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Wir müssen mal ernsthaft übers Kacken auf Arbeit reden

"Wenn sich die Person neben Dir anhört, als würde sie ein Kind zur Welt bringen, respektiere diese Reise."

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Manchmal musst Du auf der Arbeit kacken.

Eine schnelle Suche auf Twitter - oder ein Blick in die verlegenen Gesichter von Kollegen, die die Toilette verlassen - verrät Dir, dass Kacken während der Arbeitszeit ein Thema voll großer Angst ist. Für manche ist es ein Minenfeld potenzieller Peinlichkeiten. Für andere ist es eine befreiende und notwendige Flucht vor den Enttäuschungen des Kapitalismus.

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Ich verstehe den Kampf: Ich habe nie auf öffentlichen Toiletten gekackt. Aber vor ein paar Jahren, nachdem ich die ersten sechs Stunden eines 15-stündigen Flugs Bauchschmerzen ausgehalten habe, musste ich mich von dieser Angst befreien.

Arbeit ist anders, ja. Leute, die Du kennst sind da, hören Deine ächzenden, spritzenden Entleerungen, riechen das Abfallprodukt Deiner Eingeweide, versuchen Deine Schuhe unterhalb der Kabinentür zu identifizieren. (Das ist der Moment, in dem ein einzigartiger Schuh-Geschmack nach hinten losgehen kann.) Scheiß auf sie. Sie kacken auch alle.

Ich werde vorneweg gehen, und Du kannst Dich hinter mir einreihen: Ich kacke viel. Manchmal (oft) esse ich mexikanisch zum Abendessen, und kacke nicht, bis ich morgens zur Arbeit komme. Es ist krass und es tut mir leid. Aber ich lasse den Kopf nicht hängen, während ich einen Arbeitskollegen auf Klo gehen sehe, das ich gerade mit einer gasförmigen Waffe vergiftet habe. Sie müssen damit zurechtkommen.

Dein Arbeitsplatz beeinflusst sicher die Kackkultur. Ob es ein großes Büro mit vielen Kabinen oder ein enges Siebenpersonenbüro mit nur einer Toilette. Vielleicht ist Dein Klo eine kleine Toilette im Hinterzimmer in einem winzigen Ladengeschäft, mit potenziellen Kunden, die jede Sekunde kommen können. Wo immer Du kackst, es gibt zahlreiche Ängste. Es ist an der Zeit, sie hinunterzuspülen.

"Aber, aber, aber sie werden mich hören", protestierst Du, während Du sitzt, und hältst rotgesichtig drin, was rauskommen muss und wartest darauf, dass die andere Person das Klo verlässt. (Oder noch schlimmer, wenn das Reinigungspersonal entscheidet, dass es die Toilette reinigt, während Du versuchst Deinen Darm von den 36 Chicken Wings zu befreien, die Du zum Mittagessen verdrückt hast.)

Was, wenn jemand Dir das Licht ausschaltet? Oder das Klopapier alle ist? Alle nachvollziehbaren Ängste tanzen um das Zentrum dessen, was Dich wirklich zurückhält herum: das kalte Urteil anderer Leute.

Okay, ja, da sind andere Leute auf Klo, und sie werden Dich für Deine Haufen verurteilen. Aber lass sie.

Dieses komische Gefühl in Magen wenn du merkst du kannst heute auf Arbeit nicht kacken gehen 😨😨😨

Bei Im Westen nichts Neues sitzt eine Gruppe von Soldaten stundenlang (Stunden!) in einem Kreis auf Freiluft-Klos und redet dabei Scheiße. Und sie kacken einfach miteinander. In einer wundersamen Ruhepause vor den Schrecken des Ersten Weltkriegs.

Vielleicht verbringst Du Deine Tage nicht damit, Dich vor dem Schreckgespenst des ständigen Beschusses zu verstecken oder Deine Ohren wegen der herzzerreißenden Schreie sterbender Pferde zuzuhalten — aber Du und Deine Kollegen seid in einer gewissen Art Schlacht zusammen, und gemeinsam könnt ihr Frieden in Form eines kleinen, täglichen Urlaubs finden.

Deshalb müssen wir Arbeitskacker aus den Kabinen heraustreten und uns erklären. Wir kacken und wir sind stolz.

Trost im Arbeits-Klo findet man, indem man andere Leute umarmt, nicht indem man sich vor ihnen versteckt. Wenn die Person neben Dir klingt, als würde sie gebären, respektiere diese Reise. Nicke still in Empathie. Wenn die Person neben Dir Furzhämmer von Lautstärke eines startenden Flugzeugs oder grapefruitgroße Platscher fallen lässt, nun, dann folge ihrem Weg.

Wie Du es fallen lässt, so werden es auch andere fallen lassen. Wenn Dich Dein Ehrgeiz nicht dazu treibt, Deine Nachbarn zu übertönen, lass ihre Aggressivität Dir die Stärke geben, das wenige Tuten rauszulassen, das Du schüchtern zurückgehalten hast. Mit der Zeit wird Deine Gelassenheit denjenigen in Deiner Nähe, die ihre ersten Ausflüge in die Welt des Arbeitskacken machen, ein stinkendes Leuchtfeuer sein.

Sich beim Kacken auf der Arbeit völlig lautlos verhalten führt nur dazu, dass einem das Licht ausgemacht wird. Holt mich jemand?

Falls Du immer noch Motivation brauchst, denke daran, dass Du fürs Kacken bezahlt wirst. Berechne die Menge an Geld, die Du beim Kacken verdienst. Und Du sparst Toilettenpapier zu Hause. Wirtschaftlich betrachtet, solltest Du so oft wie möglich einen Haufen auf Arbeit machen.

Du könntest 45 Minuten pro Tag auf Klo verbringen, bevor irgendjemand ernsthaft Deine Abwesenheit infrage stellt. Und wenn sie es tun? "Hey, wo gehst Du dreimal am Tag hin?" Sag einfach: "Kacken." Und sie werden Dich in Ruhe lassen. Jeder "kackt". Du kannst nicht fürs Kacken diskriminiert werden.

Auf Arbeit kacken und ausrechnen, wieviel mir der Arbeitgeber dafür gerade bezahlt.

Wenn Du nicht auf der Arbeit kackst (hältst Du es wirklich aus, bis Du nach Hause kommst?), verpasst Du eine wichtige Zeit der Entspannung. Zeit, um bei Twitter, Instagram und Snapchat alles zu checken. Scheiße, ich kacke mehr auf der Arbeit, als ich auf der Arbeit arbeite.

Manche Leute hassen Ihre Jobs so sehr, sie sitzen auf Klo, nur um der Schufterei zu entkommen, und Du willst Dir selbst eine Toilettenpause verwehren, wenn Du sie wirklich mal brauchst?

Nur Du weißt, wie viel Stress Deine Eingeweide vertragen. Der Rest von uns wird sich viel leichter fühlen, wenn wir die Kabinen strahlend und triumphierend verlassen.

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