angenehme Weise zurück. Die Bedenken, was passiert. wenn man sich selber in den Mittelpunkt rückt, ziehen sich genauso durch den Film, wie die Einsicht, dass beide Unternehmungen ohne Snowden zu zeigen, nicht möglich gewesen wären.

    2. Ganz nah an der Geschichte.

    Praxis Films

    Citizenfour ist ein Zeitzeugenfilm. Anfang 2013 kontaktiert Edward Snowden den Journalisten Glenn Greenwald und die Filmemacherin Laura Poitras. Er schreibt den beiden verschlüsselte Mails unter dem Pseudonym Citizenfour und informiert sie vorsichtig über sein Vorhaben. Kurze Zeit später treffen sich die drei in einem Hotelzimmer im Hong Kong, dem Hauptschauplatz des Films. Der Film historisiert nicht nachträglich die Ereignisse, sondern war von Anfang Teil des Vorhabens. Das ist an manchen Stellen vielleicht auch nicht unproblematisch, ist aber eine Perspektive, die es im Kino selten gibt.

    3. Es geht um Edward Snowdens Perspektive.

    Praxis Films

    Der Film zeigt einerseits wenig Unbekanntes. Edward Snowden verlässt im Juni 2013 seinen Arbeitsplatz als NSA-Mitarbeiter und reist nach Hong Kong, um sich dort mit dem amerikanischen Journalisten Glenn Greewald zu treffen und mit diesem die "Leaks" und das weitere Vorgehen zu besprechen.

    Doch der Film zeigt uns, was wir bisher nicht wussten: Was für ein Mensch ist Edward Snowden? Was motiviert ihn zu seiner Handlung? Wie geht er mit ihren Folgen um? Was erhofft er sich von den Enthüllungen und für seine Zukunft? Davon bekommt man in Citizenfour zumindest einen Eindruck.

    Das nervenzerreißende Kammerspiel im Hotelzimmer steht im Mittelpunkt der Dokumentation. Man erlebt einen angespannten, aber aufgeräumten Snowden, der sich offensichtlich sehr gut überlegt hat, was er da macht und der sich seine beiden Vertrauten sehr genau ausgesucht hat.

    4. Citizenfour liefert Kontext.

    Praxis Films/ Trevor Paglen

    Auch wenn die Geschehnisse im Hotelzimmer im Mittelpunkt stehen, liefert Poitras auch Kontext zur NSA und zu anderen Geheimdiensten. Poitras zeigt, dass sich in den westlichen Gesellschaften einerseits ein großes, vielleicht sogar blindes Vertrauen in die demokratischen Systeme entwickelt hat, und zeitgleich eine kapitalistische Kultur, in der die Vorteile der Datenspeicherung von den meisten in Anspruch genommen werden, während die Nachteile in Kauf genommen werden ohne sie zu hinterfragen.

    5. Laura Poitras ist eine fantastische und smarte Filmemacherin.

    Praxis Films

    Obwohl fast jeder Zuschauer vorab weiß, was die Dokumentation erzählen wird, fesselt der Film bis zum Schluss. Citizenfour ist nicht nur eine smarte Reportage und ein Stück dokumentierte Zeitgeschichte, sondern vor allem auch ein spannend erzählter Thriller, der es mit fiktiven Kinoerzählungen wie Gone Girl locker aufnehmen kann.

    Der Trailer:

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    Citizenfour läuft in ausgewählten Kinos. Weitere Infos gibt es hier.

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