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Die Geschichte dieser Frau macht klar, warum du unbedingt daheim bleiben musst, wenn du krank bist

"Im Grunde hatte ich nur eine falsche Entscheidung getroffen, krank arbeiten zu gehen. Den Preis dafür zahle ich nun."

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Diana erzählte BuzzFeed, was der Grund dafür war:

"Ich war neu in der Firma und in der Probezeit. Zwei Kollegen vor mir wurden wegen Krankheit in der Probezeit gekündigt und ich wollte den Job behalten. Mein direkter Bürokollege war im Urlaub und ich war zwischen Weihnachten und Neujahr die einzige im Büro, wollte zeigen, dass ich es kann und die richtige Besetzung für die Stelle bin. Es war falsch verstandenes Pflichtgefühl und Ehrgeiz. Den Job nicht verlieren wollen, Einsatz zeigen und ich nahm das auch nicht so ernst … bisschen Temperatur und Husten/Schnupfen. Wird schon gut gehen, sind ja nur paar Stunden.

Tja, ich bin wohl umgekippt, kam in die Notaufnahme und wurde auf der Intensivstation wieder wach. Und den Job habe ich auch verloren."

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Tatsächlich kann ein verschleppter grippaler Infekt eine Herzmuskelentzündung auslösen.

Hobo_018 / Getty Images

Wenn du eine Erkältung übergehst und dich während der akuten Phase nicht angemessen schonst, kannst du sie "verschleppen". Das heißt, dass die Erkrankung nicht richtig ausheilt. Oft dauert es zwar dadurch einfach nur länger, bis dein Immunsystem die Erreger unschädlich gemacht hat – in einigen Fällen kann es aber zu teils schweren Folgeerkrankungen kommen. Wie bei Diana.

Diana selbst sagte uns:

"Wer krank arbeiten geht, riskiert nicht nur seine Gesundheit, sondern auch die anderer. Die Schweinegrippe habe ich bekommen, weil mein Gesprächspartner krank zur Arbeit kam, statt den Termin zu verschieben. Der wirtschaftliche Schaden ist kleiner, wenn einer eine Woche zu Hause bleibt, als wenn nicht und dann die halbe Belegschaft ansteckt."

Diana hat eine "globale Herzinsuffizienz". Wie es ihr heute geht, hat sie BuzzFeed erzählt:

privat

"Jeder Tag ist unterschiedlich. Ich muss Stress meiden und nicht meine Grenzen überschreiten. Ein Tag kann sehr gut sein, da komme ich gut Treppen hoch und runter, auch längere Strecken sind ok. […] Es gibt aber auch richtig schlechte Tage, da sind 500 Meter oder auch 100 Meter schon eine Qual, weil ich keine Luft bekomme und kaum Kraft aufbringen kann. Wir wohnen in einem Altbau, 3. Etage, da keuche ich schon bei 4-5 Treppenstufen und brauche Pausen.

[…]

Zum Glück habe ich mittlerweile einen Bürojob im Homeoffice, ich kann mich zwischendrin immer wieder hinlegen, wenn ich eine Pause brauche. Mein Chef weiß Bescheid und hat meine Dienstreisen auf ein Minimum reduziert. Wenn es mal gar nicht geht, kann ich mich auch selbst für 3 Tage krank melden oder 2-3 Tage nur 4 Stunden pro Tag arbeiten. Dafür bin ich sehr dankbar. So ist es mir möglich, weiterhin Vollzeit zu arbeiten."

"Abends spontan ausgehen? Das ist vorbei"

"Hin und wieder kommt es zu Herzrhythmusstörungen, die behandelt werden müssen. Das bedeutet unangenehme Ausflüge in die nächste Notaufnahme, das kann auch bei zu viel Stress passieren. Zu viel Stress für mich ist zum Beispiel 2 Mal am Tag wegen Arztterminen aus dem Haus gehen, also versuche ich pro Tag nur einen Termin anzunehmen.

"Abends spontan ausgehen? Das ist vorbei, mit 34. Entweder habe ich keine Kraft oder/und die Medikamente lassen das nicht zu. Ich brauche sehr viel Ruhe und Pausen. Der Alltag ist allen in allem möglich, aber schwieriger. Es ist oft die Frage: 'Schaffst du das?'"

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Wir fragten Diana, warum sie sich entschieden hat, ihre Geschichte auf Twitter öffentlich zu machen. Sie sagt:

privat

"Die Menschen verstehen nicht, was passieren kann, wenn man nicht auf sich achtet, was für lebenslange Konsequenzen das haben kann. Nicht jeder hat so viel Glück und überlebt dieses Stadium einer Herzmuskelentzündung. Und auch, dass junge Menschen richtig krank sein können. Zur Reha/im Krankenhaus/im Wartezimmer kommt oft von älteren Leuten „Sie sind doch noch jung, was wollen sie denn hier?“

"Wenn einem ein Bein fehlt, dann sieht man die Behinderung – mir sieht man es nicht sofort an"

"Wenn einem ein Bein fehlt, dann sieht man die Behinderung – mir sieht man es nicht sofort an. Es gibt Mitmenschen, die halten mich für unglaubwürdig, weil meine Krankengeschichte deren Meinung nach so gar nicht stimmen kann und ich ab und zu gern mal Wein trinke. Wie machen Mitmenschen das fest? Ich bin krank, nicht tot, zumindest noch nicht. Ich soll Alkohol meiden, das stimmt. Aber ich sterbe schon früher, die Altersrente werde ich wohl nicht erreichen. Warum dann an guten Tagen nicht auch mal etwas Wein, wenn es gut tut und schmeckt?

Das alles führte zu dem Thread."

Danke für deinen Mut, deine Geschichte mit uns zu teilen, Diana!

Anna Aridzanjan ist Redakteurin bei BuzzFeed und lebt in Berlin.

Contact Anna Aridzanjan at Anna.Aridzanjan@buzzfeed.com.

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