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18 unglaubliche Geheimnisse aus dem Leben als Astronaut

"Es ist wie zwei Wochen mit sieben Leuten in einem Wohnmobil mit tragbarer Toilette, aus dem man aber nie raus kann.“

Gepostet am
Alex Kasprak / BuzzFeed / NASA / Soyeon Yi

BuzzFeed Science hat mit fünf ehemaligen Astronautinnen und Astronauten über ihre Zeit im All gesprochen: mit dem Kanadier Chris Hadfield, den Amerikanern Jerry Linenger, Bob Curbeam und Scott Parazynski und mit Soyeon Yi, der ersten Koreanerin im Weltraum. Sie erzählten uns die ungeschminkte Wahrheit über einige der weniger bekannten Aspekte des Lebens im Weltraum.

1. So ziemlich jeder kotzt früher oder später im All.

CSA / Via youtube.com

Hadfield sagte, dass jeder sich mal übergeben muss und es keine große Sache ist. Schließlich, nun ja, ist man ja im All. Er ist auch großer Fan der NASA-Kotztüten: "Sie haben in der Tüte große Handtücher eingebaut, so dass man sich nach dem Übergeben das Gesicht abwischen und die Nase putzen kann. Danach stopft man einfach alles in die Tüte."

2. Die Space Shuttles haben ganz schön gestunken.

NASA / Via nasa.gov

Hadfield sagte, die Space Shuttles hätten ziemlich übel gerochen: "Die Toilette ist mittendrin. Man ist mit bis zu sieben Leuten in einem winzig kleinen Schiff. Es ist wie zwei Wochen mit sieben Leuten in einem Wohnmobil mit tragbarer Toilette, aus dem man aber nie raus kann.“

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3. Aber die Internationale Raumstation riecht gut.

NASA / Via nasa.gov

"In den fünf Monaten auf der Raumstation habe ich niemals auch nur eine Spur von anderen Menschen gerochen“, sagte Hadfield. Er führt das auf die geringere Größe der Crew und das bessere Belüftungssystem zurück.

5. Training im Pool bereitet einen nicht wirklich darauf vor, wie man sich im Weltraum bewegt.

NASA / Via rummet.dk

Sich im Pool hin- und herzubewegen vermittelt ein Gefühl von Schwerelosigkeit, sagte Curbeam, aber was null Gravitation angeht, ist es das totale Gegenteil von dem, was man im All erlebt. „Starten ist im All leichter als im Wasser, Stoppen ist schwerer“, sagte er.

6. Altgediente Astronauten nennen Neulinge, die lernen, sich im Weltraum zu bewegen, "Elefanten im Porzellanladen."

NASA / Via youtube.com

"Sie stoßen sich mit voller Geschwindigkeit ab und knallen mit dem Kopf gegen Dinge, und sie verfangen sich in Kabeln und all solche Sachen. Es ist immer eine Quelle großer Erheiterung", sagte Parazynski.

7. Wenn Du einen Fehler machst, hast Du gute Chancen, dass man ihn Dir ewig aufs Brot schmiert.

Dave Einsel / Getty Images

Curbeam sagte, dass Astronauten keine Gelegenheit auslassen, jemandem das Leben schwer zu machen. Jeder sucht nach Kleinigkeiten, über die er sich lustig machen kann, meinte Parazynski.

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8. Zwei klassische Fehler sind, dass das Helmvisier beim Pooltraining kaputtgeht oder dass sich der Haltegurt verheddert.

CSA / Via youtube.com

Wenn jemand sein Helmvisier im Trainingspool kaputtmacht, „gibt es bei unserem Meeting am Montagmorgen tatsächlich eine große Zeremonie, in der das kaputte Helmvisier der Person, die es geschrottet hat, präsentiert wird“, sagte Parazynski.

9. Besatzungs-Mitglieder im Raumfahrzeug bekommen manchmal zum Aufwachen Musik, die ihre Familien ausgesucht haben.

NASA / Via nasa.gov

Curbeam sagte, dass die Bodenkontrolle Astronauten auf Space-Shuttle-Missionen oft mit Musik weckt, und dass die Weckmusik häufig von Familienmitgliedern ausgesucht wird. Curbeams Tochter hat einmal Queen ausgewählt, weil sie wusste, dass er großer Fan ist.

Parazynski erzählte, dass sein Sohn vor seinem großen Raumspaziergang bei seinem letzten Flug die Titelmusik von Star Wars aussuchte. "Mein Sohn heißt Luke … und ich bin ein Skywalker, das hat also gepasst", sagte er.

10. Viele Astronauten bekommen ein "Call Sign" oder einen Spitznamen von ihren Kollegen verpasst. Der Trick dabei ist, so zu tun, als ob er einem gefällt – egal was sie aussuchen.

Curbeam sagte, er habe mit dem Namen Beamer Glück gehabt. Parazynski hingegen wurde zu Doogie Howser. "Ich sah aus wie 12 und kam als Mediziner frisch von der Uni. Ich hasste den Namen und ließ das die Leute auch wissen, was dazu führte, dass er erst recht an mir kleben blieb", sagte er.

11. Es gibt Dinge, über die Astronauten keine Kontrolle haben, und die auch die hartgesottensten unter ihnen in Angst und Schrecken versetzen.

NASA / Via en.wikipedia.org

Chris Hadfield sagte, etwas vom Furchteinflößendsten, was er je gesehen habe, sei eine Sternschnuppe im All gewesen. „Wenn Du über nackte Angst reden willst: Einfach nur eine Sternschnuppe auf der anderen Seite des Himmels zu sehen, ist etwas, das einen demütig werden lässt. Denn sie ist hier nicht mehr nur sowas wie eine hübsche Wunderkerze oder ein kostenloses Feuerwerk am Himmel.“

Eine Sternschnuppe sei vielmehr, wie er sagte, etwas, worüber man keine Kontrolle habe, und das einen jederzeit töten oder das Raumschiff zerstören könnte.

12. Von Zeit zu Zeit finden Staffelläufe und andere Spiele in der Internationalen Raumstation statt.

NASA / Via spaceflight.nasa.gov

Soyeon Yi erzählte, dass sie einmal mit ihren Astronautenkollegen an Bord der ISS einen Staffellauf veranstaltet hat. Sie bildeten zwei Teams, sagte sie, und jeder musste vom einen Ende der Raumstation ans andere und zurück fliegen, bevor die nächste Person übernahm.

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13. Es ist im Weltraum total leicht, sich an Leute heranzuschleichen und sie zu erschrecken.

NASA / Via spaceflight.nasa.gov

Linenger hatte Spaß daran, seine Schwerelosigkeit dazu zu nutzen, heimlich von hinten an Kollegen heranzuschweben und eine beiläufige Frage zu stellen. Er sagte, seine Opfer hätten immer so getan, als ob sie sich nicht erschreckt hätten, und zwar trotz des entsetzten Ausdrucks in ihren Augen. "Ich habe keine Miene verzogen, bin zum nächsten Modul gegangen und habe angefangen darüber zu lachen, wie der Kerl total erschrocken war", sagte er.

14. Nach Deiner Rückkehr braucht Dein Körper zunächst Zeit, um sich wieder an die Schwerkraft zu gewöhnen.

Bill Ingalls / NASA / Getty Images

Nach einer kürzeren Shuttle-Mission, so meinte Hadfield "fühlt man sich ein bisschen schummrig und … der Muskeltonus ist nicht gut, aber man ist ok.“

15. Nach längerer Zeiträumen im Weltraum ist es aber WIRKLICH hart für den Körper.

Stephane Corvaja / ESA / Getty Images

Ganz anders sieht es aus, wenn man ein halbes Jahr im Weltraum verbracht hat. Hadfield sagte, dass er sich während seiner längsten Mission mit regelmäßigem Training fit gehalten habe, dass Astronauten aber null Möglichkeit zum Ausbalancieren haben, wenn sie zurückkehren. "Alles, was man nach der Landung tun will, ist kotzen", sagte er.

16. Man kann im Weltraum tatsächlich wachsen und es ist verdammt schmerzhaft.

AGU / Via blogs.agu.org

Soyeon Yi sagte, dass man im Weltraum tatsächlich wachsen kann und dass der Körper danach aufgrund der Schwerkraft wieder auf seine normale Größe zurückschrumpft.

Beide Erfahrungen waren äußerst schmerzhaft für Soyeon, die sagte, sie sei im All innerhalb von drei Stunden um zweieinhalb Zentimeter gewachsen und nach der Rückkehr in derselben kurzen Zeitspanne wieder geschrumpft. „Ich hatte wahnsinnige Rückenschmerzen“, meinte sie.

17. Auf die Erde zurückzukehren kann auch emotional für viele Astronauten sehr hart sein.

Lee Jin-Man / AFP / Getty Images

Hadfield sagte dass es vielen (ihm allerdings nicht) schwerfällt, sich wieder an "den Lärm der Menschen und die ständige Ablenkung" zu gewöhnen. Soyeon meinte, ihr sei es schwergefallen, sich nach der Landung sich an die Berühmtheit als erste Koreanerin im Weltraum zu gewöhnen. Vor ihrem ersten Flug hatte kein Mensch gewusst, wer sie war. Danach erkannte sie jeder, wo auch immer sie hinging.

18. Und schließlich kann es auch die Sicht auf die Welt verändern.

NASA/NOAA / Via nasa.gov

Linenger sagte, dass die Farbe Grün ihn regelrecht faszinierte, als er zur Erde zurückgekehrt war. "Grün ist eine so wunderschöne, beruhigende Farbe. Ich konnte einfach nur in meinem Garten sitzen, zu den Bäumen im Wind hochsehen und vollkommene Zufriedenheit spüren.“

Das Leben in dem abgeschlossenen "Ökosystem" der Raumstation ließ ihn auch über die Zerbrechlichkeit unseres Planeten nachdenken. "Man sieht zur Erde hinunter und sieht im Grunde das gleiche — ein abgeschlossenes Ökosystem", sagte er. "Diese Veränderung der Perspektive ist wahrscheinlich das größte Geschenk, das ich durch meinen Weltraum-Aufenthalt bekommen habe. Und es ist im Weltraum passiert, es ist auf höheren Ebenen geschehen. Jetzt, zurück auf dem Erdboden, ist es immer noch bei mir.“

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