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Diese Facebook-Gruppe für Memes beweist, wie großartig Muslime über sich selbst lachen können

“Haram Memes For Jahannam Minded Teens”.

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Die Facebook-Gruppe “Haram Memes For Jahannam Minded Teens” ist der beste Beweis dafür, wie gut junge Muslime über sich selbst lachen können. Die Gruppe hat mehr als 42.000 Mitglieder aus aller Welt und ist ein Sammelbecken für lustige und teilweise ganz schön böse Memes.

In vielen der Memes geht es vor allem um den Widerstreit zwischen religiösen Pflichten und modernem “westlichem” Leben. Was ist erlaubt?

Das Gefühl, wenn die Party so heiß ist, wie die Hölle, in die du dafür kommst.

Übersetzt bedeutet der Gruppen-Name in etwa soviel wie “Verbote Memes für Höllen-gesinnte Teens”. Konservative muslimische Geistliche würden beim Anblick der meisten Memes und Videos, die dort geteilt werden, ziemlich sauer werden. Aber das ist in der katholischen Kirche schließlich auch nicht anders.

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Die Gruppe ist nicht die erste muslimische Meme-Gruppe auf Facebook. Der Spaß hat schon vorher mit der Gruppe “Halal Memes For Jannah Minded Teens” angefangen. Halal bedeutet soviel wie "erlaubt".

Einigen Gruppenmitgliedern waren die “Halal Memes” dann aber doch zu brav. Kontroverse oder etwas anstößigere Memes wurden von den Admins dort nicht freigeschaltet. So ist am Ende das Sammelbecken für “verbotene” Memes entstanden.
Facebook: 389047824829904

Einigen Gruppenmitgliedern waren die “Halal Memes” dann aber doch zu brav. Kontroverse oder etwas anstößigere Memes wurden von den Admins dort nicht freigeschaltet. So ist am Ende das Sammelbecken für “verbotene” Memes entstanden.

Viele junge Muslime hätten am liebsten einen Buzzer, den sie drücken könnten, wenn mal wieder jemand von ihnen fordert, sich von Terroristen zu distanzieren.

Einige Memes machen sich vor allem über islamistische Terroristen lustig und über die Terroristen-Stereotype, mit denen friedliche Muslime im Alltag zu kämpfen haben.

Die Facebook-Gruppe bringt amerikanische Studenten und Menschen in konservativ-religiösen Ländern wie Pakistan zusammen.

Viele der Mitglieder sind Studenten in den USA. Andere leben in mehrheitlich muslimisch geprägten Ländern. Gerade dort ist ein entspannter und humorvoller Umgang mit der eigenen Religion oft schwer und gefährlich.

In Pakistan gelten zum Beispiel strenge Blasphemie-Gesetze. Was in den USA als Ausdruck von Meinungs- und Religionsfreiheit gilt, kann dort mit dem Tod bestraft werden. Erst im Juni wurde ein 30-jähriger Pakistaner wegen eines angeblich blasphemischen Facebook-Posts zum Tode verurteilt.

“Ich bin zwar muslimisch, praktiziere meine Religion aber nicht wirklich”, erklärt Huda, eine junge Frau aus der pakistanischen Millionenmetropole Karatschi.

“Wenn ich etwas richtig anstößiges bei Facebook posten würde, könnte mich das in ernsthafte Schwierigkeiten bringen.”

Trotz der Angst, wer vielleicht alles mitlesen könnte, ermöglicht die “Haram Memes”-Gruppe jungen Muslimen in religiösen und konservativen Ländern einen ungezwungenen Austausch mit liberalen Muslimen und Atheisten aus muslimischen Familien in aller Welt.

Aber auch für die Höllen-gesinnten Teens sind manche Memes zu haram.

Zumindest für die meisten Gruppenmitglieder hat der Spaß klare Grenzen. Die allermeisten Memes machen sich über Muslime und deren Traditionen lustig und nicht über die Religion selbst. Memes, auf denen der Prophet Mohammed abgebildet ist, sucht man vergeblich. Komplett einig ist sich die Gruppe da aber nicht. Für manche sollte es überhaupt keine Grenzen des Humors geben.

Hier findest du die Gruppe auf Facebook.

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