back to top

Trotz neuer Jobbörse ist Arbeiten für Flüchtlinge fast unmöglich

Warum die Jobbörse für Flüchtlinge Workeer alleine nicht ausreicht.

Gepostet am

BuzzFeed sprach mit Alina*, einer Ingenieurin, die einen Masterabschluss hat und in Albanien 300 Dollar im Monat verdient. Sie hat sich bei Workeer angemeldet, in der Hoffnung einen Job zu finden bevor sie nach Deutschland kommt. Leider ohne Erfolg.

Anzeige

Bisher habe er auch noch keine Job-Angebote erhalten, sagte uns Mandiaye Cheikh Sek. Er lebt seit fast drei Jahren in München und hat im Senegal BWL studiert und parallel dazu eine Ausbildung zum Controller gemacht.

Für ihn ist Workeer die letzte Chance. Bei den deutschen Behörden habe er das Gefühl, dass sie ihn seit drei Jahren aktiv am Arbeiten hindern. Insbesondere die Ausländerbehörde, die zu lange für die Bearbeitung seines Falles braucht.

instagram.com

"Die Behörden denken gar nicht daran, was wir alles an Potential für Deutschland mitbringen."

Anzeige

Geflüchtete dürfen in den ersten drei Monaten gar nicht arbeiten und danach nur mit einer Arbeitserlaubnis. Eine Arbeitserlaubnis bekommt nur, wer eine “Aufenthaltsgestattung” hat oder unter besonderen Umständen auch mit einer Duldung.

Wenn Arbeit gefunden wurde, muss erst die örtliche Arbeitsagentur prüfen, ob die Stelle nicht durch Deutsche, EU-Bürger oder anerkannte Flüchtlinge besetzt werden kann. Erst dann können und dürfen Asylsuchende überhaupt arbeiten.

Anzeige

Obwohl Ende des Jahres mehr Sprachen bei Workeer eingeführt werden sollen, sind sich die beiden Entwickler nicht “hundertprozentig sicher, ob mehr Sprachen wirklich ein uneingeschränkter Vorteil wären”.

Sie befürchten, dass es “komplexer wird, zu regeln in welcher Sprache Jobbeschreibungen verfügbar sein” sollen und dass sich Bewerber auf einen Job bewerben, für den sie nicht die nötigen Sprachkenntnisse mitbringen.

Das sieht David Jacob von Workeer anders. Im Gespräch mit Geflüchteten habe Workeer erfahren, dass viele ein Smartphone besitzen, weil es “häufig der einzige Weg ist, mit ihrer Heimat zu kommunizieren.”

instagram.com
Anzeige

Drengner sieht aber den größten Nachholbedarf bei den Behörden. Diese könnte beispielsweise enger mit Workeer zusammenarbeiten und das Projekt direkt in Flüchtlingsheimen bekannt machen.

Jacob sagt, dass es in der Umsetzungsphase von Workeer “schwierig” war, von den Behörden “Antworten und Unterstützung zu unseren Fragen und Ideen zu bekommen.” Das habe sich nach dem Start der Jobbörse geändert.

instagram.com

In der nächsten Phase geht es bei Workeer darum, ein Team zusammenzustellen, das Bewerber- und Arbeitgeberprofile, sowie Jobinserate sichtet, “um das qualitative Niveau der Plattform sicherzustellen.”

Danach sollen Infoseiten für Arbeitgeber und Geflüchtete entstehen. Sie sollen helfen, durch den arbeitsrechtlichen Dschungel zu navigieren. Wie zum Beispiel eine “Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Beantragen einer Arbeitserlaubnis”.

Hol Dir BuzzFeed auf Facebook! Like uns hier.

* Name von der Redaktion geändert.