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Haha! Donald Trump hat für G20 kein Hotel gefunden

Er ist der wichtigste Mann der Welt. Er kommt zum Treffen der 20 wichtigsten Länder der Welt. Und er hat ein Problem: Donald Trump hat für G20 kein Hotel gefunden.

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Seit Februar 2016 ist klar: der G20-Gipfel findet in Hamburg statt. 9.000 Zimmer werden gebraucht. Über ein Jahr Zeit, auch für den mächtigsten Mann der Welt etwas zu buchen.

Doch als die US-Amerikaner für ihren Präsidenten angefragt haben, war in Hamburg schon alles vergeben. Berichten zufolge wollte die US-Regierung ihren Präsidenten im "Vier Jahreszeiten" unterbringen. Aber: längst alles ausgebucht – Absage für Trump. Auch in den anderen Luxushotels: alles voll. Natürlich bestätigt das niemand offiziell, aber das hier sind die Informationen, die wir zusammentragen konnten.

  • "Vier Jahreszeiten": keine Chance! Der saudische König Salman ist da (und bringt neben einer Riesen-Entourage angeblich auch eine goldene Rolltreppe und Kamele für frische Kamelmilch mit). Gleich alle 156 Gästezimmer und Suiten haben die Saudis gebucht, und weil das immer noch nicht reicht: etliche Zimmer im "Hotel Renaissance" und Hotel "The Westin" in der Elbphilharmonie gleich mit.
  • "Hotel Reichshof": schon belegt – mit Vietnam.
  • "Sofitel": hat sich der Erdogan gesichert.
  • "Park Hyatt": vergiss es – mit Vladimir Putin und den Premierministern von Südkorea und Australien geht auch hier gar nichts mehr.
  • "Le Meridien" - hier schläft nicht nur Theresa May, sondern auch die Regierungschefs von Brasilien und Argentinien.
  • „Mövenpick Hotel": voll, Dank Emmanuel Macron und Erna Solberg aus Norwegen.
  • "Grand Elysée": hat sich der chinesische Staatspräsident Xi Jinping geschnappt, und bekommt vom italienischen Premier Gesellschaft.
  • Und im "Atlantic Kempinski" schläft schon Angela Merkel – ebenso wie der indische und der kanadische Premierminister.

Mit anderen Worten: The Donald, dem weltweit selbst 15 Luxus-Hotels gehören, findet kein Hotel zu G20.

Hotels betonen: Bei uns schläft er nicht!

Mitte Mai. Die Sache wird bekannt. Wie peinlich! Ein Plan muss her. Donald Trump wird in Berlin schlafen, hieß es plötzlich; und wird mit dem Helikopter nach Hamburg gebracht.

Doch Verschwiegenheit hin oder her: Einige Hotels hatten es plötzlich ganz eilig, klarzumachen: bei uns ist er nicht!

„Eigentlich äußern wir uns nicht zu unseren Gästen – in diesem Fall sagen wir aber klar: Nein, er wohnt nicht bei uns“, sagte zum Beispiel das "Intercontinental" der dpa. Und dass die Präsidenten-Suite im "Adlon" am G20-Termin belegt ist, das müsse gar nix heißen, erklärte eine Adlon-Sprecherin.

Theoretisch hätte der Präsident in Berlin auch in der Residenz der US-Botschaft wohnen können. Aber weil Trump immer noch kaum einen Botschafter ernannt hat, auch für Deutschland nicht, heißt es dort nur: um alle Planungen kümmere sich das Weiße Haus.

So wie es aussieht, musste nun die Stadt Hamburg selbst ran. Am Gästehaus des Senats ist seit kurzem großes Treiben zu beobachten. Boote der Wasserschutzpolizei patrouillieren seit Wochen. Schwer bewaffnete Beamte sichern das ganze Areal.

Beim Senat wollte man das alles weder bestätigen noch dementieren. "Unser Gästehaus steht für Staatsgäste zur Verfügung" – mehr sagt die Stadt nicht. Von der Polizei erfährt man nur, im Gästehaus werde "eine Gipfel-Delegation" unterkommen.

Gut zu sichern wäre die Villa: sie ist umgeben von Wasser. Links die Alster. Rechts der Feenteich. Gerüchteweise bereitet sich auch das US-Generalkonsulat in Hamburg schon darauf vor, Trumps Personal zu beherbergen.

Die Adresse des Gästehauses übrigens ist mehr als passend: "Schöne Aussicht 26". Und das darf man wörtlich nehmen. Auf der anderen Seite des Sees nämlich liegt das Russische Generalkonsulat. Und 400 Meter entfernt das "Islamische Zentrum Hamburgs".

Marcus Engert ist Reporter bei BuzzFeed News Deutschland und lebt in Leipzig und Berlin. Verschlüsselter Kontakt: per Mail mit PGP-Key http://bit.ly/2uy3ai6 oder über die Threema-ID F8H994R7. Signal auf Anfrage.

Contact Marcus Engert at marcus.engert@buzzfeed.com.

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