Updated on 8. Aug. 2018. Posted on 25. Juli 2018

    Ja, Sonnenallergien gibt es wirklich und hier erfährst du, ob du auch darunter leidest

    Sie wird auch als polymorphe Lichtdermatose bezeichnet und verdirbt einem schnell den Sommer. Hier siehst du einige Symptome, die auf eine Sonnenallergie hinweisen.

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    Vor einigen Jahren erhielt ich eine Diagnose, die mein früheres Goth-Selbst zum Jubeln gebracht hätte: Ich reagiere allergisch auf die Sonne.

    Eigentlich ist es eher eine Art Empfindlichkeit als eine allergische Reaktion (dazu kommen wir gleich), aber es äußert sich so, dass meine Haut jeden Sommer winzige, furchtbare, juckende Schwellungen entwickelt.

    Dies wird polymorphe Lichtdermatose genannt und äußert sich in Form eines Ausschlages, der entsteht, wenn die Haut der Sonne ausgesetzt wird. Und obwohl die Haut aus den unterschiedlichsten Gründen allergisch auf die Sonne reagieren kann, ist die Lichtdermatose die häufigste Art der Lichtempfindlichkeit. Und sie ist unglaublich nervig.

    Es fängt meistens auf dem Handrücken an und wandert dann langsam den Arm hoch. Kratzen macht es nur noch schlimmer, aber es juckt so sehr, dass ich mitten in der Nacht aufwache und mir die Hände kratze. Außerdem sieht es alles andere als schön aus — einmal hat so ein Idiot auf einer Party einen Kommentar über meine "Zombie"-Hände losgelassen.

    Zuerst erhielt ich mehrere falsche Ekzem-Diagnosen, bevor feststand, dass es sich um den alljährlichen Sonnenausschlag handelt, der gar nicht so selten vorkommt. Tatsache ist, dass 15% aller Menschen darunter leiden und Frauen mit heller Haut im Teenageralter und in den Zwanzigern, die eher im Norden leben und bei denen es schon Fälle in der Familie gab, am häufigsten betroffen sind.

    Ich habe eine Dermatologin gebeten, mir alle Informationen darüber zu geben.

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    Also erstens ist es nicht genau das gleiche wie eine Allergie.

    "Ich denke, man kann es nicht als Allergie ansehen", meint Dr. Whitney High, Leiterin der Dermatopathologie an der University of Colorado School of Medicine.

    Es ist aber nachvollziehbar, warum sie oft als "Sonnenallergie" bezeichnet wird. Eine Allergie entsteht, wenn das Immunsystem zu heftig auf Proteine in Nahrungsmitteln, Pollen oder Hautschuppen von Tieren reagiert. Die polymorphe Lichtdermatose hingegen ist eine Lichtempfindlichkeit oder die Reaktion des Körpers auf UV-Licht.

    Ärzte wissen noch nicht genau warum, aber bei Personen, die unter der Lichtdermatose leiden, löst das ultraviolette Licht der Sonne eine Immunreaktion aus, die sich durch Entzündungen, Schwellungen, Juckreiz und unterschiedliche Arten von Ausschlägen äußert, einschließlich kleiner Blasen und angeschwollener Haut, die aussieht als hätte sie einen Belag.

    "Sogar heute, wo es wirklich häufig auftritt, wissen wir noch nicht genau, warum Personen darunter leiden", führt High weiter aus.

    Aber der Zeitablauf gibt Auskunft.

    Wie sich der Ausschlag zeitlich entwickelt, ist ein wichtiger Indikator dafür, dass es sich um die Lichtdermatose und keine andere Hauterkrankung handelt.

    "Üblicherweise treten 4 bis 6 Stunden, nachdem die Haut der Sonne ausgesetzt wurde, Schwellungen und Rötungen auf", meint High.

    "Ausschlag, Rötungen, Schwellung, Juckreiz und ähnliche Symptome halten 2 bis 3 Tage an. Dann hört das Immunsystem langsam auf, darauf zu reagieren und die Haut normalisiert sich wieder."

    Sie tritt meist zugleich mit dem Beginn des Sommers auf, weil unsere Haut dann häufiger der Sonne ausgesetzt ist. Bei mir tritt der Ausschlag normalerweise im Juni auf, wird dann immer schlimmer, bis er im Hochsommer langsam wieder abflaut. Das ist ziemlich typisch, da die Symptome nachlassen, je länger die Sonne auf die Haut einwirkt.

    Aber die Dermatose tritt nicht nur im Sommer auf. Wenn ich im Winter Urlaub an einem warmen Ort mache, kann ich sicher sein, dass es innerhalb von 24 Stunden losgeht. Nicht lustig.

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    Es gibt keine Heilung, aber man kann die Dermatose behandeln.

    Anstatt zu warten, bis der Ausschlag von selbst weggeht, kannst du deinen Körper dazu zwingen, sich dem Problem zu stellen. High meint, sie hatte einmal eine Praktikantin mit polymorpher Lichtdermatose, die UV-Lampen verwendete, um eine Reaktion zu forcieren, damit es schneller vorbeigeht. (Obwohl du bedenken solltest, dass Solarien im Verdacht stehen Hautkrebs zu fördern. UV-Lampen werden zwar genutzt, um Hauterkrankungen wie Schuppenflechte zu behandeln, aber du solltest zuerst deinen Arzt fragen, ob du eine gegen die Lichtdermatose einsetzen solltest.)

    Ansonsten sind Corticosteroide zur äußeren Anwendung empfehlenswert. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass auch Salben, die den Juckreiz lindern, eine Wohltat sind.

    Vorbeugen ist ebenfalls wichtig, was bedeutet, dass du lange Ärmel und große Hüten tragen solltest. Und du glaubst vielleicht, dass Sonnencreme hilfreich ist, aber diese kann nur wenig ausrichten. Es ist nur sehr wenig Sonne nötig, damit eine Reaktion ausgelöst wird, sodass Sonnencreme kaum Wirkung zeigt, meint High.

    Aber die gute Nachricht ist, dass die Dermatose der Haut langfristig nicht schadet.

    "Sie ist überhaupt nicht gefährlich", bestätigt High. "Sie führt nicht zu Krebs oder Infektionen; und sie ist nicht ansteckend."

    Das Schlimmste an ihr ist ihr Aussehen, aber das Positive ist, dass du eine Ausrede dafür hast, warum du immer mit Sonnenschirm unterwegs bist. Und das Risiko nimmt mit den Wechseljahren ab: einige Studien weisen darauf hin, dass die Dermatose mit dem weiblichen Hormon Östrogen im Zusammenhang steht.


    Dieser Artikel erschien zuerst auf Englisch.

    BuzzFeed Daily

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