Updated on 25. März 2020. Posted on 24. März 2020

    15 Dinge, die dich ein Furry gerne wissen lassen möchte

    Nein, es geht nicht immer nur um Sex.

    Hi, ich heiße Josh. Du kannst mich aber auch mit meinem Furry-Namen Moonraiser ansprechen. Ich bin schon seit zehn Jahren als Furry unterwegs. In dieser Zeit habe ich gelernt, dass eine Menge falscher Vorstellungen darüber kursieren, was es heißt, ein Furry zu sein.

    Joshua Bergren

    Damit die Menschen die Furry-Community besser verstehen, möchte ich hier ein paar Dinge klarstellen:

    1. Furries gibt es schon länger, als du denkst. Sie existieren nämlich schon seit den frühen 1980er Jahren.

    Public domain

    Die Furry-Community hat ihren Ursprung in den Science-Fiction-Conventions der frühen 80er Jahre. Die Menschen sind aber schon seit jeher fasziniert von anthropomorphen Gestalten, also von Tieren mit menschlichen Merkmalen. Zum Beispiel findet man diese Kreaturen schon in Abbildungen aus dem alten Ägypten, wo der Schakal-köpfige Gott Anubis als Beschützer der Toten galt.

    2. In der Furry-Community geht es nicht immer nur um Sex.

    Joshua Bergren / Via youtube.com

    Das ist ein absolutes Klischee und ich finde es krass, dass diese Auffassung noch immer so verbreitet ist. Für mich ist die Furry-Community ein wichtiger Rückzugsort, um meine Identität auszuleben.

    3. Furries sind sehr viel selbstbewusster, sobald sie einen Fursuit tragen.

    Michele Tantussi / Stringer

    In einem Fursuit fühle ich mich viel selbstbewusster. Ich habe täglich mit sozialen Ängsten zu kämpfen, aber wenn ich mein Kostüm trage, fühle ich mich viel befreiter. Ich bin dann gesprächiger und anderen Menschen gegenüber viel aufgeschlossener. Das Kostüm hilft mir dabei, ich selbst zu sein. Ich muss mich nicht verbiegen oder mir darüber Gedanken machen, was andere Menschen womöglich über mich denken.

    4. Es ist unglaublich zeitaufwendig, einen Fursuit anzufertigen und sie sind definitiv kein Schnäppchen.

    5. Die Herstellung eines Fursuits ist sehr umfangreich.

    Joshua Bergen

    Als ich meinen Fursuit gebastelt habe, habe ich als erstes einen Dummy mit extra starkem Duct Tape angefertigt. Dafür habe ich drei, vier Stunden gebraucht. Dummerweise habe ich kein normales Klebeband verwendet, sondern extra starkes Gorilla Glue Duct Tape, das extrem nach Chemie gestunken hat.

    Außerdem war das Material so dick, dass ich es nicht mal mit einer normalen Schere durchschneiden konnte. Ich musste mich mit einer Schere aus dem Erste Hilfe Kasten aus meinem Anzug rausschneiden lassen.

    6. In einem Fursuit kann es durch das Kunstfell ganz schön heiß werden.

    Joshua Bergren

    Manche Leute arbeiten kleine Ventilatoren oder Kühleinheiten in ihre Anzüge ein. Das kostet natürlich alles. Ich verzichte darauf. Klar wird es mir manchmal richtig heiß, aber solange ich Wasser und einen Strohhalm bei mir habe, kann ich die Hitze ertragen.

    7. Die meisten Furries haben keinen eigenen Fursuit.

    Joshua Bergren

    Eine Umfrage unter 2.000 Furries hat ergeben, dass nur 25 Prozent von ihnen einen Teil- oder Ganzkörper-Fursuit besitzen. Vielleicht fragst du dich, was die restlichen 75 Prozent zu Furries macht, wenn sie keinen eigenen Anzug besitzen? Tatsächlich ist die Furry-Community eine sehr vielfältige Gruppe von Menschen, die aus Künstlern, Fursuit-Trägern und Leuten besteht, die einfach nur Spaß haben wollen. Das erklärt vielleicht, dass jede Person eine andere Motivation hat, um Teil der Furry-Community zu sein. Für mich persönlich sind Furries diejenigen, die sich als Fans von anthropomorphen Tiergestalten verstehen.

    8. Furries nehmen nach ihrer Verwandlung eine andere Identität an, die sogenannte Fursona.

    Joshua Bergren

    Ich habe mich für die Identität eines Werwolfs entschieden, weil ich großen Respekt vor diesen Wesen habe. Werwölfe sind nicht nur äußerst loyal, sondern sie machen auch eine unglaubliche Entwicklung durch. Am Anfang sind Werwölfe einfache Menschen, die sich dann aber in wolfsartige Kreaturen mit übernatürlichen Fähigkeiten verwandeln. Genau wie Werwölfe versuche ich auch, mein Leben auf positive Weise zu verändern und mich weiterzuentwickeln.

    9. Es macht wahnsinnig viel Spaß an einer Furry-Convention teilzunehmen, auch ohne eigenen Fursuit.

    Joshua Bergren

    Ich war noch nicht auf super vielen Furry-Conventions, aber all die, die ich besucht habe, waren absolut geil. Man kann einfach so viel machen, wie zum Beispiel an Diskussionsrunden teilnehmen, mit anderen Furries abhängen oder nachts auf Raves gehen und richtig abgehen. Ich habe dort nicht nur sehr viel Neues über die Community gelernt, sondern auch unglaublich coole Leute getroffen.

    Das ganz links bin ich beim Abtanzen auf der DenFur 2019.

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    Joshua Bergren / Via youtube.com

    10. Die Furry-Community ist äußerst sozial und kümmert sich auch gerne um andere pelzige Kreaturen.

    Joshua Bergren

    Viele Furries arbeiten in Bereichen der Tierpflege. Außerdem geht ein großer Beitrag aus den Erlösen von Furry-Conventions an Wohltätigkeitsorganisationen für Tiere. Im Jahr 2019 sind beim Midwest FurFest, einer der weltweit größten Conventions, knapp 225.000 Dollar für die Tierhilfsorganisation Felines & Canines zusammengekommen.

    11. Die LGBTQ-Community identifiziert sich sehr mit der Furry-Kultur.

    Adam Berry / Getty Images

    Die Furry-Community ist sehr tolerant und akzeptiert die Menschen, wie sie sind, egal ob homo oder hetero. Das International Anthropomorphic Research Project hat herausgefunden, dass sich 65 Prozent aller Furries selbst als lesbisch, schwul, homosexuell, bisexuell oder pansexuell bezeichnen.

    12. Die Community ist auch ein Zufluchtsort für Menschen, denen es gerade psychisch nicht so gut geht.

    Joshua Bergren

    Auf Furry-Conventions gibt es Diskussionsrunden und viele andere Formate, auf denen besprochen wird, wie Furries mit psychischen Problemen wie sozialen Ängsten umgehen können. An manchen Panels nehmen sogar zugelassene Therapeuten teil. Du siehst also, dass wir uns wie in einer Familie um unsere Mitglieder kümmern und ihnen helfen.

    13. Wenn Menschen in Fursuits auf die Straße gehen, wollen sie alles und jedem eine Freude bereiten.

    Lockwaterdog

    Das Beste an der Furry-Community ist für mich, dass ihre Mitglieder so viel positive Arbeit für die Öffentlichkeit leisten. Viele Menschen sind in Wohltätigkeitsorganisationen tätig oder wollen anderen Menschen einfach nur eine Freude machen. Ich habe meinen Fursuit mal am letzten Arbeitstag meines Kollegen angezogen. Damit habe ich so viele Menschen zum Lachen gebracht, dass mir selber Freudentränen gekommen sind.

    14. Die Furry-Community ist sehr familienorientiert.

    Joshua Bergren

    Du wirst staunen, wie viele jugendliche Furries mit ihren Eltern an Conventions teilnehmen. Die Veranstaltungen selbst sind nicht nur so einladend, weil sie super familienfreundlich sind, sondern es gibt auch ein Unterhaltungsprogramm für jedes Alter. Ein gutes Beispiel dafür ist Emerald City Critters aus Washington.

    15. Es wird viel Negatives über uns berichtet, aber davon lassen wir uns nicht aufhalten!

    Joshua Bergren

    Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, dass die Menschen sich einfach über alles aufregen, egal wie belanglos. Als Furry wurde ich schon mehrfach beleidigt und als Furfag oder Schwuchtel bezeichnet. Andere Furries kennen diese Beleidigungen nur zu gut. Aber ich lasse mich davon nicht unterkriegen. Ganz im Gegenteil, als Furry habe ich dagegen inzwischen ein richtig dickes Fell bekommen, das mir Hilft, meinen Weg zu gehen. Das Leben ist einfach zu kurz, um sich von solch sinnlosen Beleidigungen beeindrucken zu lassen. Stattdessen stecke ich meine Kraft und Aufmerksamkeit lieber in mein Furry-Dasein!

    Dieser Artikel erschien zuerst auf Englisch.

    BuzzFeed Daily

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