Posted on 17. Apr. 2018

    19 Möglichkeiten, wie du deine Vagina besser pflegen kannst

    Lass uns darüber reden, was deine Vagina will und braucht.

    Kate Bubacz / Via BuzzFeed News

    Zunächst einmal: Flippe nicht aus! Die Angelegenheit ist eigentlich ziemlich einfach.

    Scheinbar im Wochentakt gibt es neue Produkte oder Verfahren, die irgendeine „Verbesserung“ der Vagina versprechen. Es gibt Laser, Kräuterzäpfchen, Kristalleier, Bluetooth-Menstruationstassen und sogenannte „Vajacials“, um nur einige zu nennen. Aber für die Gesundheit der Vagina zu sorgen, ist wirklich nicht so kompliziert, wie all diese Trends suggerieren.

    Und wie pflegst du nun am besten die Vagina und die Vulva? Um das zu erfahren, haben wir uns an zwei Expertinnen gewandt: Dr. Mary Jane Minkin, klinische Professorin für Geburtshilfe, Gynäkologie und Reproduktionswissenschaften an der Yale School of Medicine, und Dr. Alyssa Dweck, staatlich geprüfte Frauenärztin und Autorin des Buches The Complete A to Z for Your V.

    1. Weniger ist mehr.

    Channel 4 / Via giphy.com

    Du hast vermutlich über einige Dinge gelesen, die man sich in die Vagina stecken kann – von Borsäure-Zäpfchen bis zu Kräuter-Entgiftungsperlen. Doch nach Meinung der Fachleute ist es besser, wenn du da drinnen möglichst wenig herumhantierst. „Die Vagina ist wie ein Super-Ofen, der sich selber reinigt“, sagt Dweck im Gespräch mit BuzzFeed Health. „Sie hat ihre eigenen Methoden, um für einen sauren pH-Wert zu sorgen, im Gleichgewicht zu bleiben und Infektionen zu verhindern.“

    Darum kann die Vagina – der innere Muskelkanal zwischen Gebärmutter und Außenwelt – in Ruhe gelassen werden. „Wenn du da drinnen zu viel herummachst, kann das den pH-Wert der Vagina stören oder die natürliche Bakterienflora durcheinanderbringen, die uns gesund erhält“, so Minkin gegenüber BuzzFeed Health. Wenn es ein Problem gibt, solltest du natürlich einen Arzt aufsuchen. Aber um gesund zu bleiben, brauchst du keine speziellen Zäpfchen, und es ist auch nicht nötig, der Vagina regelmäßig eine Dampfreinigung zu verpassen. Vertraue darauf, dass deine Vagina ihren Job macht.

    2. Lass das Spülen sein, und zwar für immer.

    3. Wasch deine Vulva richtig.

    4. Nimm milde Seifen ohne Duftstoffe.

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    Scharfe, parfümierte Seifen können zu Reizungen oder allergischen Reaktionen an der Vulva führen. „Es handelt sich um das empfindlichste Gewebe des Körpers”, so Minkin. „Darum gilt: je weniger Parfüm und Chemie, desto besser.” Die Expertinnen empfehlen, eine milde, parfümfreie Seife zu verwenden, zum Beispiel eine einfache Olivenölseife; jedoch keine entparfümierte Seife, die nach wie vor kaschierende Duftstoffe enthalten kann. Heb dir das Peeling-Duschgel mit Apfelduft für die Achselhöhlen und den restlichen Körper auf.

    5. Seif dich da unten höchstens einmal täglich ein.

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    Duschen kann man die Schamlippen einmal am Tag, aber sie wirklich jeden Tag einzuseifen, ist auch nicht nötig. Dweck sagt: „Übertriebenes Reinigen der Vulva kann der Haut die schützenden natürlichen Öle entziehen.” Du kannst die Seife da unten also ruhig einen oder zwei Tage weglassen. Auch wenn du zweimal am Tag duschst oder das Bedürfnis verspürst, dich nach dem Sex untenrum zu waschen, solltest du die Vulva möglichst nur einmal täglich einseifen.

    6. Hör auf, deine Vulva endlos mit dem Handtuch abzurubbeln, wenn du dich abtrocknest.

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    Beim Abtrocknen der Vulva gelten die gleichen Regeln wie beim Waschen: Nicht zu stark mit dem Handtuch hin- und herrubbeln, denn für das empfindliche Gewebe der Vulva ist das wahrscheinlich zu viel. „Man muss nichts weiter tun, als den Bereich mit einem sauberen Handtuch sanft trockenzutupfen”, sagt Minkin. Für den Fall, dass die Vulva wund oder gereizt ist, rät Minkin, einen Föhn zu verwenden, der auf „kühl” oder auf die niedrigste Stufe gestellt ist, und ihn etwa 30 cm vom Körper wegzuhalten. „Die Luft wirkt lindernd und trocknet die Vulva, ohne zu reiben”, meint Minkin.

    7. Verwende weniger Badekugeln und Duftbäder.

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    Baden kann ein entspannender Teil der Körperpflege sein. Warum soll man da nicht eine sprudelnde Badekugel nehmen, damit es bunt wird, duftet und Instagram-tauglich aussieht? Zunächst einmal mögen es Vulva und Vagina vermutlich nicht, stundenlang in all diesen Duftstoffen eingeweicht zu werden. „Badekugeln und Schaumbäder können den pH-Haushalt der Vagina durcheinanderbringen, dadurch wird man anfälliger für Reizungen und Infektionen”, sagt Minkin.

    Heißt das, ich soll meinen Lush-Seifenvorrat wegschmeißen? Nein. Aber vielleicht beschränkst du die Sprudelbäder auf ein- bis zweimal im Monat und verwendest keinesfalls Badekugeln, wenn es untenrum eh schon juckt und wund ist. „Badekugeln und Sprudelbäder sind nicht für jeden schädlich, aber man muss wissen, dass sie Probleme verursachen können”, meint Dweck. „Und wer sie verwendet, sollte beobachten, ob Reizungen auftreten.”

    8. Hände weg von Binden und Tampons mit Duft!

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    Erstens braucht Menstruationsblut keinen bestimmten Geruch und es muss auch nicht von Blumen- oder anderen Düften überdeckt werden. Zweitens stecken solche Binden und Tampons voller scharfer Duftstoffe, und die haben am empfindlichen Vulvagewebe oder an der pH-neutralen Vagina ganz sicher nichts zu suchen. „Duft-Tampons können die Vagina aus dem Gleichgewicht bringen und Reizungen oder allergische Reaktionen auslösen”, sagt Dweck. „Daher sollte man bei parfümfreien Produkten bleiben.” Und es spielt auch keine wirkliche Rolle, welche Art von Tampons oder Binden man benutzt (biologisch oder nicht, mit Applikator aus Plastik oder Pappe usw.) – Hauptsache, sie sind nicht parfümiert.

    9. Achte darauf, dass deine anderen Hygieneprodukte keine Probleme verursachen.

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    Wenn die Genitalien gereizt sind, kann dies etliche Ursachen haben. Man sollte also nicht bei jedem Jucken von einer Hefepilzinfektion ausgehen. „Hauptursachen für Reizungen der Vulva sind Allergien oder die Empfindlichkeit gegenüber Inhaltsstoffen in Produkten, die wir jeden Tag verwenden”, meint Dweck. „Die können zu Reizungen, Juckreiz und abnormalem Ausfluss führen.”

    Solche Produkte sind beispielsweise Seifen, Lotions, Rasiercremes, Sprays, Waschmittel und alles andere, was direkt oder indirekt mit der Vulva oder mit der Vagina in Kontakt kommt. Es spielt auch eine Rolle, was du zum Wischen benutzt. „Bei Feuchttüchern ist Vorsicht geboten. Die Chemikalien darin können einen juckenden Ausschlag von der Vulva bis zum After auslösen”, so Dweck. Wer auf Nummer sicher gehen will, nimmt Produkte, die parfümfrei sind und weniger Inhaltsstoffe haben.

    Wenn die Reizung der Vulva von einer Allergie herrührt, braucht es eventuell etwas Zeit, Geduld und einen Allergietest, um herauszufinden, welche Inhaltsstoffe man meiden sollte. Frauen- und/oder Hautärzte können dabei aber helfen.

    10. Leg deine unbequeme, unmöglich enge Unterwäsche ab.

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    Kennst du diese superunbequeme, schlecht sitzende Unterwäsche, die hinten in der Schublade herumliegt und die man aus reiner Verzweiflung trägt? Es ist an der Zeit, diese und jede andere Unterwäsche wegzuschmeißen, die nicht richtig passt. Minkin rät, Unterwäsche aus Baumwolle oder mit Baumwolle im Schritt zu tragen. Der Stil (Tanga oder Höschen) spielt dabei keine Rolle, solange die Wäsche bequem und atmungsaktiv ist. „Wenn die Vulva und die Vagina keine Luft bekommen, erhöht das die Anfälligkeit für Hefepilzinfektionen”, sagt Minkin. Hefepilze gedeihen in warmen, feuchten Milieus. Deshalb ist es keine gute Idee, den ganzen Tag lang in luftdichter Unterwäsche herumzusitzen.

    11. Lerne den ~natürlichen Duft~ deiner Vagina lieben.

    HOLYCHILD / youtube.com / Via giphy.com

    Die meisten Frauen haben ihren eigenen, einzigartigen Vagina-Geruch, der mit dem Menstruationszyklus und der Art der Ernährung schwankt, so Dweck. Das ist aber völlig normal und nichts, wofür man sich schämen müsste. Laut den Expertinnen muss man den Geruch nicht kaschieren und absolut keine Parfüms oder Sprays an der Vulva verwenden, denn die können die Haut stark reizen. Klar: Wenn die Vagina übel riecht und dies von Symptomen wie zum Beispiel Juckreiz begleitet ist, sollte man den Arzt aufsuchen. Doch in aller Regel ist der natürliche Geruch der Vagina kein Grund zur Besorgnis. „Man selber macht sich vermutlich mehr Sorgen über den eigenen Geruch als die anderen”, meint Dweck.

    12. Vermeide es, dass untenrum Haare nach innen wachsen, statt später an ihnen herumzupulen.

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    Schamhaar-Follikel können verstopfen und mit Follikulitis infiziert werden. Das sieht dann wie ein weißer Pickel oder wie eine rote Beule aus. Manchmal hat man mit den Biestern einfach nur Pech, aber man kann etwas tun, um sie zu vermeiden. Dweck empfiehlt, einen neuen, sauberen Rasierer zu verwenden und ihn alle ein bis zwei Wochen auszuwechseln. Wer lieber Waxing mag, sollte ein seriöses Studio aufsuchen und sich zuerst den Schambereich sanft peelen lassen, bevor das Waxing beginnt. Noch ein Tipp von Minkin: Man sollte es vermeiden, zu lange in verschwitzten Trainingsklamotten herumzusitzen, denn dann können sich in der Schamgegend Bakterien einnisten.

    Es mag befriedigend sein, Pickel auszudrücken oder eingewachsene Haare herauszuziehen. Aber das sollte man wirklich sein lassen. Wenn man die Haut untenrum beschädigt, steigt die Anfälligkeit für Infektionen, sagt Dweck. Widersteh also der Versuchung, daran herumzupulen, und verwende lieber warme Umschläge – in den meisten Fällen verschwindet der garstige Haarfollikel von selbst. Und sollten irgendwelche Beulen nicht verschwinden, dann geh zum Frauenarzt.

    13. Fang an, deine Vulva auf neue Muttermale und Flecken zu untersuchen.

    14. Wähle einen Vibrator oder ein Sexspielzeug, das für deine Vagina geeignet ist.

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    Selbstbefriedigung ist ein fantastisches sexuelles Ventil, und außerdem tut es gut! Sexspielzeuge sind eine sehr gute Hilfe, um das Vergnügen beim Masturbieren zu steigern. Es gibt sie in allen Formen und Größen. So kannst du das richtige Spielzeug für deine individuelle Scheidenanatomie wählen. Der Trick ist, herauszufinden, was dich zum Höhepunkt bringt, und dann ein Spielzeug zu kaufen, das dir dabei hilft.

    „Die Klitoris ist der Ort der höchsten Lust”, sagt Dweck. „Aber viele Frauen stellen fest, dass sie eine erogene Zone im vorderen Teil, also oben vorn im Scheidenkanal haben.” Man findet diesen Punkt, indem man einen Finger einführt und ihn in einer „Komm-her-Bewegung” aufwärts bewegt. Wo auch immer der ~Punkt~ bei dir sitzt: Such dir ein Sexspielzeug, das ihn stimuliert, und dann vergnüge dich! Für den Anfang: Hier ist eine Liste toller Sexspielzeuge, außerdem eine umfassende Liste mit Tipps für die Selbstbefriedigung.

    15. Finde ein Gleitmittel, das dir gefällt, und verwende es reichlich beim Vorspiel und beim Sex.

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    „Gleitmittel wird unterschätzt und zu wenig verwendet”, sagt Dweck. Beim Sex sollte man gut geschmiert sein, denn das verhindert feinste Risse in der Vagina und drumherum, die zu Infektionen führen können. Die Vagina, so Minkin, produziert bei Erregung selber Gleitmittel, aber manchmal reicht das nicht; oder die Vagina ist trocken, weil man Hormone oder Medikamente genommen hat. Da ist Gleitmittel ganz nützlich.

    Nicht alle Gleitmittel sind gleich, und man sollte das richtige Produkt für die individuellen Bedürfnisse auswählen. Gleitmittel auf Wasserbasis sind am sichersten, meint Dweck, denn Gleitmittel auf Silikonbasis können Sexspielzeuge zersetzen und solche auf Ölbasis können Latexkondome zerstören. Wer überempfindlich ist oder Allergien hat, sollte ein Gleitmittel mit möglichst wenig Inhaltsstoffen wählen und die Finger von dem parfümierten oder aromatisierten Zeug lassen. Minkin empfiehlt außerdem, Gleitmittel probehalber in kleinen Packungsgrößen zu kaufen, bevor man in eine große Flasche investiert.

    16. Wenn Sex immer schmerzhaft ist, dann ignoriere das nicht, sondern geh zum Arzt.

    17. Such dir eine Frauenärztin, die dir wirklich gefällt, und sprich mit ihr über alles.

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    Deine Frauenärztin ist dazu da, dir zu helfen und sich so gut wie möglich um die Gesundheit deiner Vagina zu kümmern. Du solltest eine Ärztin wählen, bei der du dich wohl fühlst, denn du musst mit ihr ja über alles reden können, was da unten vor sich geht. „Ich glaube”, so Dweck, „der wichtigste Entschluss, den Frauen fassen sollten, ist der, mehr ohne Scham oder Nervosität über ihre Vagina zu sprechen.”

    Minkin rät Frauen, sich mindestens einmal im Jahr von der Frauenärztin untersuchen zu lassen – oder öfter, falls es nötig ist. Und wenn du in der Praxis bist, dann stell alle deine Fragen – auch die peinlichen, die du um 2 Uhr morgens googelt.

    18. Und geh zur Frauenärztin, anstatt diese „wiederholt auftretenden Hefepilzinfektionen” selber zu behandeln.

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    Hefepilzinfektionen kommen sehr häufig vor und sind kein Grund zur Panik. Wenn du aber häufiger welche hast und die rezeptfreien Medikamente nur vorübergehend helfen, dann könnte es da unten ein anderes Problem geben. „Was Hefepilzinfektionen betrifft, so stellen die Frauen nur in einem Drittel der Fälle die korrekte Selbstdiagnose”, sagt Minkin. „Das heißt, sie irren sich oft.” Es könnte sich um eine Allergie oder um eine bakterielle Vaginose handeln, um eine Trichomonaden-Infektion oder eine andere sexuell übertragbare Infektion. Doch der einzige Weg, um es zu erfahren, ist der Gang zur Frauenärztin, denn der macht die richtigen Tests und behandelt das Problem.

    19. Liebe deine Schamlippen.

    Dieser Artikel erschien zuerst auf Englisch.

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