Updated on 11. Okt. 2019. Posted on 4. Okt. 2019

    Was passieren kann, wenn du aufhörst hormonell zu verhüten

    Der Zyklus muss sich eine Weile einpendeln – trotzdem kannst du direkt nach dem Absetzen schwanger werden.

    Dich von deiner Pille zu trennen, kann schwerfallen.

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    Egal ob du sie absetzt, um ein Kind zu bekommen, oder sie aus anderen Gründen nicht mehr nehmen willst: Hormoneller Verhütung Tschüss zu sagen, kann ein wenig einschüchternd sein. Deshalb hat BuzzFeed Gynäkologinnen um Rat gefragt, um zu erfahren, womit du rechnen solltest.

    Vorweg: Es geht hier um Verhütungsmittel auf hormoneller Basis. Also die Antibabypille, Hormonspiralen, Verhütungsringe und -pflaster, Implantate und die sogenannte Dreimonatsspritze.

    1. Es ist möglich, dass du sofort danach schwanger wirst.

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    Falls das nicht gerade deine Absicht ist, dann behalte das auf dem Schirm. „Alle haben diese Vorstellung, solche Verhütungsmittel könnten abgesetzt werden und es werde noch eine Zeit lang nichts passieren. Das stimmt aber nicht“, erklärt die Frauenärztin Dr. Lauren Streicher gegenüber BuzzFeed.

    Es ist durchaus möglich, nach Ende der Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln innerhalb einer Woche schwanger zu werden. Benutze also Kondome oder andere Verhütungsmethoden, falls du nicht für ein Kind bereit bist.

    2. Wenn du aber schwanger werden möchtest, mach' dir keine Sorgen, falls es nicht sofort passiert.

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    Bei den meisten Frauen kommt es ein bis zwei Monate nach dem Absetzen der hormonellen Verhütung wieder zum normalen Eisprung, so Dr. Mary Jane Minkin, Frauenärztin und Klinikprofessorin an der Yale School of Medicine, gegenüber BuzzFeed. Doch auch wenn du die Hoffnung hast, möglichst rasch schwanger zu werden, empfiehlt Dr. Minkin ihren Patientinnen, zwei Monate abzuwarten, bevor sie es ernsthaft versuchen.

    Nicht, weil es bedenklich ist, sofort schwanger zu werden, sondern weil es während der ersten zwei Monate nach Absetzen der Pille oder ähnlichem schwieriger ist, den Eisprung zu erkennen. Das macht es in der Zeit für deinen Frauenarzt oder deine Frauenärztin übrigens schwieriger, einen genauen Geburtstermin zu nennen, so Dr. Minkin.

    3. Deine Regel kann eine zeitlang ziemlich unregelmäßig sein.

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    Bis sich dein Zyklus wieder einpendelt, kann es laut Dr. Minkin ein paar Monate dauern. Falls du also, nachdem du mit der Einnahme hormoneller Verhütungsmittel aufgehört hast, deine Regel nicht gleich bekommst, diese länger oder kürzer dauert oder leichter oder schwerer verläuft als sonst, ist das kein Grund zur Sorge.

    „Bei den meisten Frauen dauert es zwei bis drei Monate, bis der Zyklus wieder völlig normal ist,“ so Dr. Minkin. Oder du gehörst zu den Glücklichen, bei denen sofort wieder eine regelmäßige Periode eintritt – das weiß man nie.

    4. Ein guter Indikator dafür, wie deine Periode ohne hormonelle Verhütungsmittel ausfallen wird, ist, wie stark oder schwach sie verlief, bevor du mit der regelmäßigen Einnahme angefangen hast.

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    Wenn du vorher nur eine leichte Regelblutung hattest, stehen deine Chancen gut, dass sie nach dem Absetzen auch wieder so sein wird. Wenn du dich aber an eine Zeit voller Krämpfe, Hautprobleme und Stimmungsschwankungen erinnerst, stell dich vorsichtshalber wieder darauf ein.

    Hormonelle Verhütungsmittel können solche Symptome gut unter Kontrolle halten, so Dr. Streicher. Gleichzeitig können Nebenwirkungen, die durch solche Mittel verursacht werden, beispielsweise Trockenheit der Vagina, Verringerung der Libido, Migräne, Krämpfe oder Depressionen mit der Absetzung verschwinden.

    5. Allerdings ist es auch möglich, dass deine Menstruation ab jetzt anders verläuft.

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    Dein Monatszyklus kann sich im Laufe deines Lebens verändern – unabhängig davon, ob du hormonell verhütest oder nicht. Wenn du zum Beispiel seitdem du 15 bist, die Pille eingenommen hast, kann es sein, dass sich dein Menstruationszyklus nach der Absetzung nachhaltig ändert.

    Wenn diese Veränderungen sehr auffällig sind, du zum Beispiel auf Dauer deutlich stärkere Blutungen oder unregelmäßigen Zyklen hast, solltest du laut Dr. Streicher, mit deinem Frauenarzt oder deiner Frauenärztin sprechen, um andere Ursachen auszuschließen.

    6. Es dauert nicht Lange, um „die Hormone aus deinem Organsystem zu spülen.“

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    „Die Hormone der Pille sind binnen weniger Tage verschwunden“, so Minkin. Das gelte auch für den Vaginalring, das Implantat und die Hormonspirale, sagt sie.

    Warum dauert es dann eine Weile bis dein Zyklus und dein Eisprung sich wieder normalisieren? Der natürliche Hormonzyklus wird vom Hypothalamus und der Hirnanhangsdrüse gesteuert und durch die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel unterdrückt, erklärt Minkin. Sobald du damit aufhörst, kann es ein paar Wochen dauern, bis sich diese Zyklen neu einpendeln. Das bedeutet nicht, dass die Hormone aus dem Verhütungsmittel weiter in deinem Organismus sind, sondern lediglich, dass dein eigener Hormonzyklus erst wieder in Schwung kommen muss.

    7. Wenn du die Dreimonatsspritze bekommen hast, kann es bis zu sechs Monate dauern, bis du wieder empfängnisbereit bist.

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    Bei der Dreimonatsspritze handelt es sich um eine empfängnisverhütende Injektion, die – du ahnst es– nach drei Monaten erneuert wird. Dennoch kann es laut Dr. Minkin bis zu sechs Monaten dauern, bis der Eisprung wieder so erfolgt wie vorher. Falls du vorhast, sofort nach Ende der Einnahme des Verhütungsmittels schwanger zu werden, ist diese Methode also nicht ratsam.

    8. Vielleicht fällt dir auf, dass du zur Mitte deines Zyklus hin mehr Lust auf Sex hast.

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    Das liegt daran, dass während deines natürlichen Menstruationszyklus deine Testosteronwerte rund um den Eisprung erhöht sind, was deine Lust auf Sex steigern kann, erklärt Dr. Minkin.

    Verhütungsmittel wie die Pille halten diese Hormone im Laufe des Zyklus relativ stabil. Das ist einer der Gründe, warum manche Frauen, die hormonell verhüten, über einen geringen Sextrieb klagen.

    9. Und möglicherweise kommt es jeden Monat zu einem seltsamen, zähen Ausfluss.

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    Noch etwas, das hormonelle Empfängnisverhütung unterdrücken kann. Im Laufe deines natürlichen Menstruationszyklus ohne solche Verhütungsmittel wirst du wahrscheinlich variierenden Ausfluss haben. Direkt vor dem Eisprung tritt typischerweise eine größere Menge dieses Sekrets aus, das nun zäher/klebriger ist, so Minkin.

    Manche Frauen haben vor ihrem monatlichen Eisprung vielleicht sogar geringe Schmierblutungen oder Schmerzen, was völlig normal ist.

    10. Vielleicht bist du im Allgemeinen etwas verstimmer als sonst.

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    Wie bereits erwähnt, hält die Einnahme von Pille und Co. die Hormonspiegel über den Monat hinweg ziemlich konstant. Darum helfen sie gegen Beschwerden wie schmerzende Brüste oder Akne, die mit dem Zyklus zusammenhängen. Sobald du diese Verhütungsmittel absetzt, treten diese normalen, hormonbedingten Schwankungen des Zyklus wieder auf, erklärt Dr. Minkin.

    Falls also PMS-bedingte Stimmungsschwankungen und schmerzende Brüste bei dir aufgetreten sind, wirst du sie wahrscheinlich wieder erleben.

    11. Wenn deine Brüste im Laufe der Einnahme hormoneller Verhütungsmittel größer geworden sind, werden sie wahrscheinlich wieder kleiner.

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    Hormonelle Verhütungsmittel können dazu führen, dass deine Brüste ein wenig größer werden, insbesondere jene mit höherem Östrogengehalt, so Dr. Minkin.

    Wenn du mit der Einnahme aufhörst, werden sie bald wieder normale Größe erreichen. Lebt wohl, ihr großen Brüste.

    12. Falls deine Regel nicht innerhalb von drei Monaten wieder anfängt, solltest du damit zu deinem Frauenarzt oder deiner Frauenärztin.

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    Zunächst einmal könnte es sein, dass du schwanger bist. Allerdings könnte das auch ein Hinweis darauf sein, dass das Verhütungsmittel die Symptome von etwas anderem überdeckt haben, so Dr. Streicher – zum Beispiel polyzystisches Ovar-Syndrom (PCOS) oder ein Problem mit der Schilddrüse – und beides kann deinen Zyklus durcheinanderbringen.

    13. Zu deiner Information: Es ist nicht nötig, deinem Körper eine „Pause“ von hormoneller Verhütung zu gönnen. Mit Ausnahme der Dreimonatsspritze.

    Monik Markus / Creative Commons / Via Flickr: 42954113@N00

    Sowohl Dr. Minkin als auch Dr. Streicher sind sich einig, dass es keinen medizinischen Grund gebe, deinem Körper hormonelle Verhütungsmittel zeitweise zu ersparen – es sei denn, du möchtest schwanger werden oder hast gesundheitliche Einschränkungen.

    Die Dreimonatsspritze kann zu einer Verringerung der Knochendichte führen, weshalb Frauen, die noch im Wachstum sind, nicht länger als zwei Jahre darauf zurückgreifen sollten. In jedem Fall solltest du alle Fragen und Bedenken unbedingt mit deinem Frauenarzt oder deiner Frauenärztin klären.

    Dieser Artikel erschien zuerst auf Englisch.

    BuzzFeed Daily

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