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Updated on 16. Okt. 2018. Posted on 29. Mai 2018

15 Fakten über Klarträume, die dich an der Realität zweifeln lassen

Bist du dir sicher, dass du nicht jetzt gerade träumst?

Charlotte Gomez / Via BuzzFeed / thinkstockphotos.com

Jede Nacht schafft unser Gehirn eine eigene Realität. Normalerweise fühlen sich unsere Träume so echt an, dass wir bis zum Aufwachen nicht erkennen, dass es sich in Wahrheit um einen Traum handelt. Doch manchmal werden sich Menschen während ihres Traums bewusst, dass sie träumen. Und wenn das geschieht, können sie ihre Träume kontrollieren und verändern. Das nennt sich luzides Träumen oder klarträumen.

Das hört sich an wie Science-Fiction, gibt es aber wirklich. Wie funktioniert das? Wir haben für euch mit zwei Experten gesprochen. Mit Susana Martinez-Conde, Professorin und Leiterin des Labors für integrative Neurowissenschaften im SUNY Medical Center sowie mit "Schlafdoktor" Michael Breus, klinischer Psychologe und Mitglied der American Academy of Sleep Medicine.

1. Ein Klartraum fängt zunächst wie jeder normale Traum an.

Disney / Via mtvstyle.tumblr.com

Träume drücken unbewusste Informationen aus, die bereits in unseren Köpfen vorhanden sind. Darum fühlen sich Träume so echt an und uns ist die gesamte Symbolik in unseren Träumen vertraut. Wir denken zwar manchmal, es gebe neue Charaktere und Orte in unseren Träumen, aber in Wirklichkeit verschmelzen dort lediglich Dinge, die wir bereits vorher gesehen haben, sagt Breus.

Die Mechanismen, die uns unsere Traumwirklichkeit zeigen, sind vermutlich dieselben, die am Werk sind, wenn wir uns die Zukunft vorstellen. Der Unterschied: Wenn wir etwas in unseren Träumen sehen, glauben wir, es sei die Wirklichkeit. "Träume sind Illusionen. Wir erleben eine Realität, die zwar nicht existiert, aber wir können auch nicht den Unterschied zwischen dieser und der tatsächlichen Realität erkennen", sagt Martinez-Conde.

2. Bei einem Klartraum wird dir jedoch plötzlich bewusst, dass deine Traumwelt nicht echt ist.

Pandora Cinema / Via lifesafjoke.tumblr.com

Wenn du dir darüber bewusst wirst, dann kannst du Aspekte der Traumrealität kontrollieren und manipulieren, sagt Breus

Klarträumen wurde erstmals 1914 vom niederländischen Psychiater Frederick Van Eeden beschrieben. Er beschrieb einen Traum, in dem er freiwillig handeln konnte. Er war sich bewusst, dass er gerade in einer Traumrealität steckt – aber er war immer noch im Tiefschlaf. Keine äußeren Reize oder Körperempfindungen drangen in seine Traumwahrnehmung ein.

Das ist das, was einen Klartraum von einer Halluzination unterscheidet. Dein Körper befindet sich im Tiefschlaf und kann nicht wirklich spüren, was du gerade machst. Selbst wenn du dir des Träumens bewusst bist und die Kontrolle hast.

3. Woher kommen Klarträume? Wissenschaftler sind sich nicht sicher.

Jenny Chang / Via buzzfeed.com

Studien haben gezeigt, dass Gehirnströme bei Menschen mit Klarträumen genau so aussehen wie bei Menschen mit normalen Träumen, sagt Breus. Daher ist es schwer, genau zu bestimmen, welche konkreten Mechanismen oder Teile des Gehirns während eines Klartraums am Werk sind.

"Studien haben keinen ausreichenden Anstieg der Herzfrequenz oder Atmung beobachtet, um eine physikalische Veränderung im Körper während luzider Träume zu beweisen," sagt Breus.

In einem sind sich die Experten aber einig: Was auch immer zu Klarträumen führt, es stammt definitiv aus dem Inneren des Gehirns – und nicht von einem äußeren Reiz. Einige Studien suggerieren, dass luzides Träumen durch einen überaktiven präfrontalen Cortex während des Schlafs verursacht werden könnte. Der präfrontale Cortex steht in Zusammenhang mit der Integration von Gedächtnisinhalten und emotionalen Bewertungen. Aber das wurde noch nicht nachgewiesen.

4. Klarträumen geschieht meist während der REM-Schlafphase.

National Geographic / Via vimeo.com

Das meiste Träumen geschieht während der Rapid Eye Movement (REM) Schlafphase. Dann ist das Gehirn am aktivsten und arbeitet daran, kurzfristige Erinnerungen in langfristige Erinnerungen zu verarbeiten, sagt Breus. Während REM sind viele Muskeln gelähmt, lediglich die Augen bewegen sich rapide, weil Du auf Bilder reagierst. Das könnte ein Schutzmechanismus sein, damit wir nicht unsere Träume ausleben und versehentlich von einer Klippe springen.

Forscher haben versucht, Klarträumen zu beobachten. Dafür haben sie die Augenbewegungen gemessen und haben nach einem Muster gesucht, sagt Martinez-Conde. Probanden konnten ihre Augen auf eine bestimmte Art bewegen, um damit den Forschern zu signalisieren: Ich habe gerade einen Klartraum. Auch wenn noch mehr Forschung nötig ist, scheint es derzeit am plausibelsten, dass luzides Träumen während des REM-Schlafs geschieht – genau dann, wenn wir unsere lebhaftesten und intensivsten Träume haben.

5. Klarträume sind nicht das Gleiche wie Albträume.

Chia Hsin-Ho / Flickr CC / Via Flickr: hsinho

Kein Klartraum ist es, wenn wir einen Albtraum haben, in dem uns kurz vor dem Aufwachen bewusst wird, dass wir nicht wirklich in Gefahr sind. "Was einen Albtraum so beängstigend macht, ist der Mangel an Kontrolle. Das ist ein natürlicher Vorgang, angetrieben durch Emotionen und Stress," sagt Breus. Wenn wir also – kurz bevor wir angegriffen werden – aus einem Albtraum erwachen, sind das in Wirklichkeit unsere erhöhte Herzfrequenz und die Stress-Atmung.

In einem Klartraum können wir so lange bewusst träumen ohne aufzuwachen, weil wir entspannt sind. "Okay, ich befinde mich in einem Traum, cool." Es fehlt der große dramatische Übergang, der geschieht, wenn wir aus einem Albtraum erwachen, sagt Martinez.

6. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat schon Klarträume erlebt. Bei den meisten Menschen beginnt das in jungen Jahren.

David De Lossy / Getty Images / Via thinkstockphotos.com

Laut einer bekannten deutschen Studie fanden Forscher heraus, dass mehr als 51% aller Menschen mindestens einmal einen Klartraum erlebt haben. "Wir sind uns nicht sicher, wie viele von diesen Menschen häufig oder regelmäßig Klarträume haben und wie lange diese Episoden dauern," sagt Breus. Und weil luzides Träumen auf Selbsteinschätzung angewiesen ist, ist es vermutlich lückenhaft dokumentiert.

Luzides Träumen kann zu jedem Zeitpunkt des Lebens stattfinden, sagt Breus, aber wie die meisten Schlafphänomene und Störungen beginnen sie für gewöhnlich während der Kindheit oder Jugend. Für die Wissenschaftler ist es allerdings leichter, Klarträume bei Erwachsenen zu untersuchen. Kinder besitzen häufig noch nicht die erforderlichen kognitiven Fähigkeiten, um die Klarträume zu erklären oder darüber zu reflektieren.

7. Nachdenkliche Menschen könnten häufiger Klarträume haben.

TedEd / Via teded.tumblr.com

"Studien haben gezeigt, dass nachdenkliche Menschen eher zu Klarträumen neigen als andere," sagt Martinez-Conde. Einige Daten zeigen, dass Klarträumer sich besser in andere Personen hineinversetzen können, dass sie tatsächlich übers Denken nachdenken.

"MRT-Aufnahmen des Gehirns von Klarträumern haben gezeigt, dass ihr Gehirn ein größeres Volumen grauer Masse aufweist," sagt Breus. Die graue Masse des Gehirns ist zuständig für bewusste Gedanken, Erinnerungen, Entscheidungen und Selbstkontrolle. Daher kann viel graue Masse die Fähigkeit einer Person erhöhen, über das Denken nachzudenken – und demzufolge ihre Tendenz, klar zu träumen.

"Es gibt außerdem einen Anstieg bei der Klartraumhäufigkeit unter Menschen mit Narkolepsie, aber wir sind uns nicht genau sicher, warum das geschieht," sagt Breus.

8. Klarträumen könnte eine angeborene Fähigkeit sein – wie Ohrenwackeln.

FX / Via giphy.com

Klarträume sind vermutlich eine angeborene Fähigkeit. "Klarträumen ist nicht notwendigerweise ein Vorteil. Es ist nur irgendeine merkwürdige Sache, die Du entweder bekommst oder nicht," sagt Breus.

9. Mit Übung kannst du eine bessere Klarträumerin werden.

Warner Bros / Via fashion-wallflower.tumblr.com

"Klarträumerinnen können ihre Fähigkeiten entwickeln. Dann können sie besser auf Abruf reagieren oder kreative Lösungen für Probleme in ihren Träumen finden", sagt Breus. Die Techniken variieren, aber du kannst dir zum Beispiel selbst sagen, dass du klar träumen willst; oder jemand anderes sagt es dir; oder du schreibst es auf. Du kannst auch bestimmte mentale Übungen machen, bevor du einschläfst.

Einige Übungen findest du auf den Seiten des Lucidity Institutes. Sie kommen von dem Klartraumexperten Stephen LeBerge.

10. Du kannst dir das Klarträumen auch selbst beibringen.

Flairimages / Thinkstock, Caroline Kee

"Nur weil du noch nie einen luziden Traum hattest, heißt das nicht, dass du nicht doch noch einen haben kannst", sagt Martinez-Conde. Es gibt unterschiedliche Techniken, um Klarträume herbeizuführen – aber es gibt keine Garantie, das diese auch funktionieren. "Es kann schon helfen, wenn du einfach die Absicht hast, luzid zu träumen dir das vor dem Schlafen sagst", sagt Martinez-Conde.

Laut Breus ist eine weitere beliebte Methode, sich ein X auf den Handrücken zu malen. Dann schaust du jede Stunde drauf, bis es nach einer oder zwei Wochen zur Gewohnheit wird. Der Gedanke dahinter: Du schaust auch während eines Traumes darauf. Und wenn Du bemerkst, dass es nicht da ist, könnte das zu einem Klartraum führen. Klarträume sind sehr subjektiv, daher ist es schwer, eine für alle funktionierende Technik zu finden.

11. Wie viel Kontrolle Menschen in ihren Klarträumen haben, ist unterschiedlich.

Nordisk Film / Via melancholiathemovie.com / theatlantic.com

Es wäre cool, wenn du in jedem Klartraum herumfliegen könnten, aber das funktioniert meist nicht so. Selbst erfahrene Klarträumer besitzen selten die vollständige Kontrolle. Und auch was sie mit dieser Kontrolle machen können, ist eingeschränkt. "Unter Klarträumern gibt es einen großen Unterschied, wie oft sie Klarträume haben können und wie sehr sie bewusste Kontrolle in den Träumen haben," sagt Martinez-Conde.

Wie bei normalen Träumen neigen einige Klarträume dazu, lebhafter und intensiver zu sein als andere. "Manchmal wachst du durch die Kontrolle in deinem Klartraum einfach auf, aber andere Male kannst du komplexere Kontrolle besitzen und Dich selbst fliegen lassen oder alles Mögliche machen", sagt Martinez-Conde. Jedes Erlebnis ist unterschiedlich. In einem Klartraum kannst du die Fähigkeit besitzen, physikalische Gegenstände zu kontrollieren – und in einem anderen Klartraum besprichst du emotionale Probleme.

12. Klarträume haben kaum Auswirkungen auf dein echtes Leben.

Warner Bros / Via thegiflibrary.tumblr.com

Klarträumen wird in Filmen wie Inception und Waking Life definitiv übertrieben dargestellt. Du kannst in Träumen keine Sportarten fürs echte Leben lernen. Und du kannst auch keine Fehler aus der Vergangenheit wieder gutmachen oder die Zukunft beeinflussen. "Manchen Menschen fürchten sich sogar vor Klarträumen, weil sie glauben, sie werden in dem Traum gefangen. Oder sie müssten im echten Leben sterben, wenn sie in einem Klartraum getötet werden", sagt Breus. Aber das stimmt nicht. Klarträume sind wirklich nur normale Träume, in denen du dir der Tatsache bewusst bist, dass du träumst.

13. Häufig geht es in Klarträumen um Abenteuer und Sex. Wer hätte es gedacht.

sergio15ramos.tumblr.com / Via buzzfeed.com

Hey, wann kannst du sonst nackt über den Grand Canyon segeln oder einen Promi abschleppen? Die meisten Klarträumer werden dadurch nicht gestört und leiden auch nicht unter irgendwelchen Schlafproblemen. Manche Menschen sagen sogar, dass sie Schlaforgasmen während eines Klartraums über Sex haben.

14. Du wirst möglicherweise niemals einen Klartraum in deinem Leben haben, und das ist völlig in Ordnung.

Disney / Via disneyscreencaps.com / buzzfeed.com

Luzides Träumen ist vermutlich eine angeborene Fähigkeit. Also sei nicht enttäuscht, wenn du mehrfach versuchst, dir klare Träume beizubringen und es nicht funktioniert. "Es ist nicht unnormal, ständig Klarträume zu haben, und es ist nicht unnormal, sie niemals zu haben", sagt Breus.

15. Klarträume haben keine Vorteile – außer jede Menge Spaß und unvergessliche Träume halt.

Warner Bros / Via maudit.tumblr.com

Bisher gibt es keine nachgewiesenen Vorteile von Klarträumen. Sicher, es kann cool und komisch und bewusstseinserweiternd sein – aber die Experten warnen davor, zu viel in das Phänomen hineinzuinterpretieren. "Sie können ein sehr einprägsamer und lustiger Teil Deines Lebens sein," sagt Martinez-Conde. Aber das war es dann auch schon.

  1. Hast du Klarträume?

Hups, da ist etwas schief gelaufen. Versuch's bitte später nochmal
Es sieht so aus, als hätten wir Server-Probleme.
Hast du Klarträume?
  1.  
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    Niemals.
  2.  
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    Ich hab's versucht, aber bei mir funktioniert das nicht.
  3.  
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    Manchmal, aber die Klarträume sind nicht wirklich intensiv.
  4.  
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    Ständig – in meinen Träumen kann ich die verrücktesten Sachen machen.
  5.  
    Stimme Stimmen
    Ich bin mir ehrlich gesagt grad nicht sicher, ob das hier ein Klartraum ist oder das echte Leben... HILFE!

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