19 Dinge, von denen Menschen mit Typ-2-Diabetes wollen, dass du über sie bescheid weißt

    Lass uns über eine der weltweit häufigsten chronischen Krankheiten sprechen.

    Getty / Anna Aridzanjan / Via BuzzFeed

    Obwohl Typ-2-Diabetes die häufigste Form von Diabetes ist, gibt es eine Menge Missverständnisse darüber, was es mit dem Körper tatsächlich anstellt und warum das passiert. Wir haben die Diabetes-Expertin Dr. Dorothy Fink des NYU Langone Endokrinologie- und Diabetes-Zentrums kontaktiert, um die häufigsten Mythen rund um die Zuckerkrankheit aufzulösen.

    Bevor wir über die Mythen sprechen, lass uns definieren, was Typ-2-Diabetes eigentlich ist.

    Wavebreakmedia Ltd / Getty Images / Via thinkstockphotos.com

    In Übereinstimmung mit der Amerikanischen Diabetes Vereinigung (ADA) ist Typ-2-Diabetes (T2D) eine chronische Krankheit, bei der der Glucosespiegel (Zuckerspiegel) im Blut höher ist als normal. Dies wird auch „Hyperglykämie“ genannt. Typ-2-Diabetes ist auch als als Erwachsenen- oder nicht-insulinabhängiges Diabetes bekannt.

    „Definitionsgemäß muss man einen A1c-Hämoglobin-Wert höher als 6.5 besitzen – der als Maßeinheit für den Zucker dient, der deine roten Blutzellen über die letzten 2 bis 3 Monate ummantelt hat“, sagt Fink. Wenn dein A1c zu hoch ist, bedeutet dies, dass dein Körper den Zucker nicht korrekt verarbeitet und sich zu viel Glucose in deinem Blut befindet. T2D wird gewöhnlich mit einer Alltags- und Ernährungsumstellung, oral einzunehmenden Medikamenten sowie Insulinspritzen behandelt, aber dies ist sehr individuell und muss immer von Person zu Person anders gehandhabt werden.

    1. Es gibt viele verschiedene Risikofaktoren, die mit Typ-2-Diabetes verbunden sind.

    Instagram: @newyorkada / Via instagram.com

    Diabetes wird nicht durch eine einzelne Sache verursacht. Es ist eine vielfältige Diagnose. Laut der Mayo Klinik sind das die bekannten Risikofaktoren (obwohl diese nicht für alle mit T2D zutreffen!):

    * Gewicht: Wenn du an Übergewicht oder Fettleibigkeit leidest.

    * Fettverteilung: Wenn dein Körper Fett primär in deinem Unterleib lagert.

    * Inaktivität: Wenn du wenig bis gar keine physische Aktivität betreibst.

    * Familienanamnese: Wenn deine Eltern- oder Geschwister Typ-2-Diabetes haben.

    * Herkunft: Falls du schwarzer, hispanischer, indianischer oder asiatisch-amerikanischer Abstammung bist.

    * Alter: Wenn du älter als 45 Jahre bist.

    *Prädiabetes: Wenn du einen hohen Blutzuckerspiegel besitzt, aber nicht hoch genug, um als Diabetiker eingestuft zu werden, oder einen A1c zwischen 5.7 und 6.4.

    * Schwangerschaftsdiabetes: Wenn du während der Schwangerschaft einen hohen Blutzuckerspiegel (diabetische Hyperglykämie) hast / hattest.

    * Polyzystisches Ovar-Syndrom: Wenn du PCOS hast, was zu unregelmäßigen Periodenzyklen, übermäßigem Haarwuchs sowie Fettleibigkeit führen kann.

    Wir werden gleich mehr über ein paar dieser Dinge sprechen.

    2. Typ-2-Diabetes ist kein Insulin-Mangel.

    Creatas Images / Getty Images / Via thinkstockphotos.com

    Anders als beim Typ-1-Diabetes, wo der Körper das Insulinhormon nicht produziert und er dadurch Zucker nicht umwandeln kann, tritt T2D auf, wenn dein Körper Insulin nicht mehr ordnungsgemäß nutzt.

    Wenn du isst, wird Nahrung für die Energiegewinnung in Glucose umgewandelt. Die Bauchspeicheldrüse setzt Insulin frei, um den Glucosestrom von unserem Blut in die Zellen zu regulieren, damit diese ihn für Brennstoffprozesse in unserem Körper verwenden können. Wenn du den Körper mit Zucker überlädst, dann, meint Fink, würde unsere Bauchspeicheldrüse ausflippen und zuerst versuchen, dies mit der Herstellung von extra Insulin zu kompensieren. Schlussendlich kann sie nicht mithalten und hört damit auf, genug Insulin zu produzieren, um den Blutzucker unten zu halten, was als „Insulinresistenz“ bezeichnet wird.

    „Insulin ist wie ein Schlüssel, der unsere Zellen öffnet, damit Glucose hinein kann, und Menschen mit T2D haben zwar diesen Schlüssel, können ihn jedoch einfach nicht mehr benutzen“, sagt Fink. Als Resultat bleibt der Zucker einfach im Blut – was zu Nerven-, Augen-, Nieren- und Herzproblemen führen kann. Wenn es unbehandelt bleibt, wird es über die Zeit nur noch schlimmer.

    3. Insulinresistenz wird nicht einfach dadurch verursacht, dass du zuviel Süßes isst.

    Yelenayemchuk / Getty Images / Via thinkstockphotos.com

    Ja, zusätzlicher Zucker ist ein Faktor, aber es ist nur ein Teil des Puzzles. Zunächst einmal: Zucker gibt es in vielen verschiedenen Formen (wie Stärke oder Kohlenhydrate). Sie alle können zu Glucose zerlegt werden. „Wenn du zu viele Kohlenhydrate isst, wird dein Körper immer noch mit Glucose überschüttet und muss daher extrahart arbeiten, um alles davon verwerten zu können“, sagt Fink. Ab einem gewissen Zeitpunkt ist die Bauchspeicheldrüse so dermaßen überstrapaziert, dass sie das Insulin, das sie produziert, nicht mehr verwenden kann und dadurch über die Zeit immer weniger davon herstellt.

    Aber es ist mehr als nur deine Ernährung, die diese physiologischen Veränderungen in deinem Körper verursacht. Bewegung, Gewicht, Schwangerschaft sowie genetische Faktoren wirken alle auf die Glucoseumwandlung des Körpers sowie die Entwicklung einer Insulinresistenz ein.

    4. Die Genetik spielt eine kleine Rolle, aber eine Familienanamnese bedeutet nicht, dass du mit Sicherheit T2D bekommen wirst.

    imgur.com

    „Ja, Familienanamnese ist eine bedauerliche Realität und hat einen Einfluss auf das Risiko von T2D, aber es kann eine Menge an Prävention vorgenommen werden bezüglich Lebensweise und Lebensmittel, die unter deiner Kontrolle liegen“, meint Fink. Also während du deine Familienanamnese nicht ändern kannst, können dafür die richtigen Umstellungen deines Lebensstils dabei helfen, das Risiko zu minimieren.

    5. Du *musst nicht* übergewichtig sein, um T2D zu bekommen.

    ericb007 / Getty Images / Via thinkstockphotos.com

    Übergewicht ist zwar ein Hauptrisikofaktor, da der Überkonsum von Zucker und Kohlenhydraten gewöhnlich zu Gewichtszunahme mit zusätzlichen Bauchspeicheldrüsen- sowie Insulinproblemen führt.

    Jedoch ist wichtig zu erwähnen, dass T2D bei jedem vorkommen kann, egal, welche Maße man besitzt. Übergewicht ist nicht immer der Wegbereiter für Diabetes – manchmal entwickeln sich die Krankheit und das Gewicht parallel, was als Komorbidität bezeichnet wird.

    Eine schlanke Figur oder ein schneller Stoffwechsel machen dich nicht immun dagegen. Egal, wie viel du wiegst, du kannst deinen Körper und die Bauchspeicheldrüse immer noch mit zu viel Zucker überladen und dadurch Insulinresistenz verursachen, meint Fink. Diese Fälle sind eher nicht so alltäglich, aber sie passieren definitiv. Es ist wichtig, dass dieser Mythos aufgelöst wird, da dünne Menschen, die auf verarbeiteten Zucker sowie Kohlenhydrate vertrauen, sich möglicherweise in der prädiabetischen Zone befinden oder schon T2D im Frühstadium besitzen und sich dessen nicht einmal bewusst sind, bis sie dann richtig krank werden.

    6. Typ-1- sowie Typ-2-Diabetes schließen sich nicht gegenseitig aus. Du kannst sogar beides haben.

    Instagram: @rachd7 / Via instagram.com

    Obwohl es einen klaren Unterschied gibt – bei einem befindet sich der Körper in einem autoimmunen Zustand, wodurch die insulinproduzierenden Zellen abgetötet werden, und beim anderen ist der Körper nicht in der Lage, das Insulin zu nutzen – ist die Diagnose nicht immer schwarz und weiß. In manchen Fällen kann sich Typ-1 selber als Typ-2 erweisen, speziell bei Erwachsenen. Dies wird als insulinresistentes Typ-1-Diabetes oder „zweifaches Diabetes“ bezeichnet.

    „Manchmal, wenn jemand nicht signifikant übergewichtig ist und derjenige Typ-2 bekommt, könnte die Ursache dafür ein Typ-1-Diabetes sein, oder auch eine Kombination der beiden – und zu schweren Komplikationen führen“, sagt Fink. Das ist der Grund, warum man mit der eigenen Ärztin oder dem eigenen Arzt über Ernährung und Blutzucker sprechen sollte.

    7. Du kannst T2D so ziemlich jederzeit in deinem Leben bekommen.

    Aiden Franklin / Getty Images / Via thinkstockphotos.com

    Während es typischerweise im Erwachsenenalter über 45 auftritt (hervorgerufen durch eine Insulinresistenz, die sich über Jahre oder sogar Jahrzehnte entwickelt hat), kann es ebenso in der Kindheit oder im Teenager-Alter vorkommen, falls dein Körper mit Zucker überfüllt ist und die Bauchspeicheldrüse dies überkompensieren muss.

    Das trifft vor allem auf junge Leute zu, die Risikofaktoren wie Übergewicht, eine Familienanamnese oder PCOS haben. „Wir haben herausgefunden, dass sich Kinder immer früher mit industriell verarbeiteten, zuckerhaltigen Nahrungsmitteln vollstopfen, was vor ungefähr 50 Jahren noch nicht der Fall war.“ Kinder sind eventuell auch einem Risiko ausgesetzt, wenn die Eltern fettleibig sind oder T2D besitzen, weil dies die Ernährung sowie Einstellung der gesamten Familie zu Nahrungsmitteln beeinflussen könne, meint Fink.

    8. Viele Frauen entwickeln Diabetes während der Schwangerschaft, auch wenn sie es zuvor noch nicht hatten.

    Dimitar Petrovski / Getty Images / Via thinkstockphotos.com

    Manche Menschen bekommen in ihrer Schwangerschaft Diabetes, auch wenn sie zuvor noch keinen hatten.

    Ärzte sind sich nicht sicher, was genau Schwangerschaftsdiabetes verursacht, aber es könnte etwas mit den Hormonen zu tun haben, die während der Schwangerschaft freigesetzt werden und das Insulin blockieren, womit es nicht mehr verwendet werden kann und sich die Glucose im Blut anstaut. „Oft ist es zweitrangig, übergewichtig zu sein, da es auch bei weniger Gewicht auftreten kann, somit enthüllt dies einen anderen genetischen Risikofaktor für Schwangerschaftsdiabetes“, erklärt Fink.

    Während es normalerweise nach der Geburt wieder weggeht, kann es in manchen Fällen fortbestehen. „Dies kann wirklich wie ein ‚Stresstest‘ für den Körper sein und tatsächlich Risiken für T2D oder sogar Typ-1-Diabetes aufdecken, über welche die Personen ansonsten niemals etwas erfahren würden“, sagt Fink. Es ist wichtig, seinen Blutzucker nach der Geburt zu überwachen, wenn man Schwangerschaftsdiabetes hatte, um sicherzustellen, dass der Körper das Insulin nun wieder ordnungsgemäß nützt.

    9. Für die meisten Menschen fängt die Behandlung damit an, dass sie ihren Lebensstil ändern.

    Instagram: @amdiabetesassn / Via instagram.com

    „Die Leute sollten niemals die Wirkung von Essen und Bewegung als Medizin unterschätzen,“ meint Fink. Gewicht zu verlieren ist keine einfache Aufgabe und benötigt viel Zeit sowie Aufwand, aber es ist ein natürlicher Weg, den Bedarf an Medikamenten sowie Insulininjektionen zu reduzieren und seine Prognose zu verbessern. Viele Patienten mit T2D werden Tabletten oder Insulin benötigen, sagt Fink, aber das bedeutet nicht, dass es zu spät ist, um als Teil der Behandlung drastische und nachhaltige Veränderungen des Lebensstils durchzuführen.

    Abgesehen davon kann T2D sehr kritisch werden und in Kombination mit Komplikationen (zum Beispiel durch Übergewicht) zu einer tödlichen Krankheit ausarten. Aus diesem Grund kann ein Magenbypass ein nötiger und lebensverändernder Eingriff für viele übergewichtige Typ-2-Diabetes-Patienten im Spätstadium sein, meint Fink. Jedoch sollte dies nur als letzter Ausweg angesehen werden. „Ich sehe so viele Patienten, die sich dieser invasiven, teuren Operation unterziehen müssen und ich denke einfach: Wenn wir sie schon früher zu Gesicht bekommen hätten, hätten wir Medikamente sowie ihren Lebensstil ändern können, um den Diabetes zu behandeln“, erklärt Fink.

    10. Eine Ernährungsumstellung kann beim Umgang mit Diabetes wirklich helfen.

    Instagram: @jay.pee1975 / Via instagram.com

    Auch wenn du T2D mit Insulin oder Medikamenten behandelst, um den Blutzucker zu regulieren, können Änderungen in der Ernährung ebenfalls helfen. „Wenn man in seiner Ernährung raffinierten Zucker und einfache Kohlenhydrate reduziert, wird man beobachten können, wie das eigene A1c zu fallen beginnt“, erklärt Fink.

    Auch wenn man T2D mit drastischen Essensumstellungen nicht komplett umkehren oder heilen kann, können sie trotzdem helfen: Oft braucht man dann nicht mehr so viele Medikamente. Man kann damit sogar den Punkt hinauszögern, ab dem man anfangen muss, sich Insulin zu spritzen.

    11. Bewegung kann sich ebenfalls hilfreich auf den Blutzucker sowie den Insulinbedarf auswirken.

    zhudifeng / Getty Images / Via thinkstockphotos.com|Asian%20and%20Indian%20Ethnicities|61202|Ethnicity/R|Asian%20and%20Indian%20Ethnicities|61202|Ethnicity/R|Chinese%20Ethnicity|61211|Eth

    Abgesehen davon, dass es den Patienten beim Abnehmen hilft, kann Bewegung tatsächlich eine Verringerung des Insulinbedarfs bewirken, sagt Fink. Weil es den Muskeln hilft, Glucose effizienter aufzunehmen. Sieh es als einen zusätzlichen Vorteil an, um deinen Körper bei der Zuckerverarbeitung zu unterstützen, somit wirst du weniger Insulin für diesen Vorgang benötigen. „Das Verbrennen von Kalorien und die Gewichtsabnahme sind nur ein zusätzlicher Nutzen, der durch Training entsteht, aber Patienten sollten dies ebenso als einen weiteren effektiven Weg ansehen, um den Blutzucker zu regulieren“, meint Fink.

    12. Insulinspritzen lassen Symptome nicht sofort verschwinden oder besser werden.

    Getty

    Menschen mit Typ-1-Diabetes verwenden Insulininjektionen, um ihren Blutzucker zu regulieren, aber das ist bei Personen mit Typ 2 kein Muss. Tatsächlich nehmen Leute mit T2D eher orale Medikamente zu sich, um ihren Blutzucker zu regulieren, sagt Fink.

    Die Behandlung jeder Person hängt vom Grad des Diabetes sowie der Heftigkeit der Symptome ab, aber es gibt klare Abstufungen. „Je früher du T2D bekommst, desto mehr Varianten und Flexibilität hast du zur Verfügung, um die Krankheit zu behandeln und sogar die Diagnose umzukehren“, erklärt Fink. Wenn die Krankheit fortschreitet, könnten Insulininjektionen nötig werden, aber diese sind nicht das einzige Mittel, um den Blutzucker zu senken.

    13. Es gibt *nicht nur eine* Art der Ernährung für Menschen mit T2D.

    g-stockimages / Getty Images / Via thinkstockphotos.com

    Laut ADA hilft eine optimale Ernährung dabei, den Blutzucker, Blutdruck sowie das Cholesterin zu verbessern. Wie so etwas genau aussieht, ist unterschiedlich, aber es sollte aus einer Vielfalt an nährstoffreichen Nahrungsmitteln aus folgenden Kerngruppen stammen: Vollkorn, mageres Fleisch wie Geflügel, Fisch, Bohnen, Gemüse, Obst und fettarme Milchprodukte.

    „Es ist nicht nötig, sich an eine einzige strikte Diät oder an einen Menüplan zu halten“, meint Fink. So vieles vom Essen ist verknüpft mit der Kultur und wie wir aufgewachsen sind, und man sollte auf keinen Fall das Gefühl haben, als würde man auf all das Schöne und Vertraute verzichten, um gesund zu werden. „Falls deine neue Ernährungsform eine anhaltende Veränderung im Lebensstil bewirken soll, musst du diese für dich und deine Familie anpassen, damit es funktioniert“, erklärt Fink.

    Die einzige universelle Sache an einer diabetesfreundlichen Ernährung ist, was du weglassen solltest – stark verarbeitete Kohlenhydrate sowie zugesetzter Zucker. Aber wenn es darum geht, was du essen kannst, gibt es enorm viel Spielraum zum Experimentieren.

    14. Und trotzdem: Die meisten Menschen mit T2D werden die Menge an zugesetztem Zucker in ihrer Ernährung drastisch reduzieren müssen.

    OcusFocus / Via thinkstockphotos.com

    Natürlicher (im Gegensatz zu zugesetztem) Zucker ist für die Funktionalität des Körpers und des Gehirns sehr wichtig - es gibt also keinen Grund, Zucker grundsätzlich als Feind zu sehen. Fink sagt, dass es wichtig ist, woher der Zucker kommt. "Jemand mit Diabetes sollte es definitiv vermeiden, raffinierten weißen Zucker und Süßigkeiten zu essen – oder dies zumindest selten zu tun", sagt Fink. Sie erhöhen den Blutzuckerspiegel und führen dazu, dass diese Person Insulin braucht.

    Süßes Obst kannst du problemlos in deine Ernährung integrieren, da es einen geringeren Gehalt an natürlichem Zucker sowie einige Ballaststoffe hat, die ebenfalls Teil einer guten Ernährung sind, so Fink. Es ist auch wichtig, sich damit zu beschäftigen, wie man Vollwertkost in die Ernährung einbringt, um diese ausgewogen und nahrhaft zu gestalten. Es wäre sehr kontraproduktiv und eingeschränkt zu glauben, die Ernährungsumstellung eines Diabetikers sei nur der Verzicht auf Süßkram.

    15. Idealerweise diagnostiziert man Prädiabetes, bevor es sich zu T2D entwickelt – das ist allerdings nicht immer möglich.

    Instagram: @vickyjeudy / Via instagram.com

    Prädiabetes hat man laut Definition der ADA mit einem Hämoglobin-A1c-Wert zwischen 5,7 und 6,4 sowie einem "Nüchtern-Plasmaglukose"-Wert von 126 oder höher. "Wir wissen, dass man T2D früh genug bekommen kann, um es mit einem umgestellten Ernährungsplan und Training fast komplett umzukehren, sodass man überhaupt keine Medikamente braucht", sagt Fink. Da Prädiabetes ebenfalls ein großer Risikofaktor für Herzkrankheiten ist, ist es wichtig zu wissen, ob man betroffen ist, sodass man zusammen mit seinem Arzt daran arbeiten kann, weitere Komplikationen zu verhindern.

    Trotz all der Tests ist die Diagnose immer noch schwierig. "Es gibt zusätzliche Tests, die wir benutzen, da A1c und Blutzucker nicht immer genau oder empfindlich genug sind, um Prädiabetes festzustellen", sagt Fink. Im Normalfall wird eine Person getestet, wenn sie genug Risikofaktoren mitbringt oder unter Symptomen wie hohem Blutdruck leidet. Dennoch variiert die Schwere von Prädiabetes und den Symptomen bei jedem. Genauso entwickelt sie sich auch anders, je nach Person und Körper.

    Mach diesen Test, um zu erfahren, ob du vielleicht das Risiko für Prädiabetes in dir trägst. Wichtig: Dieser Test ersetzt keinen Gang zum Arzt! Du solltest dich in jedem Fall ärztlich untersuchen und testen lassen, wenn du befürchtest, Diabetes zu haben.

    16. Typ-2-Diabetes kann man nicht heilen, jedoch umkehren.

    Suze777 / Getty Images

    "Man kann T2D insofern umkehren, dass man einen normalen Blutzuckerspiegel hat und weniger bis gar keine Medizin benötigt", so Fink. Das bedeutet aber leider nicht, dass es komplett geheilt ist, da Betroffene immer noch bis ans Ende ihres Lebens ihren diabetischen Status sowie ihre Gesundheit überwachen müssen.

    "Selbst, wenn man es umkehrt, schwebt man dennoch immer in hohem Risiko, da man immer noch die chronische Krankheit T2D hat und jederzeit wieder schwerwiegende Symptome entwickeln kann", so Fink. Doch eine Mischung aus Medizin und Insulin, einer diabetikerfreundlichen Ernährung und Training kann helfen, den Blutzuckerspiegel bis auf eine normale hyperglykämische Stufe zu senken. "Es ist nicht einfach und benötigt eine Menge Arbeit. Jeder Patient muss also immer noch seine eigene Behandlungsmethode entsprechend seinen Bedürfnissen und seinem Alltag finden", sagt Fink.

    17. Die chronische und oft unbemerkte Krankheit T2D kann ernste Folgen haben – bis hin zum Tod.

    Karagrubis / Getty Images / Via thinkstockphotos.com

    "Ein riesiges Problem: Leute denken, nur weil es dich im Gegensatz zu Krebs im Endstadium nicht von heute auf morgen tötet, sei T2D nichts Ernstes und eine Behandlung nicht so wichtig", sagt Fink. Doch wie bei jeder chronischen Krankheit kann es Komplikationen geben, vor allem ohne anständige Behandlung.

    "Diabetes kann sich auf jedes Organ des Körpers auswirken und Patienten können in der Dialyse enden, Gliedmaßen amputiert bekommen, an Herzinfarkten oder Schlaganfällen sterben …", so Fink. T2D ist nicht einfach nur ein Nebeneffekt von Übergewicht, es ist eine ernstzunehmende chronische Krankheit, die die Qualität und die Länge deines Lebens verringern kann.

    18. Sozioökonomische Faktoren können dein Risiko, T2D zu entwickeln, auch beeinflussen.

    Medioimages / Getty Images / Via thinkstockphotos.com

    Der sozioökonomische Status ist ein riesiger Faktor für T2D, so Fink. Dies beeinflusse nämlich, welches Essen sich Leute leisten können und welchen Zugang sie dazu haben. Leider sind viele arme Familien höchstens dazu imstande, billige, hochgradig verarbeitete Produkte und Junkfood zu kaufen, da diese die einzig preiswerten Optionen sind. Wenn die Ernährung mit frischem und nahrhaftem Essen schwerer und teurer ist, müssen sich Leute für ihre Kalorien auf ungesunde Optionen verlassen, auch wenn sie sich der Konsequenzen bewusst sind, so Fink.

    19. T2D ist eine komplexe Diagnose — und nichts, woran "du schuld bist"!

    Instagram: @defeat_diabetes / Via instagram.com

    Auch wenn Ernährung und Bewegung eine große Rolle bei der Entwicklung von T2D spielen, gibt es viele situationsabhängige Faktoren, die das Risiko einer Person beeinflussen. "Es gibt Situationen, in denen die Chancen größer sind, T2D zu bekommen", so Fink.

    Das kann die Kombination von Risikofaktoren beinhalten, z. B. einer genetischen Veranlagung, mangelndem Wissen über Ernährung und Bewegung und Barrieren zu gesundem Essen oder Pflege. Mit begrenzten Lebensmitteloptionen oder einem begrenzten Verständnis bezüglich gesunder Optionen aufzuwachsen, kann es dir extrem schwer machen, deine Angewohnheiten als Erwachsener zu ändern. Es ist zwar wichtig, dass du gestärkt wirst, jedes Risiko zu mindern und die beste Behandlung zu erhalten, allerdings ist T2D eine wachsende Volkskrankheit, bei der niemand explizit die "Schuld trägt".

    BuzzFeed Daily

    Keep up with the latest daily buzz with the BuzzFeed Daily newsletter!

    Newsletter signup form