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Updated on 26. Apr. 2020. Posted on 14. Aug. 2018

16 Dinge, die du wissen solltest, wenn du über eine Spirale nachdenkst

Sie ist inzwischen beliebter als noch vor ein paar Jahren, aber ist sie auch was für dich?

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Die Spirale, oder das Intrauterinpessar, ist ein lange wirksames, reversibles Verhütungsmittel, das in den letzten Jahren beliebter geworden ist.

Wenn du also über eine Spirale nachdenkst – ob du nun von einer anderen Methode zu ihr wechselst oder zum ersten Mal ein Verhütungsmittel benutzt – gibt es verschiedene wichtige Faktoren, die du beachten solltest.

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BuzzFeed Health hat mit zwei Fachärztinnen für Gynäkologie gesprochen, um ihren Rat einzuholen: Dr. Mary Jane Minkin, klinische Professorin für Geburtshilfe, Gynäkologie und Reproduktionswissenschaften an der Yale School of Medicine, und Dr. Candace Howe von HM Medical in Newport Beach, Kalifornien.

1. Das Wichtigste zuerst, es gibt zwei Arten von Spiralen: die hormonelle und nicht-hormonelle.

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Die Hormonspirale besteht aus Plastik und gibt eine kleine Menge Progestine (ein synthetisches Hormon, das bei der Menstruation und Schwangerschaft eine Rolle spielt) in den Uterus ab. So werden Spermien daran gehindert, in den Uterus zu gelangen. Außerdem verdickt dieses Hormon den Zervixschleim, um ihn zu einer feindlichen Umgebung für Spermien zu machen. Es kann auch für eine dünnere Gebärmutterschleimhaut sorgen, wodurch es für ein Ei schwerer wird, sich einzunisten.

Die (nicht hormonelle) Kupferspirale ist ein Plastikstab, der von einer Kupferspule umwickelt ist. Sie gibt Kupferionenen ab, die es den Spermien erschweren, sich in der Gebärmutter zu bewegen und zu überleben. Sie kann bis zu zehn Jahre lang wirksam sein.

2. Spiralen sind so wirksam, weil du kaum Anwendungsfehler begehen kannst.

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Wenn du vergisst, täglich deine Pille zu nehmen oder deinen Verhütungsring nicht immer pünktlich auswechselst, ist eine Spirale wahrscheinlich eine gute Idee, weil sie menschliches Versagen als Fehlerquelle ausschließt.

Spiralen sind zu über 99 Prozent wirksam.

3. Du kannst selbst dann mit der Spirale verhüten, wenn du bisher kein Kind zur Welt gebracht hast.

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Obwohl sich die Werbung für Spiralen früher gezielt an Mütter gerichtet hat, ist bereits geboren zu haben keine Voraussetzung für dieses Verhütungsmittel.

Diese Empfehlung stammte daher, dass deine Gebärmutter ein bisschen größer ist, nachdem du schwanger warst, erklärt Minkin. Das erleichtert das Einsetzen der Spirale. Doch sind sich beide Expertinnen einig, dass eine Spirale in der Regel passen wird – egal, ob du ein Baby bekommen hast oder nicht.

4. Wenn du wirklich starke Perioden kriegst, könnte die Hormonspirale eine gute Option sein.

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Wenn du jeden Monat standardmäßig eine Packung Super-Tampons oder dicke Binden verbrauchst, dann könnte dir die Hormonspirale helfen. Denn viele Frauen bekommen ihre Regel so nach einer Weile gar nicht mehr, sagt Minkin.

Das liegt daran, dass das von der Spirale abgegebene Progestine hilft, die Gebärmutterschleimhaut dünner zu machen. So gibt es jeden Monat weniger abzustoßen, erklärt Dr. Howe. Natürlich ist hormonelle Verhütung nicht auf die kalte Schulter zu nehmen, darum berate dich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt und scheue dich nicht, dir die Meinung von weiteren Expert*innen einzuholen.

5. Die Kupferspirale andererseits hilft bei großen Regelbeschwerden gar nicht.

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Da die Kupferspirale keine Hormone enthält, hat sie keinen Einfluss auf deine Perioden. Tatsächlich berichten manche Frauen, dass sie damit stärkere, längere Perioden hatten, obwohl sich das nach den ersten paar Monaten geben sollte.

Das solltest du unbedingt beachten, wenn du etwa als Teenager angefangen hast, die Antibabypille zu nehmen und jetzt eine Spirale in Erwägung ziehst, so Minkin. Wenn du zu einer hormonfreien Verhütungsmethode wechselt, könntest du überrascht sein, wie stark deine Menstruation wirklich ist.

Sie könnte sogar ein hormonelles Ungleichgewicht (wie eine Schilddrüsenunterfunktion) oder eine Störung wie PCOS ans Licht bringen, wenn dein Zyklus unter der hormonellen Verhütung wie ein Uhrwerk lief und nach dem Wechsel zur hormonfreien Methode länger unregelmäßig bleibt. In diesem Fall wendest du dich am besten an deinen Frauenarzt oder deine Frauenärztin.

6. Die Spirale könnte eine bessere Möglichkeit für dich sind als andere Verhütungsmethoden, wenn du bestimmte gesundheitliche Probleme oder Risikofaktoren hast.

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Die Kupferspirale ist eine Option für alle, die eine langanhaltende, nicht-hormonelle Verhütungsmethode brauchen. Zum Beispiel wird Personen, die schon einmal Brustkrebs hatten empfohlen, dass sie hormonelle Verhütungsmethoden vermeiden.

Die Hormonspirale eignet sich gut für bestimmte Personen, die keine kombinierten Verhütungsmittel nehmen können (also solche, die sowohl Östrogen als auch Progestine enthalten). Dazu zählen Leute, die bereits Blutgerinnsel oder einen Schlaganfall hatten, unter hohem Blutdruck leiden oder Migränen mit Aura oder andere gesundheitliche Probleme haben. Außerdem ist sie für Personen über 35, die rauchen, empfehlenswerter als die Antibabypille.

7. Spiralen helfen wahrscheinlich nicht gegen Akne und schreckliches PMS.

FOX

Übrigens: Die Hormonspirale verhindert den eigentlichen Eisprung nicht. Du erlebst nach wie vor die typischen Höhen und Tiefen des normalen Menstruationszyklus. Doch wegen der viel dünneren Auskleidung der Gebärmutter kannst du mit einer leichteren (oder nicht existenten) Regel rechnen..

Wenn du also unter PMS leidest – sprich unter den zyklischen Stimmungsschwankungen oder Kopfschmerzen, Hautunreinheiten, den Blähungen sowie dem allgemeinen Unwohlsein –, dann wird das wahrscheinlich auch mit der Spirale passieren – ganz egal, ob du nun die Hormon- oder die Kupferspirale hast, sagt Minkin. Das gilt auch für die prämenstruelle dysphorische Störung (PMDD) sowie den Mittelschmerz (Schmerzen während des Eisprungs). Nichtsdestotrotz könnten sich Menstruationskrämpfe mit der Hormonspirale verbessern, da die Menstruation schwächer wird, erklärt Howe.

Und obwohl wir wissen, dass kombinierte Antibabypillen (die sowohl Östrogen als auch Progestine enthalten) helfen können, Akne zu behandeln, zeigt sich diese Wirkung bei der Hormonspirale, die nur Progestind enthält, nicht.

8. Mit der Hormonspirale wirst du in den ersten drei bis sechs Monaten wahrscheinlich ein paar Schmierblutungen erleben.

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Es ist also vielleicht nicht die beste Idee, dir eine Hormonspirale direkt vor einem großen Urlaub, deiner Hochzeit oder im Grunde kurz vor jeder anderen Gelegenheit einsetzen zu lassen, zu der du Weiß tragen willst. Rechne damit, dass du in dieser Zeit eine Menge Unterwäsche ruinieren wirst, sagt Minkin.

Diese Schmierblutungen zwischen den Perioden sollten mit der Zeit weniger werden. Doch wenn du starke Blutungen hast und sie nicht nachlassen, dann konsultiere auf jeden Fall deinen Arzt.

9. Dein Partner könnte die Fäden spüren. Das passiert einfach.

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Besonders in den ersten Monaten könnte dein Parter die Enden der Fäden in der Nähe von deinem Gebärmutterhals spüren. Mit der Zeit werden die Fäden etwas weicher und wickeln sich hinter dem Gebärmutterhals auf, sodass du sie nicht spüren wirst, außer du suchst nach ihnen.

Du könntest deinen Arzt bitten, sie zu kürzen, aber dann könnte es etwas schwieriger werden, die Spirale zu entfernen, wenn es soweit ist. Außerdem könnten die Fäden deinen Partner sogar noch mehr pieksen, so Howe. Sie empfiehlt, sie einfach in Ruhe zu lassen.

10. Die Spirale kostet erstmal mehr, ist aber langfristig gesehen kostengünstig.

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Die Kosten für die Kupferspirale liegen zwischen 120 bis 200 € für einen Anwendungszeitraum von 3 - 5 Jahren. Das umfasst aber auch die Beratung, die Untersuchung und das Einsetzen. Bei der hormonellen Spirale liegt dieser Preis zwischen 250 bis 400 € für einen Anwendungszeitraum von 5 Jahren.

Die Kosten für die Beratung zum Thema Verhütungsmethoden übernimmt jedoch die Krankenkasse.

Laut Pro Familia soll laut der Gebührenordnung für Ärzt*innen die Spirale bei gesetzlich krankenversicherten Frauen bis zum vollendeten 20. Lebensjahr von der Krankenkasse übernommen werden. Jedoch wird das in einigen Fällen abgelehnt. Kläre also alle Kostenfragen während des Beratungsgesprächs ab.

11. Das Einsetzen dauert nicht lange, doch kann es alles von einem leichten Unwohlsein bis hin zu starken Schmerzen hervorrufen.

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Für viele ist das Einsetzen mit Krämpfen verbunden, die Tage später noch anhalten können. Howe empfiehlt, sich zu entspannen, vor dem Termin etwas Ibuprofen zu nehmen und zu versuchen sich nicht zu verkrampfen.

Dein Arzt oder deine Ärztin sollte wissen, ob routinemäßige gynäkologische Untersuchungen superschmerzhaft für dich sind oder ob du bei bestimmten Triggern schnell ohnmächtig wirst.

Hier ist ein kurzer Überblick darüber, was während des Einsetzungstermins der Spirale passiert:

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* Zuerst wird normalerweise ein Schwangerschaftstest und ein STI-Test gemacht

* Bei der gynäkologischen Untersuchung werden Form und Neigung deiner Gebärmutter bestimmt

* Dein Gebärmutterhals wird mit einer antiseptischen Lösung gewaschen und mit kleinen Zangen gefasst, um ihn während des Vorgangs an Ort und Stelle zu halten

* Mit einer Sonde wird die Tiefe der Gebärmutter gemessen

* Zuletzt wird die Spirale in einem kleinen Rohr mit angelegten Armen eingeführt und in die Gebärmutter geschoben, wo die Arme sich ausstrecken

* Sobald die Spirale sich an Ort und Stelle befindet, werden die Fäden auf die richtige Länge gekürzt, und das war's!

12. Es gibt ein paar mit Spiralen verbundene Risiken.

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Während des Einsetzungsvorgangs besteht das geringe Risiko (1 zu 1.000), dass die Spirale die Gebärmutterwand oder den Gebärmutterhals perforiert, erklärt Howe. Dieses Risiko ist etwas höher bei stillenden Frauen. Wenn das passiert (oder wenn die Spirale irgendwo anders hinwandert), könnte eine Operation nötig sein, um sie zu entfernen.

Nach dem Einsetzen gibt es ein etwa fünfprozentiges Risiko einer partiellen oder vollständigen Expulsion der Spirale, die dadurch verschoben wird. Howe sagt, die häufigsten Anzeichen davon sind Blutungen und Schmerzen, die nicht besser werden. Es ist sehr wichtig, deinen Arzt oder deine Ärztin zu konsultieren, wenn du irgendwelche merkwürdigen Symptome hast.

Schließlich gibt es noch das sehr, sehr geringe Risiko einer Schwangerschaft mit einer Spirale. Solltest du schwanger werden, während du mit der Spirale verhütest, ist die Chance groß, dass die Schwangerschaft ektopisch ist. Das heißt, dass das befruchtete Ei sich irgendwo außerhalb der Gebärmutter einnistet, wo die Schwangerschaft nicht voranschreiten kann. Wenn die Schwangerschaft nicht ektopisch ist, besteht ein höheres Risiko einer Fehlgeburt, außer du entfernst die Spirale, sagt Minkin.

13. Spiralen schützen nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten oder HIV.

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Die Spirale wird am besten zusammen mit Kondomen verwendet, außer, du befindest dich in einer monogamen Beziehung und ihr habt euch beide vor Kurzem testen lassen.

Es ist superwichtig, dass du dich weiter auf sexuell übertragbare Krankheiten testen lässt, für die bei dir ein Risiko bestehen könnte. Das liegt daran, dass unbehandelte Infektionen (wie Chlamydien und Tripper) zu Unterleibsentzündungen führen können. Diese sind besonders gefährlich, wenn du eine Spirale hast, denn sie können zu Vernarbungen und Unfruchtbarkeit führen, wenn sie nicht behandelt werden. Zu den Symptomen gehören Unterleibsschmerzen, Blutungen, Fieber und ungewöhnlicher Ausfluss. Melde dich sofort bei deinem Arzt oder deiner Ärztin, wenn du eines dieser Symptome bei dir auftritt, sagt Howe.

14. Natürlich sind Spiralen nicht für jeden etwas.

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Wie erwähnt sind Spiralen nicht die beste Wahl für jemanden sein, der wirklich schlimme Regelbeschwerden bekommt, oder möchte, dass sein Verhütungsmittel auch Akne bekämpft. Andere wiederum schätzen die Sicherheit einer monatlich auftretenden Periode.

Zusätzlich gibt es ein paar Fälle, in denen du keine Spirale eingesetzt bekommen solltest – zum Beispiel:

* Wenn du schwanger bist.

* Wenn du Fehlbildungen der Gebärmutter hast, die es der Spirale erschweren, an Ort und Stelle zu bleiben.

* Wenn du unerklärte vaginale Blutungen hast.

* Wenn du eine Leberkrankheit, einen Lebertumor oder Gebärmutter - oder Gebärmutterhalskrebs hast.

* Wenn du eine Unterleibsentzündung hast oder mal hattest, bist du vielleicht kein guter Kandidat für eine Spirale. Aber rede mit deinem Arzt oder mit deiner Ärztin über deine Krankengeschichte.

* Wenn du unbehandelte Infektionen (wie Chlamydien oder Tripper) oder ein hohes Risiko hast, dich anzustecken, ist die Spirale vielleicht ebenfalls nichts für dich.

* Wenn du Brustkrebs hast oder hattest, kannst du die Hormonspirale nicht verwenden.

* Wenn du Morbus Wilson (eine seltene Störung, bei der der Körper auf Kupfer anders reagiet) hast, kannst du die Kupferspirale nicht verwenden.

15. Spiralen können jederzeit von deinem Arzt herausgenommen werden und es ist möglich, schwanger zu werden, sobald sie draußen sind.

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Du musst keine drei, fünf oder zehn Jahre warten, ehe du die Spirale herausnimmst. Wenn du, aus welchem Grund auch immer, genug davon hast, mach einfach einen Termin bei deinem Gynäkologen oder deiner Gynäkologin und er wird sie für dich entfernen.

Minkin schwört, dass dieser Teil leichter und weniger schmerzhaft als das Einsetzen ist: Dein Arzt oder deine Ärztin greift einfach mit einem kleinen Instrument die Fäden und zieht sie heraus; die Arme der Spirale klappen hoch, sodass sie einfach nach unten gezogen werden kann.

Denke daran, dass du schwanger werden kannst, sobald die Spirale entfernt wurde. Falls du das also nicht planst, musst du eine andere Verhütungsmethode verwenden.

Das Fazit: Die Spirale könnte eine tolle Wahl für dich sein ... oder auch nicht. Es gibt kein Verhütungsmittel, das für jeden ideal ist.

Ehe du dich für eine Methode entscheidest – sogar, wenn sie sich nach der besten Option aller Zeiten anhört –, führe mit deinem Arzt oder deiner Ärztin ein detailliertes Gespräch über deinen Gesundheitszustand, deinen Lebensstil, Beschwerden oder Ängste und über alles, was du dir von einem Verhütungsmittel wünscht.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Englisch.

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