8. März 2018

    11 krasse Frauen der deutschen Geschichte, die die Eierstöcke hatten, es mit dem Leben aufzunehmen

    Diese Frauen haben Deutschland verändert!

    Anna Aridzanjan / BuzzFeed / public domain

    1. Louise Aston: Die rebellische Schriftstellerin, die erotische Gedichte veröffentlichte, Männerkleidung trug und in der Öffentlichkeit rauchte.

    Johann Baptist Reiter / gemeinfrei / Via commons.wikimedia.org

    Louise Aston (1814-1871) war wirklich badass! Nachdem sie mit nur 17 Jahren zur Ehe mit einem 23 Jahre älteren Mann gezwungen wurde, schwor sie sich, sich von niemandem mehr etwas gefallen zu lassen. Sie kämpfte kompromisslos für Gleichberechtigung: Mit Texten und mit ihrem eigenen Verhalten. Sie trug Männerkleidung und rauchte in der Öffentlichkeit. Etwas, das bei Frauen damals absolut verpönt war! Wegen ihrer aufmüpfigen Art und der "Skandale", die sie "provozierte", wurde sie sogar als "staatsgefährliche Person" aus Berlin ausgewiesen!

    2. Elisabeth Selbert: Die Juristin, die nach Kriegsende am Grundgesetz mitschrieb und die Gleichberechtigung in die deutsche Verfassung hämmerte.

    dpa / picture-alliance

    Dr. Elisabeth Selbert (1896-1968) gilt als "Mutter des Grundgesetzes". Die Juristin und SPD-Politikerin sorgte für die Verankerung des Satzes: "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" im Grundgesetz.

    3. Dorothea Christiane Erxleben: Die erste Frau Doktor Deutschlands.

    Gemeinfrei / Via en.wikipedia.org

    Wow, diese Frau war wirklich krass. Dorothea Christiane Erxleben (1715-1762) war die erste promovierte deutsche Ärztin (im Jahr 1754!!!) und eine Pionierin des Frauenstudiums. Denn sie kämpfte dafür, studieren zu dürfen. Mit 25 Jahren stand sie auf einer öffentlichen Veranstaltung vor dem Repräsentaten des Königs und überreichte ihm einen Brief. Darin die Bitte, ein Medizinstudium aufnehmen zu dürfen. Das wurde ihr gewährt. Doch es dauerte weitere 13 Jahre, bis sie endlich ihren Doktortitel bekamt. Krankheiten in der Familie, eigene Kinder, Umzüge – das normale Leben bremste sie aus. Als Frau musste sie immer zurückstecken und sich fügen. Doch sie gab ihren Traum nie auf – und behandelte auch nebenbei Patienten. Bis sie schließlich mit 38 Jahren endlich ihren Doktortitel in der Hand hielt.

    4. Fanny Lewald: Die Schriftstellerin, die immer unabhängig bleiben wollte – und die entschieden gegen Zwangsverheiratung kämpfte.

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    Fanny Lewald (1811-1889) war wirklich eine beeindruckende Frau! In ihrer Zeit hatten sich Frauen ausschließlich um ihr Heim und ihre Familie zu kümmern, doch das passte ihr gar nicht. Sie wehrte sich gegen eine Zwangsheirat und plädierte dafür, dass alle Frauen nur noch heiraten sollten, wen sie wirklich lieben – und auch die Wahl haben, nicht zu heiraten. Sie sprach sich deutlich gegen das Scheidungsverbot aus und verlangte, dass es Frauen erleichtert werden sollte, die Scheidung einzureichen. Sie forderte das uneingeschränkte Recht der Frauen auf Bildung und auf gewerbliche Arbeit. Und auch sie selbst machte sich durch ihre Arbeit als Schriftstellerin finanziell unabhängig. Außerdem setzte sie sich als Frau aus einer gutbürgerlichen Familie gegen die Benachteiligung der Frauen aus der Arbeiterklasse ein. Kein Wunder, dass sie als eine der ersten deutschen Vorkämpferinnen für die Frauenemanzipation gilt!

    5. Emma Herwegh: Die mutige Revolutionärin, die mit Pistolen schoss, nachts im Meer schwomm und rauchte.

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    Emma Herwegh (1817-1904) hatte kein Interesse daran, IRGENDWEN zu heiraten, nur damit sie verheiratet war und Heimchen am Herd sein konnte. Sie hatte zwar viele Verehrer, war aber mit 25 noch ledig (damals war das für eine Frau unfassbar alt!). Die Männer in ihrem Umfeld bezeichnete sie als "Beamtenseelen, Menschenware, niederträchtige Gesellschaft, Schufte, Philister, liberales Pack, Schöngeister, Windbeutel, Esel, entmarkte Gesellen, Höflinge, Speichellecker". Sie fiel schon als junge Frau "negativ" auf und verstieß oft gegen die damaligen gesellschaftlichen Konventionen. Sie liebte Schusswaffen, badete nachts im Meer und interessierte sich für die neue "Turnbewegung", die von Männern dominiert wurde. Sie verliebte sich in den Dichter Georg Herwegh und heiratete ihn. Gemeinsam kämpften sie in der Revolution 1848/1849.

    6. Helene Lange: Die Pädagogin setzte sich ihr Leben lang für die Bildung von Mädchen und Frauen ein – und versteckte nie, dass sie eine Beziehung mit einer Frau führte.

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    Helene Lange (1848-1930) zog ihr Ding durch! Die Pädagogin und Feministin gehörte zu den ersten Politikerinnen Deutschlands und war sogar Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft. Außerdem lebte sie ihre Partnerschaft mit ihrer Lebensgefährtin Gertrud Bäumer offen aus. Die beiden brachten sogar gemeinsame Bücher und Zeitschriften heraus. Ihr Herzensanliegen, für das sie ihr Leben lang kämpfte: Die Bildung von Mädchen und Frauen – damit sie sich nie wieder minderwertig fühlen mussten und sich auch Männern nicht mehr unterzuordnen hatten. Eines ihrer berühmtesten Zitate: "Solange die Frau nicht um ihrer selbst willen als Mensch zum Menschen gebildet und in Deutschland nur des Mannes wegen erzogen werden soll, solange wird es mit der deutschen Frauenbildung nicht anders werden."

    7. Lida Gustava Heymann: Die Frauenrechtlerin, die sich für eine würdevolle Behandlung von Prostituierten einsetzte.

    Bundesarchiv, Bild 146-1987-143-05 / CC-BY-SA 3.0 / Via commons.wikimedia.org

    Lida Gustava Heymann (1868-1943) kümmerte sich um diejenigen, die von der Gesellschaft ausgestoßen waren. Zusammen mit ihrer Lebensgefährtin Anita Augspurg setzte sie sich nicht nur für allgemeine Frauenrechte ein, sondern protestierte auch lautstark gegen die unwürdige Behandlung von Prostituierten. Außerdem gründete sie ein großes Frauenzentrum, in dem berufstätige Frauen Mittagessen bekamen, sowie einen Kinderhort und eine Beratungsstelle in Anspruch nehmen konnten.

    8. Clara Zetkin: Die Frauenrechtlerin, Friedensaktivistin und Marxistin, die davon überzeugt war, dass wahre Gleichberechtigung auch bedeutet, soziale und finanzielle Unterschiede abzuschaffen.

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    Clara Zetkin (1857-1933) lebte in bewegten Zeiten– und hat diese Zeiten selbst geprägt! Für sie gab es keine Emanzipation der Frauen, solange sie noch wirtschaftlich von Männern und "Kapitalisten" abhängig waren. 1932 hielt sie als Alterspräsidentin des Reichstages eine flammende Rede, in der sie zum Widerstand gegen die Nationalsozialisten aufrief.

    9. Sophie Scholl: Die berühmteste deutsche Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus.

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    Sophie Scholl (1921-1943) war so unfassbar mutig! Zusammen mit ihrem Bruder Hans führte sie in Nazideutschland die Widerstandsgruppe "Weiße Rose" an. Sie ließ Flugblätter gegen den Nationalsozialismus drucken, die deutschlandweit verteilt wurden und großes Aufsehen erregten. Aufgrund ihres Kampfes wurde sie mit nur 21 Jahren von den Nazis zum Tode verurteilt und mit der Guillotine hingerichtet.

    10. Alice Schwarzer: Die wahrscheinlich bekannteste Frauenrechtlerin der BRD, sorgte dafür, dass Deutschland über das Tabu Abtreibung diskutierte.

    Egon Steiner / picture-alliance / dpa

    Alice Schwarzer (*1942) initiierte unter anderem die Aktion "Wir haben abgetrieben", bei der 374 Frauen – prominent und nicht-prominent – öffentlich in einer Titelgeschichte des Stern zugaben, ihre Schwangerschaft illegal abgebrochen zu haben. Übrigens: Schwangerschaftsabbrüche sind in Deutschland laut Gesetz auch heute noch strafbar. Doch es gibt straffreie Ausnahmen.

    11. Bärbel Bohley: Die Malerin und Friedensaktivistin, die in der DDR für Bürger- und Menschenrechte kämpfte – ohne Rücksicht auf Verluste.

    Bundesarchiv / CC BY-SA 3.0 DE / Via commons.wikimedia.org

    Bärbel Bohley (1945-2010) war Malerin, Bürgerrechtlerin und Friedensaktivistin in der DDR. Sie kämpfte für grundlegende Rechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit – und sie wurde dafür mehrfach verfolgt und verhaftet. Nach der Wende setzte sie sich für die Aufarbeitung des Unrechts ein, das in der DDR geschah.

    BuzzFeed Daily

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